#1 Der Nahostkonflikt von W.L. 14.05.2018 18:58

Die Geschichte
Nahostkonflikt/Vorgeschichte (bis 1919)

"Mufti von Jerusalem" Amin al-Husseini und die Nationalsozialisten

Hetze gegen Israel: "Mufti von Jerusalem" Amin al-Husseini und die Nationalsozialisten

Die Vorgeschichte zur Verlegung der Botschaft nach Jerusalem, die nun heftige Reaktionen auslöste:
Gemäß dem UN - Teilungsplan sollte Jerusalem von einer neutralen Behörde verwaltet werden um so den gleichberechtigten Zugang zu den heiligen Stätten der drei Weltreligionen zu sichern. "Am 29. November 1947 nahmen mehr als zwei Drittel der UN-Vollversammlung mit der Resolution 181 diesen Plan an. Es folgten die Resolutionen 194 vom 11. Dezember 1948 und 303 vom 9. Dezember 1949. Der Teilungsplan wurde jedoch nie umgesetzt: Die arabischen Staaten betrachteten ihn als unzumutbaren Verzicht auf einen Teil des „Dar al Islam“. Bis 1952 versuchten die Vereinten Nationen mehrmals ergebnislos, den Status Jerusalems zu klären."
UN - Teilungsplan
Die UN scheiterte schon damals am Veto der Muslime. Der Verzicht auf Jordaniens Souveränität über das Westjordanland rief die PLO ins Leben. Dennoch stellte Israel den Tempelberg später unter muslimische Verwaltung, (siehe unten Waqf) sodass alle Religionen freien Zugang zu ihren religiösen Stätten haben sollten.

Jerusalem Gründungsmythos dreier Religionen

Die Jüdische Allgemeine
"An der Grenze zum Gazastreifen eskalierte am Montag die Gewalt. Dutzende von Palästinensern sind bei Auseinandersetzungen mit der israelischen Armee getötet worden. 40.000 protestierten auf Geheiß der Hamas am Grenzzaun, warfen Steine und Molotowcocktails. Viele versuchten, den Zaun zu durchbrechen. Die Zahl der Toten steigt immer weiter. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza waren es um 17 Uhr Ortszeit bereits 43 und mehr als 2000 Verletzte, viele von ihnen angeblich durch scharfe Munition des israelischen Militärs getroffen.
...
Die Hamas schickte nach Angaben einiger von Israel festgenommener Demonstranten Teenager und sogar Kinder an den Grenzzaun, um, wie die Armee es beschrieb, »gewalttätige Akte auszuführen und die Sicherheitsinfrastruktur zu beschädigen«. Israel hatte die Bewohner von Gaza zuvor per Flugblättern gewarnt, nicht an den Zaun zu kommen und »keine Marionetten der Hamas« zu sein.

EUROPÄISCHE UNION Amnesty International schrieb auf Twitter, dass die hohe Zahl der Toten »eine grässliche Menschenrechtsverletzung« sei. »Das muss sofort aufhören.« Auch Ägypten verurteilte Israel. Ebenso rief die Außenministerin der Europäischen Union, Federica Mogherini, Jerusalem zu Zurückhaltung auf: »Israel muss das Recht auf friedliche Proteste respektieren und das Prinzip der Proportionalität beim Einsatz von Waffengewalt anwenden. Die Hamas und Anführer der Proteste in Gaza müssen versichern, dass sie ausschließlich gewaltfrei sind und nicht für andere Zwecke missbraucht werden.«

Die israelische Luftwaffe flog zudem Angriffe auf die Hamas-Infrastruktur im Streifen, bestätigte die Armee. Am Dienstag begehen die Palästinenser den sogenannten Nakba-Tag, der an ihre Vertreibung während des Unabhängigkeitstages erinnert. Die Hamas hat gedroht, die gewalttätigen Proteste noch zu verstärken."

Eskalation der Gewalt
Dutzende Tote bei Auseinandersetzungen mit der israelischen Armee – EU-Außenministerin Mogherini ruft Jerusalem zu Zurückhaltung auf, Jüdische Algemeine vom 14.05.2018


Das Iran-Abkommen aus der Sicht der Jüdischen Rundschau

Iran-Abkommen
2015 unterzeichnete man einen Vertrag, zuweilen als historisches Abkommen bezeichnet, mit welchem der Iran auf die Entwicklung von Kernwaffen verzichtet. Im Gegenzug hat man die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen vereinbart. Aufschwung gegen Frieden, erreicht durch Dialog!

