#1 Tabula Smaragdina Hermetis von W.L. 06.11.2017 00:08

Die Tabula Smaragdina (lat. für „smaragdene Tafel“) ist ein traditionell dem Hermes Trismegistos zugeschriebener Text, der die philosophische Basis der Hermetik bildet und der als Grundlagentext der Alchemie gilt. Die Tabula ist einer der berühmtesten Texte alchemistischer und hermetischer Literatur. In den rund zwölf dunklen, allegorischen Sätzen spiegelt sich die Vorstellung eines Zusammenhangs von Mikrokosmos und Makrokosmos. Das was unten ist, ist wie das, was oben ist, und das was oben ist, ist wie das was unten ist, ein ewig dauerndes Wunder des Einen.
Wikipedia/Tabula Smaragdina

"Die Tabula Smaragdina geht ihrem geistigen Kern nach auf Hermes Trismegistos, den legendären Inaugurator der ägyptischen Kultur, zurück. Die in ihr darstellten Prinzipien hatten großen Einfluss auf die Alchemie und gelten als Schlüssel zur Bereitung des Steins der Weisen. Der Legende nach wurde die Tabula Smaragdina von Sara, der Frau Abrahams, in einer Höhle bei Hebron im Grab des Hermes Trismegistos gefunden. (Lit.: Gebelein, S 113)
anthrowiki/Tabula Smaragdina

Die Passage aus dem Text der Tabula: ... "und gleich wie alle Dinge allein von einem Dinge geschaffen" ...
trifft vor allem auf die Physik in ihrer Suche nach den Wesen der Materie zu und ist so aktuell wie vor vierhundert Jahren.

Auch Werner Heisenberg war in den letzten Jahren seines Schaffens auf der Suche nach der Weltformel, jenem "einem Ding" aus dem alle Dinge herkommen, und ist schließlich daran gescheitert:
... "dass wir noch immer auf dieser Suche sind, nach der Beschreibung der Kräfte aus einer Urkraft heraus" ...
Zitat eines CERN Physikers aus der Dokumentation über Werner Heisenberg: https://youtu.be/MbV4wjkYtYc?t=4663

Die Quantenphysik hat die Alchemie schließlich darin bestätigt, dass Materie und Mensch nicht getrennt voneinander existieren. Die Erscheinungsformen der kleinsten Teilchen werden erst dann zum Gegenstand, wenn sie gemessen werden. Unabhängig vom Menschen existieren sie als reine "Potenzialität" (Heisenberg).

Die platonischen Ideen: Wenn wir etwa daran denken ein Elektron im Atom zu untersuchen, so ist dieses Teilchen erst dann existent, wenn es austritt und von einem Mesgerät erfasst wird. Im Atom selbst kann man lediglich von einer Aufenthaltswahrscheinlichkeit sprechen. Diese Aufenthaltswahrscheinlichkeit aber umfasst in seiner Gesamtheit wiederum eine Schwingungsform (Orbital). Sind Quantenobjekte Schöpfungsideen, die zunächst als Idee für ein real existierendes Objekt da sind (Platon)? Eine Idee kann natürlich nicht gemessen werden.

„… Diese ersten Offenbarungen des schöpferischen Willens, die Schwingungen des TONES, bauen nach mathematischen Gesetzen, nach göttlichen Ideen und Gedanken, die ganze Schöpfung auf.“
Elisabeth Haich; Tarot, Die zweiundzwanzig Bewusstseinsstufen des Menschen, J. Fink Verlag, Stuttgart, 1969, S.18

Harmonikale Betrachtungen über die modernen Vorstellungen vom Atom

Heinrich Khunrath (1560 -1605), deutscher Arzt, Alchemist und Kabbalist. veröffentlichte 1595 eine Reihe von Kupferstichen unter dem Titel Amphitheatrum sapientiae aeternae. Darin befindet sich ein Text der Tabula Smaragdina Hermetis in lateinischer und deutscher Sprache.



