#1 Gopi Krishna von W.L. 19.09.2016 10:49

Carl Friedrich von Weizsäcker, (28. Juni 1912 - 28. April 2007), deutscher Physiker, Philosoph und Friedensforscher, schrieb in der Einleitung zu dem gemeinsamen Buch mit Gopi Krishna über seine erste Begegnung mit dem indischen Mystiker:

"Den Anstoß, gerade zu diesem Buch eine ausführliche Ein-
leitung zu schreiben, gab mir die Erfahrung der persönlichen
Bekanntschaft mit seinem Verfasser.
Als mir zum Anfang des Jahres 1968 durch deutsche Ver-
mittlung der Besuch des mir bis dahin völlig unbekannten
Pandit Gopi Krishna aus Srinagar in Kaschmir angekündigt
wurde, war ich nahe daran, mich mit Zeitmangel zu entschul-
digen. Die grundlegende Wichtigkeit der asiatischen medi-
tativen und philosophischen Tradition war mir seit meinen
Studentenjahren voll bewußt; ich fühlte mich ihr sehr nahe,
aber ich habe lange gewartet, ehe ich mich auf sie einließ.
Für die meisten von uns, die wir in die westliche Kultur hin-
eingeboren sind, schien mir zu gelten, daß wir dem inneren
Gesetz dieser eigenen Kultur soweit folgen sollten, bis eben
diese unsere Entwicklung selbst uns zu Partnern der öst-
lichen Kultur machen würde. Die heutige Überschwemmung
westlicher Länder mit Heilsliteratur, reisenden Yoga-Mei-
stern und ihren meist unvollkommen nachgeahmten Prakti-
ken scheint mir eher eine Verzweiflungsreaktion in unserer
eigenen Bewußtseinskrise, die falsche Antwort auf eine rich-
tige Frage.
Zum Glück überwand ich meinen Widerstand. Als dann der
angekündigte Gast mein Zimmer betrat, empfand ich im
Bruchteil einer Sekunde: Dieser Mann ist echt. Ein beschei-
den und sicher auftretender Mann, dem man seine fast sieb-
zig Jahre nicht ansieht, dem Partner ruhig ins Auge blickend,
in der heimischen Kleidung des Brahmanen aus Kaschmir
(jener hellhäutigen Gesellschaftsgruppe, der auch die Familie
Nehrus entstammt), präzise Fragen präzis und manchmal
überraschend beantwortend, in einem oft lächelnd vorge-
brachten tiefen und humanen Ernst."

C.F.v. Weizsäcker, Gopi Krishna; Biologische Basis religiöser Erfahrung, O.W. Barth, Weilheim/Oberbayern, 1971, S. 7

