#1 Jerusalem Gründungsmythos dreier Religionen von W.L. 12.12.2017 11:53

Die erste und älteste Hauptstadt Israels war Jerusalem

Davids Sohn Salomo (um 969–930) erbaute laut 1 Kön 8 EU einen Palast und den ersten Tempel für JHWH, den David geplant hatte. Als Tempelstadt wurde Jerusalem das Zentrum des Judentums in und außerhalb Israels. Nach Salomos Tod 926 v. Chr. und der Spaltung des Königreichs in die Staaten Juda (Süden) und Israel (Norden) wurde Jerusalem die Hauptstadt des Südreiches Juda.
Jerusalem/Zeit des ersten Tempels

Später wurden die Juden durch die Perser vertrieben, später durch die Römer unterjocht und der Tempel zerstört und geplündert.
Mithilfe der Sassaniden eroberten die Juden Jerusalem in den Jahren Jahr 614–629 zurück.

Die Muslime machten ihren Anspruch auf Jerusalem geltend, da Mohammed auf dem Tempelberg in den Himmel aufgefahren sein soll.

Es folgte die Eroberung durch die Araber 637 und eine lange wechselvolle, teils friedliche, teils von Belagerungen, Kriegen und wechselnden Besitzansprüchen gezeichnete Periode arabischer Herrscher.

Mit den Kreuzzügen machten die Christen 1099 ihren Anspruch geltend, denn in Jerusalem wurde Jesus gekreuzigt.

Insofern stellten die Engländer den ältesten Anspruch der Juden auf Jerusalem als ihre Hauptstatt, nach dem Holocaust wieder her.

Am 4. Januar 1950 erklärte Israel Jerusalem zu seiner Hauptstadt.

Eine schöner und knapper Geschichtsabriss zu Jerusalem von Daniel Pipes

"Im Vertragswerk von Camp David wurde Jerusalem ausgeklammert. In den beigefügten Briefen an den Gastgeber von Camp David, den Präsidenten der USA, Jimmy Carter, erklärte Menachem Begin für Israel, dass Jerusalem die unteilbare Hauptstadt Israels sei. Sadat erklärte, dass das „arabische Jerusalem ein integraler Teil des Westjordanlands“ sei und „unter arabischer Souveränität stehen“ solle. Er sprach sich jedoch gleichzeitig dafür aus, bestimmte Funktionen der Stadt einem gemeinsamen Rat zu überantworten. In diesem Sinne solle die Stadt ungeteilt sein, schrieb Sadat."
Jerusalemgesetz und Camp David

Gemäß dem UN - Teilungsplan sollte Jerusalem von einer neutralen Behörde verwaltet werden um so den gleichberechtigten Zugang zu den heiligen Stätten der drei Weltreligionen zu sichern. "Am 29. November 1947 nahmen mehr als zwei Drittel der UN-Vollversammlung mit der Resolution 181 diesen Plan an. Es folgten die Resolutionen 194 vom 11. Dezember 1948 und 303 vom 9. Dezember 1949. Der Teilungsplan wurde jedoch nie umgesetzt: Die arabischen Staaten betrachteten ihn als unzumutbaren Verzicht auf einen Teil des „Dar al Islam“. Bis 1952 versuchten die Vereinten Nationen mehrmals ergebnislos, den Status Jerusalems zu klären."
UN - Teilungsplan

Die UN scheiterte schon damals am Veto der Muslime. Der Verzicht auf Jordaniens Souveränität über das Westjordanland rief die PLO ins Leben. Dennoch stellte Israel den Tempelberg später unter muslimische Verwaltung, (siehe unten Waqf) sodass alle Religionen freien Zugang zu ihren religiösen Stätten haben sollten.

