#1 Die heimliche Regierung von W.L. 10.12.2017 13:46

Geheimgespräche mit Journalisten
Regierung will "eigene politische Vorstellungen verwirklichen"
Das Kanzleramt sieht durch ein Urteil zur Teil-Transparenz bei geheimen Presserunden seine Arbeitsfähigkeit gefährdet. Der Journalistenverband sieht eine Farce. JOST MÜLLER-NEUHOF, 20.02.2017


Beschluss des Oberverwaltungsgerichts
Merkels Geheimgespräche mit der Presse bleiben geheim
Hintergrundrunden der Kanzlerin mit Journalisten sind eine "eingeführte Einrichtung", sagen die Richter. Ob die Öffentlichkeit etwas darüber wissen darf, sei nicht eilig. JOST MÜLLER-NEUHOF,08.03.2017


Die Untersuchung Die „Flüchtlingskrise“ in den Medien der Otto Brenner Stiftung über die Berichterstattung während der Flüchtlingskrise bestätigt das Lagebild einer gelenkten Berichterstattung. Wer sie gelenkt hat darüber sagt sie nichts. Die abgewiesenen Klagen auf Offenlegung der Kanzlergespräche mit Medienvertretern (siehe oben) lassen nur die Spekulation zu. Die Berichterstattung während und nach der Flüchtlingskrise war vom Kanzleramt gelenkt.

Auszüge:

Die „Flüchtlingskrise“ in den Medien

Die Studie geht erstmals der Berichterstattung zur sogenannten Flüchtlingskrise
im Detail nach: Dazu wurden insgesamt weit über 30.000 Medienberichte erfasst –
und insbesondere für einen gut zwanzigwöchigen Zeitraum, in dem sich im Jahr 2015
die Ereignisse überschlugen, rund 1.700 Texte analytisch ausgewertet. Im Fokus
der innovativen Untersuchung stehen Printleitmedien wie FAZ, SZ, Welt und Bild,
über achtzig verschiedene Lokal- und Regionalzeitungen sowie die reichweitestarken
Onlinemedien focus.de, tagesschau.de und Spiegel Online. Michael Haller geht in
seiner Pionierarbeit einer Reihe wichtiger Fragen nach: Wurde in den analysierten
Medien neutral über die Ereignisse berichtet? Trug die mediale Berichterstattung
zu einer gesamtgesellschaftlichen Erörterung und Verständigung über eine allgemein
gewollte Form der Willkommenskultur bei? Sind die veröffentlichten meinungsbetonten
Formate ein Beispiel für etablierten Meinungspluralismus, oder bilden sie
das allgemeine Meinungsbild eher einseitig ab?
...
der Präsident des
Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger
(BDZV), Mathias Döpfner, im Februar 2017 der
Deutschen Presseagentur gab.93 „Wir sehen einen
wachsenden Graben zwischen politischen
Eliten und den Medien auf der einen Seite und
der sogenannten normalen Bevölkerung auf
der anderen. Das muss man ernst nehmen. Ein
guter Journalist redet mit jedem, auch mit halbseidenen
Figuren, zur Not auch mit Verbrechern
und Diktatoren, aber hält bei allen, selbst bei
Idealisten und Weltverbesserern, den nötigen
Abstand. Und dieser Abstand ist in einigen Fällen
immer geringer geworden. Manche Journalisten
verstehen sich inzwischen als Politikberater
und betreiben einen Journalismus, der
sich an ein paar Eingeweihte richtet, denen sie
Codewörter zurufen. Der eigentliche Empfänger
ist nicht mehr der normale, intelligente,
aufgeschlossene, aber nur bedingt informierte
Leser, sondern die Kollegen, Politiker, Künstler
oder Wirtschaftsführer.“