#2 RE: Gopi Krishna von W.L. 15.04.2019 23:29

Nun zum Erweckungsbericht von Gopi Krishna:
ERSTES KAPITEL
ERWECKUNG DER KUNDALINI
"Eines Morgens, Weihnachten 1937, saß ich mit gekreuzten
Beinen im Zimmer eines kleinen Hauses in der Umgebung von
Jammu, der Winterhauptstadt des Staates Jammu und Kasch-
mir in Nordindien. Ich meditierte, das Gesicht zum Fenster
nach Osten gewendet. Die ersten grauen Strahlen der langsam
sich erhellenden Morgenröte fielen in das Zimmer. Durch lange
Übung war ich daran gewöhnt, stundenlang in der gleichen
Stellung zu sitzen ohne die geringste Unbequemlichkeit, und
ich saß da, atmete langsam und rhythmisch, richtete meine Auf-
merksamkeit auf den obersten Teil meines Kopfes und ver-
senkte mich in eine imaginäre Lotusblüte, die dort in hellem
Licht erstrahlte.
Ich saß unbewegt und aufrecht. Ohne Unterbrechung ström-
ten meine Gedanken zu dem leuchtenden Lotus hin in der festen
Absicht, meine Aufmerksamkeit dort zu halten, vom Abschwei-
fen zu bewahren und sie immer wieder zurückzubringen, wenn
sie sich in einer anderen Richtung bewegten. Die Intensität der
Konzentration unterbrach meinen Atem, langsam wurde er so
still, daß er kaum mehr wahrnehmbar war. Mein ganzes Wesen
war so sehr in den Lotus eingetaucht, daß ich für mehrere Mi-
nuten hintereinander die Berührung mit meinem Körper und
meiner Umgebung verlor Während einer solchen Unterbrechung
— für einen Augenblick — war es mir, als ob ich mitten in
der Luft ohne irgendein Körpergefühl schwebte. Das einzige,
dessen ich gegenwärtig wurde, war ein Lotus in hellem Glanz,
der Strahlen von Licht aussandte. Diese Erfahrung haben viele
Menschen gemacht, die in dieser oder anderer Form sich für
eine längere Zeit regelmäßig in der Meditation geübt haben.
Aber, was sich an diesem schicksalhaften Morgen bei mir ereig-
nete und mein ganzes Leben wandelte, mögen nur wenige
erlebt haben. Während eines Augenblicks der starken Konzen-
tration fühlte ich etwas Seltsames unten an der Wirbelsäule,
gerade dort, wo ich den Boden berührte. (Ich saß im Schneider-
sitz auf einer gefalteten Decke auf dem Boden.) Die Sensation
war so außerordentlich und so wonniglich, daß ihr meine Auf-
merksamkeit folgen mußte. In dem Augenblick, in dem sich
meine Konzentration nicht mehr auf den Lotus richtete, auf
den Punkt, auf den sie eingestellt war, hörte die Empfindung
plötzlich auf. Ich dachte, dies könnte nur Täuschung sein, von
meiner Phantasie hervorgerufen, und schlug mir die ganze
Sache aus dem Kopf. Dann brachte ich meine Aufmerksamkeit
zurück an den Punkt, von dem sie abgeschweift war. Ich kon-
zentrierte mich wieder auf den Lotus, und als das Bild auf dem
Scheitel meines Kopfes klar und ganz deutlich wurde, hatte ich
erneut die gleiche Empfindung. Dieses Mal versuchte ich, meine
Aufmerksamkeit nicht schweifen zu lassen und war für einige
Sekunden erfolgreich, aber die Empfindung, die von unten
immer höher nach oben wanderte, war so intensiv, so unge-
wöhnlich und stellte alles Bisherige in den Schatten, daß trotz
aller meiner Anstrengung meine Gedanken sich darauf rich-
teten. Im selben Augenblick verschwand sie wieder. Nun war
ich davon überzeugt, daß mir etwas Außerordentliches wider-
fahren war und daß hierfür meine täglichen Konzentrations-
übungen verantwortlich waren.
Ich hatte wunderbare Berichte von gelehrten Männern über
große Wohltaten als Ergebnis der Konzentration gelesen und
über geheimnisvolle Kräfte, die die Yogis durch solche Übun-
gen erlangt hatten. Mein Herz begann wie wild zu schlagen
und ich fand es schwierig, meiner Aufmerksamkeit den not-
wendigen Grad der Zielgerichtetheit zu geben. Aber nach einer
Weile wurde ich ruhig und fand mich bald in tiefer Meditation.
Als ich vollkommen versunken war, erfuhr ich die gleiche
Empfindung, aber diesmal nahm ich meine ganze Kraft zu-
sammen, um meine Gedanken auf dem Punkt zu halten, auf
den ich sie eingestellt hatte. Mit großer Disziplin blieb meine
Aufmerksamkeit dort gebannt. Die Empfindung stieg wieder
nach oben, wuchs an Intensität, und ich fühlte, wie ich zu
schwanken begann. Mit großer Mühe konzentrierte ich mich
wieder auf den Lotus. Plötzlich fühlte ich einen Strom flüssigen
Lichtes, tosend wie einen Wasserfall, durch meine Wirbelsäule
in mein Gehirn eindringen.
Ganz unvorbereitet auf ein solches Geschehen, war ich völlig
überrascht. Ich blieb in derselben Stellung sitzen und richtete
meine Gedanken auf den Punkt der Konzentration. Immer
strahlender wurde das Leuchten, immer lauter das Tosen. Ich
hatte das Gefühl eines Erdbebens, dann spürte ich, wie ich aus
meinem Körper schlüpfte, in eine Aura von Licht gehüllt. Es
ist unmöglich, dieses Erlebnis genau zu beschreiben. Ich fühlte,
wie der Punkt meines Bewußtseins, der ich selber war, immer
größer und weiter wurde und von Wellen des Lichtes umgeben
war. Immer weiter breitete es sich nach außen hin aus, während
der Körper, normalerweise der erste Gegenstand seiner Wahr-
nehmung, immer mehr in die Entfernung zu rücken schien, bis
ich seiner nicht mehr bewußt war. Ich war jetzt reines Bewußt-
sein, ohne Grenze, ohne Körperlichkeit, ohne irgendeine Emp-
findung oder ein Gefühl, das von Sinneswahrnehmungen her-
rührte, in ein Meer von Licht getaucht. Gleichzeitig war ich
bewußt und jedes Punktes gegenwärtig, der sich ohne jede Be-
grenzung oder materielles Hindernis gleichsam in alle Rich-
tungen ausbreitete. Ich war nicht mehr ich selbst, oder genauer:
nicht mehr, wie ich mich selber kannte, ein kleiner Punkt der
Wahrnehmung, in einen Körper eingeschlossen. Es war viel-
mehr ein unermeßlich großer Bewußtseinskreis vorhanden, in
dem der Körper nur einen Punkt bildete, in Licht gebadet und
in einem Zustand der Verzückung und Glückseligkeit, der un-
möglich zu beschreiben ist.
Nach einer Weile — wie lange es gedauert hat, wußte ich
nicht zu sagen — begann der Kreis wieder enger zu werden. Ich
fühlte, wie ich mich zusammenzog und immer kleiner wurde,
bis ich der Grenzen meines Bewußtseins erst dumpf, dann
klarer bewußt wurde. Als ich in meine alte Beschaffenheit
zurückschlüpfte, nahm ich plötzlich wieder den Lärm auf der
Straße war, fühlte ich wieder meine Arme, meine Beine und
meinen Kopf und wurde wieder mein enges Selbst in Kontakt
mit Körper und Umgebung. Als ich meine Augen öffnete und
um mich blickte, fühlte ich mich ein wenig schwindelig und ver-
wirrt, als ob ich aus einem seltsamen Land zurückkehrte, das
mir ganz fremd gewesen war.
Die Sonne war aufgegangen und schien mir voll ins Gesicht,
warm und angenehm. Ich versuchte meine Hände zu heben, die
während der Meditation übereinander in meinem Schoß ruhten.
Meine Arme fühlten sich lahm und leblos an. Mit Mühe erhob."

