#1 "Mufti von Jerusalem" Amin al-Husseini und die Nationalsozialisten von W.L. 08.04.2018 20:04



Wikipedia/Probleme der Bewertung ...
Festzustehen scheint, dass al-Husseini unter allen Umständen vermeiden wollte, dass weitere Juden nach Palästina auswandern. Er trieb dazu an, Juden zu vernichten. In wieweit er führende Nazis beeinflusste lässt sich schwer beurteilen. Der diesbezügliche Artikel der FAZ Wer war der Mufti, der die Nazis unterstützte?, vom 22. Oktober 2015 ist irrelevant. Man kann auch durch Themaverfehlung von den entscheidenden Fragen ablenken.

Von Bedeutung ist die Frage, warum der Mufti von den Alliierten nie gefasst wurde. Er konnte in der Folge seine Umtriebe in Palästina weiter vorantreiben. Das dürfte die Nachkriegssituation im Nahen Osten erschwert, wenn nicht entscheidend beeinflusst haben:
"Die Bestrebungen des Großmufti im Sinne des Nationalsozialismus in jenen Jahren lassen sich in einer kurzen Formel zusammenfassen:

„Infiltration der Muslimbrüder mit nationalsozialistischem Gedankengut und Kooperation mit ihren Kämpfern beim Verhindern eines Judenstaates, Aufwiegelung der arabischen Bevölkerung im britischen Mandatsgebiet und Anstachelung zum arabischen Angriff auf Israel im Jahr 1948 waren Werk des Großmuftis von Jerusalem und seiner muslimischen Nationalsozialisten.“

Am 22. September 1948 rief al-Husseini im Gazastreifen eine „arabische Regierung für ganz Palästina“ aus, am 1. Oktober einen unabhängigen Staat mit Jerusalem als Hauptstadt. Dieser Staat wurde anerkannt von Ägypten, Syrien, dem Libanon, dem Irak, Saudi-Arabien und dem Jemen, aber nicht von Jordanien und von keinem nichtarabischen Land. Seine Regierung hing völlig von Ägypten ab. Als der jordanische König Abdallah ibn Husain I. 1951 den Posten des Großmufti von Jerusalem an einen anderen vergab, organisierte al-Husseini dessen Ermordung in Jerusalem. 1959 löste Ägypten die „Arabische Regierung für ganz Palästina“ auf."

Wikipedia/Nachkriegszeit

#2 RE: "Mufti von Jerusalem" Amin al-Husseini und die Nationalsozialisten von W.L. 14.05.2018 17:38

Wer verursachte den Konflikt um den Staat Israel

Es scheint einen Disput zwischen Historikern darüber zu geben, von wem die seit Jahrhunderten friedlich zusammenlebenden Juden und Araber in Palästina in Auseinandersetzungen gehetzt wurden. Gerade die aktuelle Situation zeigt, dass es notwendig ist, den Konflikt um Palästina und den Staat Israel einmal gründlicher, d.h. von der Wurzel her zu betrachten.
Es gibt mehrere Einflussgrößen:

Die politischen Rahmenbedingungen
1. Die Vertreibung der Juden durch die römischen Besatzer in der Antike und damit die Flucht der Juden nach Europa.
2. Die Verfolgung der Juden in ganz Europa während des Mittelalters bis in die Neuzeit.
3. Die Besetzung Palästinas durch Engländer und Franzosen, die einer jüdischen Besiedelung positiv gegenüberstanden und Palästina gleichzeitig den Arabern versprochen hatten.
4. Der Zerfall des Osmanischen Reichs und die Bestrebungen einer Neuauflage mit Hilfe der Engländer.
5. Der Zweite Weltkrieg und die Vertreibung der Juden aus Deutschland.

Der Antisemitismus in Nordafrika führte ebenfalls zu einer Einwanderung nach Israel
"Nach der Entkolonialisierung begann, auch wegen der zunehmenden antisemitischen Haltung der muslimischen Bevölkerung, die Auswanderung: Viele sephardische Juden verließen Nordafrika in Richtung Israel oder in Richtung des französischen Mutterlandes. So besteht die große jüdische Gemeinde von Paris (ca. 200.000 Mitglieder) heute zum größten Teil aus Juden aus Nordafrika."
wikipedia/Sephardim 20. Jahrhundert

Wie man leicht sehen kann, gibt es nicht den einen Schuldigen. Immer mal wieder, vor allem von Linken, wird behauptet, die Militanz der Kibbuzgründungen habe die arabisch angestammte Bevölkerung aufgebracht. Das könnte erstens lediglich eine Einflussgröße sein, und zweitens stammten die ersten Kibbuznik aus Russland, aus dem Stammland der Kommunisten. Die Kibbuzim waren seit eh und je ein Hort kommunistischen Lebens. Somit könnte man behaupten der Kommunismus habe ebenfalls ursächlich Anteil am Nahostkonflikt.