Die Realität sieht knapp drei Jahre später anders aus. Die Wirtschaftskrise im Iran hält an. Es fehlt der Bevölkerung an Arbeit und Geld. Vom Unmut und Frust profitieren vor allem die radikalen, religiösen Kräfte im Land. Sie sehen den Verrat an den Fundamenten der islamischen Revolution bestätigt, beklagen die Anbiederung an den Westen und wollen den Vertrag aufkündigen. Gleichzeitig versucht der Iran nach Angaben des Bundesverfassungsschutzes weiterhin an deutsche Kernwaffentechnik heranzukommen. Die EU, als Architekt dieser Vereinbarung, hält gleichwohl an dem Deal fest. Sie versucht die Balance zwischen dem Iran und den USA zu halten, um eine einseitige Aufkündigung und einer dieser Aufkündigung zwangsläufig zu folgende, härtere Gangart zu vermeiden. Einerseits beknien europäische Delegationen die amerikanische Seite, andererseits spricht sich das EU-Parlament sogar für militärische Kooperationen zwischen EU-Ländern und dem Iran aus.

Im Besonderen zeigt sich die Bundesrepublik Deutschland gegenüber dem Iran nachgiebig. Sie stört sich nicht an den Hasstiraden gen Israel oder den Warnungen eigener Behörden und unterbindet jede Idee um Sanktionen im Keim. Man plädiert für Dialog und Zeit, die notwendig sei, um das gegenseitige Misstrauen abzubauen.

Frieden durch deutsche Unterwürfigkeit?
Auf diese, sehr neu-deutsche Polit-Mentalität, auf das Konzept eines Friedens durch bedingungslosen Dialog, treffen wir auch, wenn wir auf den Umgang Deutschlands und der EU auf die Türkei schauen. Und wir sehen ihn, wenn wir die Innenpolitik unseres Landes betrachten. Jeder Angriff – jedenfalls durch bestimmte Akteure – auf freiheitliche Werte und jeder Versuch von Vertragsbruch im weitesten Sinn, etwa im Bereich Integration, wird hingenommen. Wieder und wieder wird besonnen die Hand ausgestreckt. Doch es führt regelmäßig zu nichts. Das unartige Gegenüber trotzt gleich einem Kind und überschreitet die nächste Grenze. Um den Frieden äußerlich zu wahren, relativieren unsere Politiker die Probleme, feiern Selbstverständlichkeiten als Erfolge und wir landen früher oder später bei der oben beschriebenen Fehlinominierung von Angela Merkel.

Die entschlossene Politik des US-Präsidenten löst die Probleme, die sein Vorgänger und die EU hinterlassen haben, Jüdische Rundschau vom 4.5.2018

Ulrich W. Sahm in Audiatur-Online (Seit 1975 ist Ulrich Sahm Nahost-Korrespondent für verschiedene deutschsprachige Medien und berichtet direkt aus Jerusalem.)
Israel greift Dutzende iranische Stellungen in Syrien an, titelt die Süddeutsche. Eskalation im Nahen Osten: Israel greift iranische Stellungen in Syrien an, so t-online. Israel greift Dutzende iranische Ziele in Syrien an, behauptet der MDR. Israels Armee greift zahlreiche iranische Ziele in Syrien an, lautet die Ansicht der Deutschen Welle. Unter dem Titel „Israel greift iranische Ziele in Syrien an“ heisst es auch bei der Tagesschau: „Jetzt haben iranische Truppen in Syrien offenbar Stellungen auf dem Golan mit Raketen beschossen. Israel reagierte mit Angriffen auf Ziele in Syrien.“

Anders ausgedrückt: iranische Raketen wurden nur „offenbar“ auf Israel abgeschossen (Titel in der FAZ: Israel feuert nach mutmasslichem Raketenangriff des Iran zurück.), aber die israelische Reaktion darauf ist ein Fakt. Der unbedarfte Leser muss zum Schluss kommen, dass Iran vielleicht gar keine Raketen abgeschossen hat und dass das nur eine bedingt glaubwürdige israelische Behauptung ist.
...
Durch das Verdrehen von Ursache und Wirkung, sowie durch die Verwendung relativierender Worte wie „mutmasslich“ verbreiten diese Medien „Fake News“ und machen offen Stimmung gegen Israel und die von Israel angeblich verschuldete „Eskalation“. Ein Täter ist im Nahen Osten offenbar erst dann ein richtiger Täter, wenn er ein jüdischer Täter ist.

