#1 Thora und der kabbalistische Lebensbaum, ein Überblick von W.L. 18.07.2016 11:41

Die Kabbala, darunter versteht man für gewöhnlich ein diffuses Konglomerat jüdischer Überlieferungen, die heute in einer vielgestaltigen Art und Weise in esoterischen Bewegungen eingeflochten sind. Doch ursprünglich entstammt die Kabbala dem Gesetzeswerk der Thora. Die Thora lieferte die Grundlage einer Gesellschaftsordnung des jüdischen Volkes. Die Thora gliedert sich in drei Teilbereiche. Die Mashora, der Talmud und die Kabbala. Der Überlieferung zufolge verhalten sie sich zueinander wie Körper, Seele(Lebensprinzip) und Geist(Seele) der Thora.



Der Geist der Thora bildet die Kabbala. Darin wurde die Beziehung zwischen Gott Mensch und Kosmos definiert. Eines der bekanntesten Symbole der Kabbala ist der Lebensbaum der zehn Sephirot. Diese Sephirot galten den Juden als die Schöpferkräfte und gleichzeitig als Engel.

Die drei Triaden (1-9), welche die oben erwähnten drei Welten oder Reiche bilden, entsprechen auch den drei Teilen der menschlichen Seele, wie man das auch bei den Neuplatonikern findet:
- Intelligenz (dem „Ich“),
- Fefühl (Psyche)
- Vegetatives Prinzip (Physis)
[1]



Diese drei Triaden sind:
1, 2, 3 (Kether, Hochmah, Binah)

Die erste Triade (1, 2, 3) stellt die metaphysischen Attribute Gottes dar und drückt die absolute Identität der Existenz und des Gedankens aus; sie bildet das, was die neueren Kabbalisten die Intelligible Welt nennen. (Vernunftreich)

4, 5, 6 (Gedulah, Geburah, Tiphret)

Die zweite Triade (4, 5, 6) zeigt einen moralischen Charakter und lässt Gott als die Identität der Güte und Gerechtigkeit erscheinen, andererseits zeigen sie uns in der Güte oder vielmehr im höchsten Wesen den Ursprung der Schönheit oder Erhabenheit. Man nennt sie auch „die Tugenden“ oder die moralische Welt oder aber die „sensible Welt“ in der erhabensten Bedeutung dieses Wortes. (Seelenreich oder Reich des Fühlens und Empfindens)

7, 8, 9 (Nezah, Hod, Jesod)

Die 10. Sephirot Malchut bildet den Grund.
[2]


***
Der kabbalistische Lebensbaum stellt den Weg dar, den der Schöpfer in die Schöpfung nimmt. Dabei werden vier Welten durchschritten
Die folgende Grafik zeigt die Analogie zum Tonsystem, in der Abfolge der Sephirot, die mit eins beginnend, bis zehn, eine Obertonreihe durchlaufen. Die zehn Sephirot sind sowohl Zahlen, wie auch Schöpferkräfte, Engelwesen, feinstoffliche Welten, die von Schöpferwesen bewohnt sind.


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[1] Papus: Die Kabbala. Schwarzenburg : Ansata, 1979, S. 16.
[2] O.a.a., S14

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