Lokale Einflussgrößen
6. Die Siedlungen der Kibbuzim
Als erster Kibbuz wurde Degania am 28. Oktober 1910[5] von einer zionistischen Gruppe aus Weißrussland gegründet. Degania A, der Stammsitz, liegt am Südende des Sees Genezareth, bald darauf folgten weitere Kibbuzim (vgl. Tabelle unten). Der Begriff wurde von Jehuda Ja'ari geprägt, einem aus Tarnobrzeg in Galizien stammenden jüdischen Dichter.
Die Kibbuzim spielten eine entscheidende Rolle bei der jüdischen Besiedlung Israels. Ein Vorteil der Kibbuzim bestand vor allem in der Anfangszeit darin, dass (Wehr-) Siedlungen in bisher kaum erschlossenen Gegenden leichter gegründet werden konnten (unter Umständen auch gegen den Willen von in umliegenden Dörfern wohnenden Arabern), als in dichter besiedelten Landesteilen. Das Land, auf dem die Kibbuzim gegründet wurden, befand sich im Regelfall im Besitz des Jüdischen Nationalfonds.

wikipedia/Kibbuz/Geschichtliche Entwicklung des Kibbuz
Seit 1910 folgten viele Kibbuz-Gründungen

7. Religiöse Spannungen zwischen arabischen und jüdischen Nationalisten.
Nach der Teilung Palästinas durch die Vereinten Nationen am 29. November 1947 (UN-Teilungsplan für Palästina), brachen Unruhen aus.

Bis zum heutigen Tag konnte das Land nicht befriedet werden (Liste der Arabisch-Israelischen Kriege)

Al-Husseini als Großmufti von Jerusalem spielte dabei eine bedeutende Rolle

Die Aktivität al-Husseinis als Großmufti von Jerusalem

Von den rund 20.000 Einwohnern, die 1929 in Hebron lebten, gehörten etwa 800 einer jüdischen Minderheit an. Diese bestand vor allem aus sephardischen Juden, die in Hebron schon seit Jahrhunderten friedlich mit ihren arabischen Nachbarn zusammenlebten. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs auch der Anteil europäischer Juden in Hebron, was besonders nach Beginn der britischen Mandatszeit und der zunehmenden Spannungen zwischen Zionisten und arabischen Nationalisten für Konflikte sorgte. Diese äußerten sich in vereinzelten Angriffen vor allem jugendlicher Araber auf jüdische Geschäfte, Störungen jüdischer Gebetsveranstaltungen in der Machpela-Höhle und anderen Pöbeleien. Hebron galt jedoch als vergleichsweise ruhig und unproblematisch, was ein Grund dafür war, dass die Hebroner Juden im Gegensatz zu Juden in anderen Städten Palästinas keine Maßnahmen zur Selbstverteidigung vorbereitet hatten.

In Jerusalem eskalierte im August 1929 ein Streit um die Nutzung der Klagemauer. Dies hatte vor allem politische Gründe. Die beiden verfeindeten Nationalbewegungen der Juden und Araber hatten die Klagemauer gleichermaßen zum Prestigeobjekt erklärt und hielten dort Kundgebungen und Demonstrationen ab, die wiederum Gegendemonstrationen hervorriefen und zu blutigen Zusammenstößen führten. Am 23. August reisten Tausende bewaffneter arabischer Bauern vermutlich auf Initiative des Großmuftis und palästinensischen Nationalisten Mohammed Amin al-Husseini aus dem Jerusalemer Umland in die Stadt, um an einer Veranstaltung auf dem Tempelberg teilzunehmen. Nachdem nationalistische Redner die Menge aufgeheizt hatten, begannen schwere Krawalle und willkürliche Übergriffe auf jüdische Passanten. Jüdische Nationalisten antworteten mit nicht minder willkürlichen Racheakten. Beide Seiten setzten dabei auch Schusswaffen ein. Die britische Polizei hatte die Lage unterschätzt und zu spät Verstärkung angefordert, weshalb die Unruhen in der Stadt vorübergehend außer Kontrolle gerieten