Krishna, Gopi; Kundalini, Erweckung der geistigen Kraft im Menschen; Barth Verl. Weilheim/Oberbayern; 1968, S. 9 - 10

Nicht immer verlaufen solche Erlebnisse, gegenstandslos. Oft haben diese Erweckungen auch die Form eines religiösen Idols. Dies war etwa so bei Hildegard von Bingen und ebenso bei Bernadette Soubirous. Immer aber verändern sich die Betroffenen selbst grundlegend und erfahren große Aufmerksamkeit durch ihre Umgebung. Selbst Erfahren sie in der Regel die Todesnähe oder fallen in die sog. Katalepsie. Sie üben zumeist unwiderstehliche charismatische Kraft auf ihre Umgebung aus, ohne es selbst zu wollen. Oft werden medizinische Absonderlichkeiten beobachtet (Das Lied von Bernadette), etwa ein Lichtschein um den Kopf (Heiligenschein), was nichts weiter ist, als eine Begleiterscheinung des geöffneten Kronen-Chakra. Beobachtet bei Hildegard von Bingen und Bernadette Soubirous. Da diese Ereignisse äußerst selten sind und in den Jahren nach ihrem Bekanntwerden vielfach trivialisiert oder nachgeahmt wurden, habe ich einige Fälle gesammelt. Begleiterscheinungen einer Kundalini-Erweckung sind immer paranormal und medizinisch unerklärbar. Oft erleiden die Betroffenen große Schmerzen im Wechsel mit höchster Euphorie. Manchmal, wenn diese Energien nicht beherrscht werden, sterben Betroffene an schweren Krankheiten. Sie werden von dieser unbändigen Energie regelrecht zerstört. Es ist daher nicht ratsam mit Übungen der Kundalini-Erweckung herumzuexperimentieren. I.d.R. werden diese Übungen daher geheim gehalten.
Siehe auch: Bernadette Soubirous, Begründerin des Wallfahrtsortes Lourdes