Der dritte Satz der lateinischen Version der Tabula lautet:

Et sicut omnes res fuerunt ab uno, meditatione unius, sic omnes res natae fuerunt ab hac una re, adaptatione.
"meditationes" (lat. Nachdenken, Nachdenken über), lässt sich ohne dem Text Gewalt anzutun als "göttlicher Gedanke" interpretieren.

Die Übersetzung bei Anthrowiki lautet:"Und so wie alle Dinge aus dem Einen stammen, durch einen Gedanken des Einen, so sind alle Dinge aus dieser einen Ursache durch Anpassung entstanden."

Der Urtext der Alchemie enthält also bei genauem Lesen bereits das Konzept quantenphysikalischer Objekte, die niemals als Gegenstände, sondern als "Potenzialität" (Heisenberg), als "schöpferische Idee" (Elisabet Haich) existieren. "Atome sind keine Dinge" sagte Niels Bohr. Wie wir nun annehmen, sind es jedoch "Ideen" (Platon) des "Einen" (Tabula).

Bliebe die Frage, wer ist "der Eine". Diese Formulierung als Substitut für den missbrauchten Begriff "Gott" ist kein Zufall, denn "der Eine" kann sehr gut philosophisch erschlossen werden, während der Begriff "Gott" dem Missbrauch durch die Religionen ausgesetzt wäre.
Diese Abhandlung "Warum der Geist unerkennbar ist" führt auf den Begriff der Singularität. Singularität als universelles Schöpfungsprinzip ist letzte Ursache des Urknalls, wie jeglicher Erscheinung im Augenblick des Erscheinens. Singularität unterliegt aber auch dem Bewusstsein des Menschen. Jeder Moment ist eine Singularität, ein neuer Moment, in welchem alles offen und möglich ist, bis zu dem Eintreten in das Geschehen der Zeitabfolgen. Es muss jedoch einen Anfang geben, sonst gäbe es kein Neues. Die Welt wäre ohne Singularität statisch und erst gar nicht in Erscheinung getreten und könnte auch nicht weiterexistieren, so sie einmal da ist. Lt. Kant ist Voraussetzung für Erkentnis ein Vergleich, den gibt es aber am Beginn nicht (siehe "Warum der Geist unerkennbar ist").

"Wie oben so auch unten": Diese Singularität ereignet sich in der Natur, im Kosmos ebenso wie im Menschen und ist daher jenes Prinzip, welches "oben wie unten" am Wirken ist. Auch wird damit klar, was die Mystiker und Alchemisten mit dem "Alpha und Omega" meinten. Denn Singularität und Vereinzelung, steht an Beginn und ebenso an Ende einer jeden Existenz.


Ein Titelkupfer zu Jakob Böhmes Mysterium Magnum. Über Christus steht die Zahl 1 als Emblem des Anfanges, unter ihm die Zahl Sieben, Endpunkt der Tonleiter, die mit dem achten Ton, der Oktave neu beginnt. Die Mitte der Erdkugel ziert das Zeichen Skorpion. Skorpion, in Analogie des 8. Hauses (Todeshaus) der Astrologie und versinnbildlicht das Lebensende, die Welt des Stoffs und der Gegenstände.

"Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende." (Offenbarung 22,13)

Hinweis:
ALLES IN ALLEM. Die Gedankenwelt des mystischen Philosophen Jacob Böhme
18. August 2017 - 19. November 2017


Verweise:
Jakob Böhme, kurze Vita, seine Wirkungsstätte, seine Erleuchtung
Böhmes Gottesbegriff und seine sieben Qualitäten (Alchemie der modernen Physik)

Eine Doku zu Leben und Werk Werner Heisenbergs:

#2 RE: Tabula Smaragdina Hermetis von W.L. 07.11.2017 09:34

Die Tabula erklärt Quantenphysik: zu den Sätzen 1 bis 3.