Das Massaker von Hebron war die Ermordung von 67 Juden durch Teile der arabischen Bevölkerung Hebrons. Dem vorausgegangen waren Unruhen zwischen den verfeindeten jüdischen und arabischen Nationalbewegungen in Palästina während der britischen Mandatszeit. Das Massaker ereignete sich am 23. und 24. August 1929 und führte zur vollständigen Vertreibung der Juden aus Hebron.

wikipedia/Massaker von Hebron (1929)

#3 RE: "Mufti von Jerusalem" Amin al-Husseini und die Nationalsozialisten von W.L. 15.05.2018 22:29

Das Beispiel Hebron und die Legende vom toleranten Islam

Dass die Juden während der arabischen Herrschaft in Palästina ein freies und friedliches Dasein führten, ist eine Legende, die besonders heute oft und gerne wiederholt wird.

Hebron liegt ca. 45 Km südlich von Jerusalem und ist seit 1997 eine geteilte Stadt (Das Hebron-Protokoll). "Archäologische Funde deuten darauf hin, dass Hebron im 3. Jahrtausend v. Chr. gegründet wurde." (wikipedia/Hebron/Antike)

"Seit der Vertreibung der Juden aus Spanien 1492 gab es in Hebron auch wieder eine starke jüdische Gemeinde mit Hunderten von Mitgliedern. Die Mamluken regierten die Stadt, bis sie 1516 unter die Herrschaft des Osmanischen Reiches fiel. Am Sukkot des Jahres 1517 führte der Stellvertreter des osmanischen Sultans und Herrscher von Jerusalem, Murat Bey ein Massaker an den Juden von Hebron durch und plünderte sie aus. Nur wenigen gelang die Flucht nach Beirut."
wikipedia/Hebron/Mittelalter und Neuzeit

Die Wurzel der heutigen Feindschaft zwischen Juden und Muslimen liegt in nationalistischen Bewegungen des frühen Zwanzigsten Jahrhunderts.

"Im Geiste dieser rabiat antisemitischen Position wurden im Frühjahr 1920 und 1921 die alten jüdischen Viertel von Jerusalem und Jaffa unter Führung des späteren Mufti von Jerusalem, Amin al-Husseini, demoliert und 48 Juden getötet."
Früchte des Wahns Die Israelfeindschaft der arabisch-islamischen Welt gilt vielen als triftig. Was aber hat der Judenhass wirklich mit der Politik Israels zu tun?

"Das Massaker von Hebron war die Ermordung von 67 Juden durch Teile der arabischen Bevölkerung Hebrons. Dem vorausgegangen waren Unruhen zwischen den verfeindeten jüdischen und arabischen Nationalbewegungen in Palästina während der britischen Mandatszeit. Das Massaker ereignete sich am 23. und 24. August 1929 und führte zur vollständigen Vertreibung der Juden aus Hebron.
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Von den rund 20.000 Einwohnern, die 1929 in Hebron lebten, gehörten etwa 800 einer jüdischen Minderheit an. Diese bestand vor allem aus sephardischen Juden, die in Hebron schon seit Jahrhunderten friedlich mit ihren arabischen Nachbarn zusammenlebten. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs auch der Anteil europäischer Juden in Hebron, was besonders nach Beginn der britischen Mandatszeit und der zunehmenden Spannungen zwischen Zionisten und arabischen Nationalisten für Konflikte sorgte. Diese äußerten sich in vereinzelten Angriffen vor allem jugendlicher Araber auf jüdische Geschäfte, Störungen jüdischer Gebetsveranstaltungen in der Machpela-Höhle und anderen Pöbeleien. Hebron galt jedoch als vergleichsweise ruhig und unproblematisch, was ein Grund dafür war, dass die Hebroner Juden im Gegensatz zu Juden in anderen Städten Palästinas keine Maßnahmen zur Selbstverteidigung vorbereitet hatten.
...
Auslöser
In Jerusalem eskalierte im August 1929 ein Streit um die Nutzung der Klagemauer. Dies hatte vor allem politische Gründe. Die beiden verfeindeten Nationalbewegungen der Juden und Araber hatten die Klagemauer gleichermaßen zum Prestigeobjekt erklärt und hielten dort Kundgebungen und Demonstrationen ab, die wiederum Gegendemonstrationen hervorriefen und zu blutigen Zusammenstößen führten. Am 23. August reisten Tausende bewaffneter arabischer Bauern vermutlich auf Initiative des Großmuftis und palästinensischen Nationalisten Mohammed Amin al-Husseini aus dem Jerusalemer Umland in die Stadt, um an einer Veranstaltung auf dem Tempelberg teilzunehmen. Nachdem nationalistische Redner die Menge aufgeheizt hatten, begannen schwere Krawalle und willkürliche Übergriffe auf jüdische Passanten. Jüdische Nationalisten antworteten mit nicht minder willkürlichen Racheakten. Beide Seiten setzten dabei auch Schusswaffen ein. Die britische Polizei hatte die Lage unterschätzt und zu spät Verstärkung angefordert, weshalb die Unruhen in der Stadt vorübergehend außer Kontrolle gerieten."