#3 RE: Gopi Krishna von W.L. 02.06.2019 12:34

Die Welt ist reines Bewusstsein

Gopi Krishna durchlebte von seinem 34. Lebensjahr an, als er erstmals ein Erleuchtuns-Erlebnis hatte, bis zum 49. Jahr, zahlreiche existenzielle Krisen.
Ein Zitat aus Krishnas Buch Kundalini mag dies deutlich machen:

„Der starke Druck auf die Nerven löste in verschiedenen Körperteilen tatsächlichen Schmerz aus. Mir wurde übel, ich schwankte beim Gehen, und winzige Blutstropfen begannen aus meinen Vorderarmen, aus den Hand- und Fingerrücken zu sichern. Kurz danach konnte ich meinen Geist nicht mehr beherrschen. Der Ausdruck des Wahnsinns erschien wieder auf meinem Gesicht.“
Gopi Krishna, Kundalini, Entwicklung der geistigen Kraft im Menschen, O.W. Barth, Weilheim/Obb., 1968, S. 154

Dieses Zitat zeigt einerseits, was unter "existenzieller Krise" zu verstehen ist, andererseits verweist es auf die vielen, in Europa bekannten Träger der Wundmale Christi, die allesamt Träger einer unbewusst und unabsichtlich erweckten Kundalini-Energie zu leiden haben und hatten.
Ich verweise auf die Artikel
Jesus Christus, Mythos oder Historie
Die verborgene kosmische Ordnung der Marienerscheinungen
Die verborgene kosmische Ordnung der Marienerscheinungen

In diesem Zusammenhang sei auf den verantwortungslosen Umgang mit Kundalini-Yoga verwiesen, der diese Form des Yoga einerseits trivialisiert, und die eventuellen Folgen andererseits auf verantwortungslose Weise in Kauf nimmt. Gopi Krishna war ab dem Jahr 1938 in Indien auf der Suche nach Menschen, die ihm den Umgang mit dieser gewaltigen Kraft zu helfen, die unerfahrene Menschen in den Tod oder in den Wahnsinn zu reißen kann.

Er fand Niemanden!!

Nichts ist gegen die Praxis de Yoga einzuwenden. Hatha-Yoga wird auch ohne Spezialübungen die Kundalini-Energie, die nichts weiter ist als die in uns waltende Lebensenergie anregen. Kundalini-Yoga aber als Modeströmung stellt eine Trivialisierung dessen dar, was die Erweckung der Kundalini-Energie tatsächlich anrichten könnte, würde sie erweckt. Ein Durchschnittsmensch würde entweder sofort sterben, oder im Wahnsinn enden. Es sei daher empfohlen, den täglichen Anforderungen des sog. all-täglichen Lebens gerecht zu werden, das alleine das Maß dessen darstellt, was einem Menschen zugemessen ist.

Gopi Krishna legt in dem verlinkten Interview (Gopi Krishna: Kundalini Awakening Experience) in aller Kürze dar, dass die Welt nicht aus einer Reihe von Objekten bestünde, sondern reines Bewusstsein sei. Reises Bewusstsein sind der Ozean, die Berge, die Erde, der Himmel und alles, was wir als Objekte unserer Wahrnehmung ansehen.

Xobor Einfach ein eigenes Xobor Forum erstellen
Datenschutz