#1 Der Linksdrall der Natur von W.L. 24.09.2016 18:01

"Da die Mehrzahl der Europäer Rechtshänder sind, werden Laufwege (Supermarkt, Kurzstreckenlauf im Sportstadion) meist gegen den Uhrzeigersinn angelegt. Rechtshänder machen tendenziell größere Schritte mit dem rechten Bein, und bevorzugen daher Linkskurven."
https://de.wikipedia.org/wiki/Drehrichtung#Laufwege

Linksdrehend: Stehe ich aufrecht und drehe meine rechte Schulter (mit angewinkeltem Pfeil markiert), nach links und beginne zu drehen, so sagt man, ich drehe mich linksherum. Das gilt aus der subjektiven Sicht heraus auch dann, wenn ich auf dem Kopf stehen würde. Auch dann ist eine Linksdrehung für mich immer eine Linksdrehung, auch wenn sich vom Betrachter eine Umkehr des Drehsinns ergibt. Der Drehsinn links herum, entsteht durch die Bewegung der rechten Seite nach links. Das bleibt so, egal wie ich mich im Raum positioniere.



In der Physik spricht man von der rechten Hand Regel
Siehe auch: http://www.leifiphysik.de/mechanik/drehbewegungen

"In der Natur drehen die meisten Windepflanzen links herum."
Quelle: https://www.uni-ulm.de/einrichtungen/gar.../windepflanzen/

Aus der Psychologie ist bekannt, dass jeder Mensch eine aktive Seite und eine passive Seite besitzt. Die rechte Seite ist die aktive Seite. D. h. man dreht sich instinktiv lieber links, als rechts herum. Denn die aktive, rechte Seite bewegt sich lieber vorwärts, als zurück.

Die Regel nach Knigge, der Mann geht links von der Frau, entspricht der Auffassung, dass die linke Seite die Empfängliche, die rechte, die gebende Seite sei. So auch die Tischregel nach Knigge: der links neben der Dame sitzende Herr deren "Tischherr" er ist und daher die Aufgabe hat, zwar nicht ausschließlich, aber bevorzugt um das Wohlergehen seiner "Tischdame" bemüht zu sein, sich mit ihr zu unterhalten, ihr den Stuhl zurecht zu rücken usw.
http://www.knigge.de/themen/bei-tisch/di...rdnung-2042.htm

Beim Drehen geht so die aktive, rechte Seite, nach vorn, die linke bildet die Drehachse. Dieses Prinzip ist erklärt die linksdrehenden Wachstumsbewegungen an Windepflanzen, Schnecken und Muscheln.



Daher ist die Linksdrehung die natürlichere, wie auch in der Natur die meisten Pflanzen Linkswinder sind.

In der Chemie spricht man von Chiralität, rechts oder Linkshändigkeit.
https://de.wikipedia.org/wiki/Chiralit%C3%A4t_(Chemie)

Weshalb die meisten Pflanzen, aber auch Schnecken links herum drehen, liegt offenbar an der Rechtshändigkeit der Sprossachsen bei Tieren der Wachstumsachsen. Diese Rechtshändigkeit bewirkt eine Linksdrehung.



Die meisten Schnecken und Muscheln sind in Wachstumsrichtung linksdrehend. "Entgegengesetzt gewundene Schnecken finden sich unter den insgesamt 100.000 Arten nur in verschwindend geringer Anzahl"
Wachtel, Siegfried, Der Linksdrall in der Natur, dtv, 1993, S. 30

Linkshändigkeit in der Physik
"Seltsamerweise sind diese Paritätsverletzungen in der Natur extrem selten. 99,99 Prozent aller Prozesse sind vollkommen symmetrisch, nur ein verschwindend geringer, aber eben doch vorhandener Teil ist "linkslastig". Physiker sprechen daher auch scherzhaft davon, dass 'Gott ein schwacher Linkshänder' sei."
Quelle: http://www.scinexx.de/dossier-detail-152-18.html


Zwei der vielen Beobachtungen an Bäumen im Hochgebirge, die sich stets links herum drehen, wie die Tänzerin in der Mitte.




Die DNA (Desoxyribonukleinsäure), in der die Informationen zur Bildung jedes Lebewesens dieser Erde gespeichert sind, ist eine Schraube, wie sie bei den links windenden Pflanzen und den Muscheln vorliegen.



Man spricht von einer rechtsläufigen Schraube (lat. Helix). Da die DNS zwei solcher Schrauben enthält, spricht man von einer Doppelhelix.

Die rechtsläufige Schraube oder Helix: Die Sprache folgt der Vorstellung, man habe eine reale Schraube in seiner Hand. Will man diese in ein Gewinde drehen, so muss die Hand rechts herum drehen. In folgendem Bild wird an dieser praktischen Vorstellung der Zusammenhang zwischen technischer Stromrichtung und Drehsinn des umgebenden Magnetfeldes veranschaulicht.



Die Schrauben, die in der Natur vorliegen, sind keine Objekte die gedreht werden, sondern lebende Organismen, die aus sich selbst heraus einen Drehsinn entwickeln. Will man dies an einer Schraube demonstrieren, so müsste man sich vorstellen, eine in der Technik verwendete Schraube, würde aus der Erde wachsen. Wäre das der Fall, müsste dieser lebende Organismus wiederum linksdrehend in die Höhe wachsen, wie es Windepflanzen tun.
Aus dieser Diskrepanz der Betrachtung resultiert der Name "rechtsgängige Schraube". Es ist dasselbe Objekt wie bei Schnecken, Windepflanzen oder der DNS.



Die in der Natur vorkommenden Schrauben sind unveränderliche Objekte, die ihren Drehsinn nicht ändern. Je nach Benennung heißen sie rechtsdrehend oder linksdrehend. Üblich ist die Bezeichnung rechtsgängige Helix: https://de.wikipedia.org/wiki/Helix



Der Drehsinn ergibt sich, wenn man eine Wachstumsrichtung erkennt, siehe oben.

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