wikipedia/Massaker von Hebron (1929)

Diese Unruhen breiteten sich durch Hetze und Legendenbildung über ganz Palästina aus. Al-Husseini ist abermals mutmaßlich Initiator. Juden mussten Hab und Gut zurücklassen und aus Hebron fliehen. Da die Engländer erneut Unruhen befürchteten, wurden die Juden weder entschädigt noch durften sie zurückkehren.

"Das Gericht kam seinem Wunsch nach und verzichtete sowohl bei der Beurteilung der Jerusalemer Unruhen als auch bei der Beurteilung der Massaker von Hebron und Safed auf konkrete Schuldzuweisungen. Dabei war aus den Aussagen von Cafferata und anderen beteiligten Polizisten klar hervorgegangen, dass arabische Führer in Hebron gezielt Gerüchte verbreiteten und nationalistische Reden hielten, um die Stimmung aufzuheizen und die Menge gegen Juden aufzubringen. Auch sagte Cafferata aus, einige lokale Clanführer aus dem Hebroner Umland hätten berichtet, Mohammed Amin al-Husseini habe von ihnen unter Strafandrohung verlangt, ihre Dorfangehörigen zu bewaffnen und sich an den Unruhen zu beteiligen."
wikipedia/Massaker von Hebron (1929)/Folgen_und_Urteile

Das Massaker von Hebron war der Sündenfall Palästinas.
Bilder zum Massaker von Hebron.

Als Dokumentation getarnte Hetze gegen Israel
Die aktuellen Dokumentationen erwähnen weder die Rolle Amin al-Husseinis, noch das Massaker von Hebron. Die Juden werden als allein Schuldige, die Palästinenser als Opfer dargestellt.

Extremstes Beispiel ist die jüngste Doku in ZDFInfo: Jerusalem - ewiger Kampf um die Heilige Stadt

Da Israel heute ein Rechtsstaat ist, dürfte die in der Dokumentation aufgestellte Behauptung, Juden würden Araber aus Jerusalem willkürlich enteignen und vertreiben, eine wüste Hetzkampagne sein. Dass die Israelische Regierung Sperranlagen im Westjordanland errichtete, hat seine Ursache in den permanenten Terroranschlägen militanter Palästinenser. Diese Tatsache wird in der o.a. Doku ebenfalls unterschlagen. Es würde den Tenor der Doku, die Israeli als Aggressoren zu zeichnen, erheblich stören.

Die Frage ist, wem nützt diese Dämonisierung Israels? Etwa den muslimischen Verbänden in Deutschland?

Dass es auch anders geht, das zeigt diese Doku in Phönix aus dem Jahr 2012

#4 RE: "Mufti von Jerusalem" Amin al-Husseini und die Nationalsozialisten von W.L. 16.05.2018 23:00

Eine hervorragende Doku. Die ganze Geschichte der Besiedelung Palästinas, der Gründung des Staates Israel, bis in unsere Zeit: Israel - Geschichte einer Staatsgründung, 16.05.2018 | 88 Min.

Die Einflussnahme des Großmufti von Jerusalem auf den Palästinakonflikt, von Matthias Küntzel.
Von Zeesen bis Beirut
Nationalsozialismus und Antisemitismus in der arabischen Welt

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