Die Schweigespirale
"Um die mit dieser tiefgreifenden Enttäuschung
verbundenen Effekte zu verstehen,
bietet sich das Modell der Schweigespirale
an. Es wurde von der Meinungsforscherin Elisabeth
Noelle-Neumann Ende der 1970er Jahre
ausgearbeitet – ein Makro-Konzept, das eine
spezifische Dynamik in der öffentlichen Meinungsbildung
erklärt. Ihm zugrunde liegt die
sozialanthropologisch gestützte Auffassung,
dass jedes Individuum Anerkennung in seiner
sozialen Umgebung, also auch Anschluss und
Respekt finden möchte: „Die Furcht vor Isolation
erscheint als die treibende Kraft, die den
Prozess der Schweigespirale in Gang setzt“
(Noelle-Neumann 1980: 20).
Wer eine gegenüber der tonangebenden
Meinung abweichende Auffassung hat, der
schweige lieber, aus Angst gemieden und isoliert
zu werden. Dies geschieht natürlich kaum
bei abstrakten oder belanglosen Themen, vielmehr
dann, wenn – wie hier bei der Fremdenund
Flüchtlingsfrage – der Meinungskampf
‚moralisch aufgeladen‘ ist und der Einzelne
fürchtet, als moralisch schlecht zu erscheinen.
Befunde stützen die These, dass dieses Verhalten
bei unsicheren und sozial schwächeren
Menschen verbreiteter ist als etwa unter
selbstbewussten Entscheidern.83
Die Dynamik („Spirale“) kommt in Gang,
wenn die vermeintlich vorherrschenden Auffassungen
nach und nach als feste Mehrheitsmeinung
dargestellt und zugleich davon abweichende
oder konträre Positionen im Mediendiskurs
immer schwächer werden. Dabei bleibt in
der Öffentlichkeit verborgen, welche Position
die tatsächliche Mehrheitsmeinung abbildet
(Noelle-Neumann bezog ihre Thesen auf das
bei Befragungen geäußerte Wählerverhalten im
Vergleich zur Entscheidung in der Wahlkabine –
Diskrepanzen, die wohl auch im Zusammenhang
mit der US-Präsidentenwahl 2016 offenbar
wurden). Jedenfalls sind diejenigen, die sich ins
Schweigen zurückziehen, die Frustrierten."

#2 RE: Die heimliche Regierung von W.L. 17.01.2018 11:27

„Meine journalistische Karriere in Deutschland ist zu Ende“: die bittere Bilanz einer WDR-Journalistin nach ihrem umstrittenen Zitat in der Flüchtlingskrise

Die Medien und die Flüchtlingskrise: Was die Haller-Studie über den Zustand des Journalismus verrät