"1988 gab Jordanien seinen Anspruch auf Souveränität über das Westjordanland und damit auch auf Ostjerusalem auf. Im selben Jahr rief die PLO den Staat Palästina aus und erklärte Jerusalem zu seiner Hauptstadt, was zu diesem Zeitpunkt – obwohl diese Unabhängigkeitserklärung von vielen arabischen Staaten anerkannt wurde – reine Fiktion war. Völkerrechtlich müssen neben der Ausrufung eines Staates vier Voraussetzungen erfüllt sein, um einen Staat entstehen zu lassen: Es muss ein Staatsgebiet sowie ein Staatsvolk geben, über die es eine effektive Regierung und Kontrolle gibt. Außerdem muss der neue Staat die Fähigkeit besitzen, internationale Beziehungen einzugehen. Die PLO war zu diesem Zeitpunkt weit davon entfernt, effektive Kontrolle über irgendeinen Teil der umstrittenen Gebiete auszuüben."
Erklärung zur Hauptstadt Palästinas

"Oslo-Prozess
In der Prinzipienerklärung über die vorübergehende Selbstverwaltung, die Israel und die PLO am 13. September 1993 unterzeichneten, wird die palästinensische Selbstverwaltung, wie sie in zwei Formen für das Westjordanland festgeschrieben wurde (Gebiete A und Gebiete B), für keinen Teil Jerusalems bestimmt. Der Endstatus der Stadt soll im Zuge des Oslo-Friedensprozesses in einem endgültigen Vertrag bestimmt werden. Die Declaration of Principles erlaubt es den palästinensischen Bürgern Jerusalems, nach einem Abkommen zwischen den beiden Seiten an den Wahlen zur Palästinensischen Autonomiebehörde teilzunehmen.
Tempelberg

Der Tempelberg ist heute dem islamischen Waqf unterstellt, Ausgrabungen sind dort nicht möglich. Der Waqf erstellte in den vergangenen Jahren eine neue Moschee in den sogenannten Ställen Salomos, was wegen der möglichen unbemerkten Zerstörung von Resten der beiden jüdischen Tempel auf israelische Ablehnung stieß. Allerdings dürfte bereits der Bau des herodianischen Tempels zu einer weitgehenden Beseitigung früherer Spuren geführt haben. Ebenso dürften dessen nochmalige Zerstörung, die Errichtung eines römischen Heiligtums und schließlich die islamischen Bauarbeiten wenig Überreste früherer Zeiten übrig gelassen haben."

Oslo-Prozess

Theoretisch könnte auch der Papst und die gesamte Christenheit Ansprüche auf Jerusalem hegen. Israel behinderte jedoch bisher keinen einzigen christlichen Pilger, die Stadt des Herrn zu besuchen, Gottesdienste abzuhalten oder durch die Via Dolorosa, dem Kreuzweg Christi zu pilgern. Insofern wäre ein solcher Anspruch lediglich ein Anachronismus. Theoretisch könnten die Palestinenser eine andere Hauptstadt wählen, denn der Tempelberg ist bereits unter arabischer Verwaltung und somit wäre der religiöse Anspruch der Muslime gewährleistet.

Nun hat sich der Papst bereits geäußert "Er rief dazu auf, "dass jeder den Status quo der Stadt respektiert", den Jerusalem gemäß UN-Resolutionen habe". Diese ist aber am Veto der Muslime gescheitert (siehe oben). Wenn der Papst diese Resolution anerkennt, dann spricht er sich damit gegen das Veto der Muslime aus. Auch dies ist eine Provokation für die muslimische Welt.

Es existiert kein irgendwie beschlossener Status quo für Jerusalem, weil die muslimischen Vertreter bisher alle Versuche in dieser Richtung weiter zu kommen vereitelt haben.

Die Uma, die Vereinigung der Muslime der Welt ist global empört. Von Berlin bis Kopenhagen, vom nahen Osten bis zu den Philipinen demonstrieren Muslime gegen Trump und bekunden ihren islamisch-politischen Anspruch auf Jerusalem als Hauptstadt aller Muslime der Welt und damit ihre rückschrittliche Haltung gegenüber der modernen Welt des 21. Jahrhunderts. Der Islam war und ist politisch. Er stellt daher eine Gefahr für den Weltfrieden dar. Das beweisen die jüngsten Entwicklungen und das ist es, was Donald Trump mit der Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstatt gezeigt hat: -> Globale Problemfelder

Im Übrigen:Von Gunter Weißgerber. "US-Präsident Donald Trump hat nur den falschen Namen. Würde er Obama heißen, wäre alles in Butter. „Jerusalem wird Israels Hauptstadt sein“ sagte Barack Obama auf einer Pressekonferenz in der Nähe der Gaza-Grenze am 23. Juli 2008. Die selektive Wahrnehmung und Gedächtnisschwäche in der Berichterstattung besonders der deutschen Medien ist beeindruckend. "
Achgut vom 09.12.2017

Siehe auch:
Brief aus Jerusalem
Jerusalem: Wer möchte mit Fakten verwirrt werden?