Erläuterung der Tabula

4 Satz. Die Sonne ist sein Vater, der Mond seine Mutter. Der Wind hat es in seinem Bauche getragen. Die Erde ist seine Ernährerin.

Die Sonne spendet nicht nur den Atomen Licht, wodurch die Quantenbewegungen verursacht werden, sondern auch dem Leben auf der Erde. Sie ist Vater und Lebensspender. Der Mond reguliert die Fortpflanzung. Er ist Mutter. Der Wind trägt die Samen der Bäume, die Bienen und Insekten, die für die Bestäubung sorgen. Er trägt das Leben gleichsam in seinem Bauch. Die Erde und die Leiber, aus der alles Leben hervorkommt, ist Ernährerin.

Das ist die Vier-Elementen-Lehre der Alchemie, durch welche das "Eine" prozesshaftem Wandel unterworfen ist.

5 Satz. "Pater omnis telesmi totius mundi est hic."
Google Translate: [Dies ist] der Vater der Vollkommenheit der ganzen Welt.

6 Satz. "Vis eius integra est, si versa fuerit in terram."

Google Translate: Seine Macht ist die Integration, wenn es in Erde verwandelt wird.

Dieser "Vater" ist die integrale Kraft, welche das "Eine" mit Stoff verbindet. Quantenphysikalisch gesprochen ist es der Wandlungsprozess von der Potenzialität, von der Schöpfungsidee zum konkreten messbaren Objekt. Diese Integrale Kraft wird "Vater" genannt, da die reinen Ideen nun in konkrete Formen gewandelt werden. Die Ideen verleihen ihnen Form und Dauer. Auf diese Weise erhalten die Formen ihre Vollkommenheit durch die reinen Ideen (siehe oben zu Quantenobjekten). Das ist überall in der Natur beobachtbar. Ein Baum, der ideale Bedingungen hat, wird die innere Symmetrie perfekt entwickeln. Die Ursache der Formgebung in der Natur liegt bis heute im Dunkel. Rupert Shaldrake hat dazu die Theorie der morphischen Felder begründet.

Der siebente Satz gilt dem Alchemisten selbst:

7 Satz. "Du wirst die Erde vom Feuer trennen, das Feine vom Dichten, lieblich mit großer Entschlossenheit."

Der Mensch verfügt über vier Abbilder der Elemente. Der Wille (Feuer), der Intellekt (Luft), die Emotion (Wasser), Körperlichkeit (Erde). Den Willen von der Körperlichkeit zu trennen ist die Aufgabe. Aus moderner Sicht ist das eine Form der Meditation.

8 Satz." Von der Erde steigt es zum Himmel, und steigt wiederum zur Erde hinab und nimmt die Kraft des Oberen und Unteren an."

Nach Vorstellung der Alchemie steigt nicht nur der Mensch während der Nacht, unbewusst in reinere Gefilde auf (Non Rem Schlaf), sondern die ganze Natur wird auf diese Weise erhalten.

9 Satz. "Auf diese Art wirst du den Ruhm der ganzen Welt erlangen. Dann wird alle Dunkelheit von dir weichen. Dies ist die starke Kraft aller Kräfte, die alle subtilen Kräfte verbindet und alle festen durchdringt."

Aufgabe ist durch meditative Prozesse, die wir heute nur aus dem Buddhismus und aus der Yogalehre kennen, das Bewusstsein in gesteigerte Wachzustände zu bringen. Dadurch wird der in 8. beschriebene Prozess bewusst. Wodurch unterscheidet sich die Lehre der Buddhisten und des Yoga von der Alchemie? Die Symbolik und die Sprache sind unterschiedlich. Was von diesen Systemen in Europa ankam, waren bestenfalls die Methoden. Die Symbole der Alchemie verweisen einerseits auf die Methoden, andererseits auf deren organischen Wirkungen. Die Symbolik ist aus zwei Gründen schwer zu verstehen. Einerseits verbargen die Alchemisten und Rosenkreuzer ihre Symbole unter einem christlichen Deckmantel. Andererseits weisen diese Symbole auf feinstoffliche Vorgänge hin, für die es bis heute keine Begriffe gibt. Meditative Techniken haben natürlich, das ist heute bekannt, auch organische Wirkungen. Alchemie ist der Versuch sie zu Beschreiben.

