#1 Der Syrienkonflikt von W.L. 12.04.2017 13:43

Meinen bisherigen Informationen zufolge brach der Syrienkonflikt mit dem arabischen Frühling aus.
- Es bildete sich eine Opposition von Bürgern, die das grausame syrische Regime unter Assad stürzen wollten.
- Diese Auseinandersetzung nutzten verschiedene islamistische Milizen und unterstützten die Opposition gegen Assad militärisch.
- Als das bekannt wurde und Assad in die Enge getrieben wurde rief er den verbündeten Iran an, nun aber unter dem Vorzeichen eines Religionskriegs der Schiiten gegen die sunnitischen Milizen.
- Nun wurde aus dem Bürgerkrieg gegen Assad ein Religionskrieg und somit ein Stellvertreterkrieg.
- Die Türkei kämpfte gegen die Kurden und unterstützten den IS, die Russen unterstützten Assad, vermutlich um ihren Einfluss im Mittelmeer zu wahren. Die USA hatten sich unter Obama aus dem Konflikt herausgehalten, vermutlich weil sie sich nicht erneut in ein solches Abenteuer einlassen wollten.
***

Zunächst kämpft der IS mit westlichen Waffen, weil die Region in denen sie operieren über keine Waffen verfügt. Die Autos, mit denen sie herumfahren sind z.B. japanische Autos
Warum lieben die IS-Terroristen japanische Autos?

Wie der Ukrainekonflikt mit dem Syrienkonflikt zusammenhängt, das verstehe ich nicht. Ich sehe da keinen Zusammenhang. Das Geld des IS kam zunächst von den Katharis und Saudis, später haben sie Banken übernommen und Ölgeschäfte, z.B. mit der Türkei betrieben.

"... sind bekannt", nein, ist eben nicht bekannt.
Deutschland und die USA lieferten Waffen an die Saudis, obwohl sie wussten, dass letztere den IS finanzieren. Das ist bekannt.

Zu Friedmann: https://de.wikipedia.org/wiki/The_Next_100_Years

Was nicht bekannt ist, darüber kann man wohl kaum etwas sagen. Es ist aber genug bekannt, um davon auszugehen, dass nicht alles aus einer Hand gesteuert wird.

Was überhaupt nicht in die DASAS-These "Die Amis sind an Allem schuld" passt, ist
Assad unterstützt IS
Dazu gab es eine 90-minütige Doku im ZDF. Nachvollziehbar ist das auch, denn solange Assad vorgibt, gegen den IS zu kämpfen genießt er die Unterstützung des Westens.

Die wiederum bestätigt die DASAS-These
Eine der gängigsten Verschwörungstheorien zum Islamischen Staat ist, er sei ein Produkt der USA. Die Enthüllung geheimer Dokumente zeigt, dass die Amerikaner der Entstehung des IS zumindest nichts entgegensetzt haben - weil sie darin ein Chance sahen.

Die Situation, wie sie sich nach diesen Berichten darstellt ist grotesk. Der IS wurde anscheinend von Assad, den wahabitischen Golfstaaten und den USA gehegt, wobei unterschiedliche Interessen vorliegen. Die Golfstaaten, um den Wahabitismus zu stärken, Assad als Rechtfertigung für seinen Krieg, die USA um die Region zu destabilisieren und Europa unter Druck zu setzen? (das könnte man vermuten). Dann hatte sich Russland eingeschaltet, um das Assadregime zu stützen. Deren Motiv ist wohl der Zugang zum Mittelmeer.

Fakt ist nun aber, dass der IS dennoch durch die russische Initiative zurückgedrängt wurde. Die Informationslage ist ziemlich schwierig. Man muss auch bedenken, dass der Krieg gegen den IS nach den Anschlägen in Frankreich von den Franzosen erbittert geführt wurde. Das dürfte den heimlichen IS Unterstützern Assad, Türkei, Golfstaaten, evtl. die USA ungelegen gekommen sein.

Dies alles zeigt, dass hier recht wenig nach Plan läuft, sollte es einen Plan gegeben haben. Die Schachzüge am grünen Brett der Geheimdienste gehen in den wenigsten Fällen auf.

#2 RE: Der Syrienkonflikt von W.L. 16.04.2018 15:10

Es besteht unter Experten kaum Zweifel: Das Regime des syrischen Machthabers Assad nutzt in seinem Kampf gegen jedweden Gegner – seien es der IS, Rebellen oder die eigene Bevölkerung – chemische Waffen.
- Es wäre allerdings gut, die dafür existierenden Beweisketten auch öffentlich und transparent zu dokumentieren. Denn
- spätestens seit den Propagandalügen der USA und Großbritanniens in den Jahren 2002 und 2003 über den angeblichen Besitz von Massenvernichtungswaffen des irakischen Machthabers Saddam Hussein sitzt das Misstrauen gerade in der westlichen Welt tief.