Die Muslime sind die zahlreichste Spezies von rückständigen Vertretern einer wörtlichen Auslegung ihrer Religion. Wer sich inhaltlich gegen den Koran wendet, ihn in Teilen kritisiert, oder auch nur das Buch beschädigt wird mit dem Tode bestraft. Ebenso wer den Propheten beleidigt oder lächerlich macht. Alle Islamkritiker Deutschlands stehen unter Polizeischutz, weil sie ernsthaft mit dem Tode bedroht werden. Dazu zählen z.B. Sabatina James, Nekla Kelek, Hamed Abdel-Samad, usw. Es ist zu bezweifeln, ob die internationale wie auch die deutsche Beschwichtigungspolitik auf Dauer den Frieden wahren wird. Juden zu antisemitischen Protesten "Jegliche Grenze des Akzeptablen ist überschritten". Juden müssen heute in Deutschland wieder Angst haben, wenn sie bestimmte muslimisch dominierte Stadtteile, z.B. in Berlin betreten.

Wie gefährlich die Situation in Deutschland schon heute ist, das zeigt dieses Video, das von der Bild ins Netz gestellt wurde: "Wenn ich einen Israeli oder Amerikaner sehe, ist er tot", 13.12.2017

Meine Einschätzung teilt Clemens Wergin, in einem Artikel der Welt vom 11.12.2017

Man muss sich schämen, wenn auf den Straßen deutscher Städte so offen Judenhass zur Schau gestellt wird.“ - zu den antiisraelischen Aktionen am Wochenende: pic.twitter.com/qx0DNvtSSH
— Steffen Seibert (@RegSprecher) 11. Dezember 2017


Die Untätigkeit der Polizei kann nur einen Grund haben. Man fürchtet bereits jetzt, dass der innere Frieden des Landes beschädigt wird, wenn man entschieden gegen die antisemitischen Ausschreitungen vorgehen würde. Unser Staat steht schon heute im Würgegriff der muslimischen Welt.

Dennoch ist es natürlich sehr interessant, wie Jerusalem seit nun zweieinhalbtausend Jahren Dreh und Angelpunkt der religiösen Welt geblieben ist. Die Situation des Weltfriedens fokussiert sich in dieser Stadt. Jerusalem ist das religiöse Herz der Welt. Es kommt nicht zur Ruhe und so auch nicht die Welt. An Jerusalem kann man ablesen was das Problem unserer Zeit ist.

#2 RE: Jerusalem Gründungsmythos dreier Religionen von W.L. 13.12.2017 21:01

Jerusalem als Metapher

Beide Religionen, das Judentum und das Christentum bergen Hinweise auf eine metaphorische Deutung ihrer Heiligtümer.

Der Tempel Salomo wurde in Jerusalem errichtet und bildet einen der Gründungsmythen des Judentums. Die Juden waren nach dem Auszug aus Ägypten ohne einen Tempel und baren ihre Heiligtümer, darunter die legendäre Bundeslade daher in einem Zelt. Der Tempel Salomo war der erste fest gebaute Tempel. Er wurde auf dem nach ihm benannten Tempelberg in Jerusalem errichtet. Erbauer war der legendäre Hiram.

Die Freimaurer
Die Hieramslegende stellt den Gründungsmythos der Freimaurer dar, ist jedoch nur außerbiblisch überliefert.

Der biblische Bericht:
1 Könige 6.
1. Im vierhundertundachtzigsten Jahr nach dem Ausgang der Kinder Israel aus Ägyptenland, im vierten Jahr des Königreichs Salomo über Israel, im Monden Sif, das ist der andere Mond, ward das Haus dem HErrn gebauet.
...
7. Und als das Haus gebaut wurde, waren die Steine bereits ganz zugerichtet, sodass weder Hammer noch Beil noch irgendein eisernes Werkzeug beim Bau des Hauses zu hören war.