10 Satz. "So ist die Welt erschaffen worden."

11 Satz. "Seitdem sind alle wunderbaren Anpassungen von der Art gewesen, wie auch diese."

12 Satz. "Daher werde ich Hermes Trismegistos genannt, da ich die drei Teile der Philosophie der ganzen Welt habe."

13 Satz. "Vollständig ist, was ich über die Wirkungsweise der Sonne gesagt habe."


Die Tabula-Texte entstammen der lateinischen Version Heinrich Khunraths Amphitheatrum (Abbildung unten), soweit nicht mit Google Translate übersetzt, wurden Übersetzungen von Anthrowiki/Tabula Smaragdina übernommen.


Kupferstich aus Heinrich Khunraths Amphitheatrum

#3 RE: Tabula Smaragdina Hermetis von W.L. 07.11.2017 10:28

Zur Ortsgeschichte der Tabula

"Die Tabula Smaragdina geht ihrem geistigen Kern nach auf Hermes Trismegistos, den legendären Inaugurator der ägyptischen Kultur, zurück. Die in ihr darstellten Prinzipien hatten großen Einfluss auf die Alchemie und gelten als Schlüssel zur Bereitung des Steins der Weisen. Der Legende nach wurde die Tabula Smaragdina von Sara, der Frau Abrahams, in einer Höhle bei Hebron im Grab des Hermes Trismegistos gefunden.
Alchemie, Diederichs Gelbe Reihe 165, hg. v. Michael Günther. Sonderausgabe 2000 (orig. 1991, Hugendubel, München). 2000, Hugendubel, Kreuzlingen/München, S 113

Hebron liegt im Westjordanland und ist eine der ältesten ununterbrochen bewohnten Städte der Welt. Zur Zeit der Kanaaniter war es eine Königsstadt und wurde von den Enakitern bewohnt. Die Stadt war zeitweise unter dem Namen „Stadt Arba“ bekannt (Jos 14,15 EU). Archäologische Funde deuten darauf hin, dass Hebron im 3. Jahrtausend v. Chr. gegründet wurde. Die Stadt wird in der Bibel an zahlreichen Stellen erwähnt und wurde den Nachkommen Judas (Jos 21,11 EU) und Kaleb als Erbteil übergeben (Jos 21,12 EU).

Die in der Nähe des ursprünglichen Ortes gelegene Höhle Machpela (hebräisch מערת המכפלה, Me'arat HaMachpela, „Höhle der Doppelgräber“, arabisch الحرم الإبراهيمي, DMG al-ḥaram al-ibrāhīmī „das Grab Abrahams“), Höhle der Patriarchen oder Erzvätergrab genannt, heute ein prominenter Gebäudekomplex mitten in der Stadt, gilt nach der biblischen Überlieferung (Gen 23,19 EU) als der Ort, an dem Abraham, Sara, Isaak, Rebekka, Jakob und Lea begraben sind. Diese Höhle gilt für den Islam und das Judentum als heilig, so dass Hebron für beide Religionen sehr bedeutend ist. Der israelitische König David soll in Hebron zum König gesalbt worden sein und dort regiert haben, bis er Jerusalem erobert und die Hauptstadt dorthin verlegt haben soll. Der byzantinische Kaiser Justinian I. baute im 6. Jahrhundert eine Kirche über dem Grab, die später von den Sassaniden zerstört wurde.

wikipedia/Hebron

Hebron wurde abwechselnd von den Kreuzfahrern und von den Muslimen besetzt. Hebron ist heute von den Israeli besetzt und eine geteilte Stadt. Abraham, der Stammvater aller drei Religionen, des Christentums, des Judentums, des Islam, liegt der Legende nach, in Hebron begraben.

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