Das Land hat [Untersuchter Zeitraum 2015 - 2016] unter einem publizistischen Stromausfall gelitten – und die Gesellschaft hat sich in der Folge gefährlich gespalten. Nicht nur hätten sich die "sogenannten Mainstreammedien" (die Studie zeigt durchaus ein wenig Verständnis für den Begriff) unisono hinter Angela Merkels Flüchtlingspolitik versammelt, "Losungen der politischen Elite" unkritisch übernommen und eine "euphemistisch-persuasive Diktion" des Begriffs der Willkommenskultur verbreitet. Wer dieser Regierungslinie skeptisch gegenübergestanden habe, habe sich in den Augen vieler Journalisten der Fremdenfeindlichkeit verdächtig gemacht. Kritiker, so impliziert die Studie, mussten eines besseren Menschseins belehrt werden, mit Argumenten wie: Deutschland brauche Hunderttausende junger Flüchtlinge, als Arbeitskräfte und um der Überalterung der Gesellschaft entgegenzuwirken. Auf diese Weise sei "Willkommenskultur zu einer Art Zauberwort verklärt" worden, "mit dem freiwillig von den Bürgern zu erbringende Samariterdienste moralisch eingefordert werden konnten". Als sinnfälliges Beispiel zitiert die Studie einen Videoblog-Kommentar der SZ vom 2. Oktober 2015, in dem es hieß: "Vor zwei Wochen hatte ich noch den Eindruck, als würde (...) doch die Mehrheit der Menschen erkennen, wie gut, aber auch wie wichtig für Deutschland es ist, Flüchtlinge auch in großer Zahl aufzunehmen. Und mittlerweile ist es so, dass sich die Stimmung täglich verschlechtert ..." Die Angst, in diesem Meinungsklima als moralisch schlecht zu erscheinen, habe eine "Schweigespirale" erzeugt. Kritiker der Flüchtlingspolitik hätten sich anderswo Ventile gesucht, "um ihrer Frustration umso heftiger Luft zu machen", während das Vertrauen in die klassischen Medien erodiert sei.
Praktizierten deutsche Redaktionen also einen Dampfwalzenjournalismus, der sich am Ende selbst plättete? So ungefähr sei es gewesen, glaubt Studienleiter Haller. Eine "Sinn- und Strukturkrise" habe die Branche erfasst. "Große Teile der Journalisten haben ihre Berufsrolle verkannt und die aufklärerische Funktion ihrer Medien vernachlässigt." Meinungsstärke habe wohl Faktenschwäche ausgleichen sollen. Nachrichtliche Texte seien häufig mit kommentierenden Passagen eingefärbt gewesen, Fachleute, Bürger und Migranten kaum zu Wort gekommen.
...
Auch ohne Auswertung von ARD und ZDF sind sich die Autoren sicher, dass der Journalismus eine beträchtliche Mitschuld an der "tiefen Spaltung" habe, die sich seit 2015 durchs Land ziehe. All die Dysfunktionen der Medien hätten "diesen polarisierenden und desintegrativen Prozess massiv gefördert".
...
Denn bestimmte Standpunkte seien nicht bloß ignoriert, sondern auch diffamiert worden. Die Berichterstattung über die AfD etwa, meint Haller, neige zu Ausgrenzung und Stigmatisierung. "Dies gilt im Übrigen auch sehr deutlich für die Bildersprache, die wir ebenfalls untersucht, aber nicht in den Bericht aufgenommen haben."
...
Insofern repräsentierten FAZ, SZ und Welt ebenden "geschlossenen Kommunikationsraum, den viele Ausgegrenzte in ihren Kommentaren mit 'Mainstream' und 'Systempresse' etikettierten". Die Studie liest sich bisweilen so, als hätten die Wissenschaftler dem Wunsch hinterhergeforscht, die Branche am Kragen zu packen und einmal kräftig durchzuschütteln. So heißt es an einer Stelle, die "gravierenden Dysfunktionen" hätten sich "schon so tief eingefressen, dass sie von Journalisten oder einzelnen Redaktionen vermutlich für normal gehalten, das heißt gar nicht als solche wahrgenommen oder gar problematisiert werden". Dies ist – in der Tat – nur eine Vermutung.

Zitat aus: Eine Studie beleuchtet die Rolle der Medien in der Flüchtlingskrise. Ihr Ergebnis: Zeitungen waren eher Volkserzieher als kritische Beobachter. Stimmt das?

Dass die einzelnen Akteure der Medienlandschaft selbst nicht unbedingt bemerken, dass sie unter einer Glocke denken und schreiben, habe ich in Sarotti-Mohr bis Nafri gezeigt.

Der Tweet von Ex ZDF-Moderator Wolfgang Herles spricht noch eine andere Sprache:
Wolfgang #Herles, früher bei #ZDF, #Tagesschau und #Tagesthemen: Es gibt dort "Anweisungen von oben"https://t.co/M6EYpKK86i
— News + Infos aktuell (@MorgenNews) December 4, 2016

Herles schreibt heute bei Tichys Einblick -> Empfehlungen (zum Lesen einmal Tichys Einblick kaufen und "ich unterstütze bereits" anklicken.)

#3 RE: Die heimliche Regierung von W.L. 29.05.2018 22:46



Aufgrund dieser "Vielfalt" habe ich Empfehlungen verlinkt: page-761395-1.html

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Es wird Zeit, sich vom Mediendiktat zu verabschieden.

#4 RE: Die heimliche Regierung von W.L. 30.05.2018 17:23

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