Der Tempel wurde also ohne eiserne Werkzeuge gebaut. Keine Nägel, keine Beile, um Balken zu behauen?
Einigermaßen unglaubwürdig und meines Erachtens ein deutlicher Hinweis auf den Tempelbau als Allegorie, zumal die vor dem Tempel postierten Säulen Jachin und Boas in die Legenden und Symbolwelt der folgenden Jahrhunderte eingingen. Sowohl bei den Freimauern als auch in der großen Arkana des Tarot spielen diese Säulen eine zentrale Rolle -> Tarotkate Nr. 2, die Hohepriesterin

Der salomonische Tempel bildet die Vorlage eine ganzen Reihe legendärer Bauten des Mittelalters, so etwa die Rosslyn-Chapel

Die Bundeslade stand im Allerheiligsten des Tempels.
Der salomonische Tempel, sollte er je existiert haben - es gibt keinen archäologischen Beweis für seine Existenz - wurde zerstört und von Herodes wieder errichtet. Dieser wurde abermals von den Römern zerstört und geplündert. Auf diese Weise soll die Bundeslade in römischen Besitz gekommen sein. Eine andere Legende besagt, die Templer hätten ihn geborgen und nach Europa gebracht.

Die christliche Überlieferung
Sieht man sich die christliche Überlieferung an, so muss man nicht nur sehen, dass Jesus in Jerusalem verurteilt, unter Pontius Pilatus gelitten, gekreuzigt und nach drei Tagen auferstanden ist, was noch heute im Glaubensbekenntnis der Katholiken rezitiert wird. Jesu Einzug in Jerusalem wird noch heute am Palmsonntag gefeiert. Jerusalem ist in der Offenbarung des Johannes zum himmlischen Jerusalem verklärt worden. Eine Stadt aus Kristall, die keiner Sonne bedarf und somit dem demantenen Erleuchtungskörper der Buddhisten gleichkommt.

Die islamische Überlieferung besagt, dass der Prophet auf dem Tempelberg in den Himmel geritten sei. An dieser Stelle wurde später die Steinmoschee errichtet, welche Vorbild für das rätselhafte Castel del Monte war, erbaut durch Friedrich II. Der Stauferkönig holte sich viele islamische Gelehrte an seinen Hof, weshalb es ihm als einzigen Kreuzfahrer gelang Jerusalem ohne Blutvergießen zu besetzen.

Ich habe zu diesem Thema eine neunteilige Kornkreisanalyse veröffentlicht, in deren Verlauf ich beide Bauwerke beleuchte und nachgewiesen habe, dass beide Bauwerke aufeinander bezogen sind:
3.9.2013 – Kornkreis Bosschenhoofd (1/9)
3.9.2013 – Kornkreis Bosschenhoofd (2/9)
3.9.2013 – Kornkreis Bosschenhoofd (3/9)
3.9.2013 – Kornkreis Bosschenhoofd (4/9)
3.9.2013 – Kornkreis Bosschenhoofd (5/9)
3.9.2013 – Kornkreis Bosschenhoofd (6/9)
3.9.2013 – Kornkreis Bosschenhoofd (7/9)
3.9.2013 – Kornkreis Bosschenhoofd (8/9)
3.9.2013 – Kornkreis Bosschenhoofd (9/9)

Jerusalem, Herz der Welt
Jerusalem in das kollektive Unbewusste der Menschheit eingegangen. Jerusalem ist Ausgangspunkt und Gründungsmythos der drei großen Weltreligionen. Es ist Quell zahlreicher Mythen und Legenden, die bis heute nachwirken. Dies gibt Anlass zu glauben, dass in Jerusalem die Tiefen des kollektiven Unbewussten der Menschheit zutage treten. Die Auseinandersetzung zwischen Judentum und Islam ist daher eines der großen Problemfelder des 20. und 21. Jahrhunderts. In Jerusalem tritt dieser Konflikt offen zutage.

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