Gabriel: Militäraktion gegen Assad war wichtig, Tagesspiegel vom 16.04.2018

Die Drohung durch Donald Trump erfolgte wie aus dem Nichts. Eine Woche später kam der Angriff, u.a. auf ein Chemiewaffenlager? Wäre das nicht ein Fall für das internationale Kriegsgericht, wenn die Bevölkerung durch einen Angriff einer Menge an Chemiewaffen ausgesetzt wäre, die ein ganzes Waffenlager umfasst? Es soll ein Sarinlager gewesen sein:

"Die sichere und zuverlässige Vernichtung von chemischen Kampfstoffen wie Sarin und ähnlichen ist an teure und aufwendige Verfahren gebunden. Die wesentlichen Methoden wenden hydrolytische und/oder katalytische Verfahren, meist bei hohen Temperaturen und unter dem Einsatz starker Oxidationsmittel wie z. B. Wasserstoffperoxid an."
Wikipedia/Sarin

Die Empörung gilt stets denen, die dafür geeignet erscheinen. Der Meinungskorridor richtet sich gegen Assad und Putin. Verständlich insofern, als Assads Folterkeller voll sein dürften. Riskierte Trump einen dritten Weltkrieg? Nein! Er traf kein einiges Objekt, das unter russischer Hoheit steht. Die Mehrzahl der Raketen wurden überdies abgefangen.

Die Aktion war gut wenn,
es wahr sein sollte, dass wieder Giftgas eingesetzt wird. Das aber wissen wir nicht definitiv. Möglicherweise wissen die Geheimdienste mehr. Warum wurde es nicht öffentlich diskutiert? Der Angriff aber, von dem wissen wir definitiv. Wenn Assad klar gemacht werden sollte, dass er besser keine Chemiewaffen einsetzt, warum dann so viel Wind um die Sache? Warum verständigte sich die US-Administration nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit Putin? Der Angriff musste nicht mit so viel Wind erfolgen.

Trump hat innenpolitisch gepunktet, ebenso Macron, der wegen seiner Sparpläne innenpolitisch unter Druck steht und Theresa May auch, wegen den Brexit Verhandlungen. Alle drei Akteure waren - vielleicht deshalb - sofort einer Meinung.

Putin, der Böse
Putin hat diesen Krieg nachweislich beendet. Ein Faktum, um das in allen öffentlich geführten Diskussionen geschwiegen wird. Wie, wenn nicht mit roher Gewalt soll gegen den IS vorgegangen werden? Die Alliierten haben es im 2. WK vorgemacht. Sie wurden dafür gefeiert, Hitlerdeutschland in die Knie gezwungen zu haben. Hat sich schon jemand gefragt, wie Russland ohne Putin aussehen würde? In etwa wie Syrien heute? Alle Dokumentationen zeigen, dass Putin von Moskau bis Wladiwostok in weiten Kreisen der Bevölkerung beliebt ist. Welchen Sinn ergibt es mit Sanktionen, gegen Putin vorzugehen? Für die USA war es stets von großer Bedeutung, Europa, vor allem Deutschland von Moskau fernzuhalten.

Assad der Schlächter
Was wäre ohne Assad? Chaos, endlose Rivalitäten, Bürgerkrieg. Pest oder Cholera, das ist hier die Frage. Die Kenner wissen es und argumentieren nicht mehr gegen Assad. Man nennt es Realpolitik, wenn jede andere Lösung schlimmer ist als die bestehenden Verhältnisse.

Gefährliche Zündelei am Weltfrieden durch Politiker (Macron, May) ohne jeden strategischen Weitblick, die nur ihre eigenen kurzsichtigen Interessen folgen, und Eskalationen riskieren, die kaum mehr zu korrigieren sind. Die Ausweisung von Diplomaten erfolgte bisher immer kurz vor kriegerischen Auseinandersetzungen. Bei milderen Spannungen bestellte man den Botschfter ein. Im Falle Russland kann man sich das nun ersparen. Diese Art hysterischer Politik zeichnete auch die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg aus. Die Bundeskanzlerin muss nicht erwähnt werden, die schläft den Schlaf der Gerechten. Ihre Politik ist optionslos, planlos, sinnlos. Kopflos kann man nicht behaupten, denn es ist keiner vorhanden, nur ein Herz für Syrer, Iraker, Afghanen und offene Grenzen für alle, die lust auf Harz IV und eine kostenlose Wohnung im schönen Deutschland haben. Die Beitragszahler der Solidarsysteme "schaffen das" (Angela Merkel). Eine Politik, die unter Garantie über kurz oder lang in die Katastrophe führt, wird mit "rattenhafter Wut" (Heinrich Böll) verteidigt.

Was Trump betrifft, so wissen wir nicht, inwieweit er sich mit Putin abgesprochen hatte. Russland poltert nach Trumps Drohung zurück: Außenminister Sergej Lawrow warnt derweil vor Ultimaten und Drohungen. Diese würden dem Dialog nicht helfen. sagt aber dann: "Die Kommunikationskanäle zwischen Russland und den USA würden genutzt, auch um militärischen Zwischenfällen vorzubeugen.
Die Welt vom 13.04.2018

Lawrow: Türkei soll Afrin an Syrien zurück geben. Eine Meldung, die in unseren Medien scheinbar unterdrückt werden soll, denn Putin und Russland sind nunmal die Bösen. Es passt nicht ins Konzept unserer Systemmedien und daher empfehle ich auch mal einen Blick in die "Fake-News" Sender: http://de.euronews.com/, https://deutsch.rt.com und https://de.sputniknews.com/
Es ist wie mit beim Überqueren einer Straße. Man sollte sich nach allen Seiten umsehen, bevor man losrennt.

#3 RE: Der Syrienkonflikt von W.L. 17.04.2018 07:30

Das Spiel um die Vernebelung der Wahrheit



Wie es gewesen sein könnte: ein Video von Sputnik TV ein russischer Nachrichtensender in deutscher Sprache.

Xobor Einfach ein eigenes Xobor Forum erstellen
Datenschutz