Unermüdlich auf der Suche nach dem israelischen Aggressor: Wie Deutschlands Medien aus Nahost „berichten“

Israelnetz, 21.03.2018
"Auch in Syrien wusste nur ein kleiner Kreis von Vertrauten um Präsident Baschar al-Assad von den Plänen, mit Hilfe nordkoreanischer Wissenschaftler eine Atombombe zu bauen. Weder der syrische Verteidigungsminister noch andere Spitzenpolitiker waren eingeweiht.
Ende 2006 bemerkten die Israelis dank Satellitenaufklärung die Errichtung eines mysteriösen, 20 Meter hohen Kubus in der Wüste, 450 Kilometer nördlich von Damaskus. Auf die Spur des Reaktors waren die Israelis dann in Wien gekommen. Anfang März 2007 beteiligte sich Ibrahim Othman, Chef des syrischen Atomenergie-Ausschusses, in der österreichischen Hauptstadt an Beratungen der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA). Mitglieder der Keschet-Gruppe des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad brachen in die geheime Wohnung ein, in der Othman übernachtete, und entnahm in weniger als einer Stunde aus seinem dort zurückgelassenen Laptop alle Informationen, darunter Fotos vom Innern des Kubus in der Wüste."

Israel bestätigt Angriff auf syrischen Atomreaktor, 21.03.2018

Israelnetz, 16.02.2018
"Der 10. Februar hat Israel eine merkwürdige Mischung aus Triumph und Verdruss beschert. Nachdem eine iranische Drohne in israelischen Luftraum eingedrungen war, schlugen die Israelis mit Härte zurück und griffen die Luftwaffenbasis Tijas 60 Kilometer westlich von Palmyra an. Von dort war das Fluggerät gestartet. Die Mission war erfolgreich, eine blutige Nase holten sich die Israelis dennoch: Auf dem Weg zurück wurde ein Kampfflieger von der syrischen Flugabwehr vom Himmel geholt. Die Luftwaffe antwortete darauf wiederum mit einer zweiten Angriffswelle auf Flugabwehr-Batterien. Insgesamt griff Israel an diesem Samstagmorgen 15 Ziele an."
Eine Analyse von Daniel Frick bei Israelnetz vom 16.02.2018

#2 RE: Der Nahostkonflikt von W.L. 16.05.2018 23:05

Diese Dokumentation zeigt, wie komplex, absurd und unlösbar dieser Konflikt um Israel und die Palästinenser ist. Solange arabische Staaten das Existenzrecht Israels nicht anerkennen, haben sie keinerlei Verhandlungsposition, um Israel dazu zu zwingen, besetzte Gebiete zurückzugeben und einen Staat Palästina zu gründen. Die Palästinenser werden von der arabischen Welt in einer Weise instrumentalisiert, die Israel als Gewinner ausweist. Die Verhandlungsbereitschaft Israels kann auf diese Weise nicht ausgelotet werden und Feinde Israels können immer behaupten, Israel will nicht verhandeln. Diese Situation ist absurd und unlösbar. Eine Dokumentation zum 70. Gründungsjubiläum des Staates Israel:
Israel - Geschichte einer Staatsgründung, 16.05.2018 | 88 Min.

Absurde politische Forderungen gibt es nicht nur vonseiten der arabischen Staaten, sondern auch vonseiten der UN. Derzeit ist keine Institution in Sicht, die mit der erforderlichen moralischen Autorität ausgestattet wäre, die Parteien zu Verhandlungen aufzurufen.

Grenzen
"Israels Grenzen sind seit dem Palästinakrieg, der ohne Friedensabkommen endete, unklar. Die 2003 zur Abwehr von Terroranschlägen und zum Schutz jüdischer Siedlungen gebauten israelischen Sperranlagen verlaufen meist jenseits der 1949 vereinbarten grünen Linie auf westjordanischem Gebiet und trennen palästinensische Siedlungen voneinander. Die Palästinenser sehen darin eine weitere allmähliche Annexion durch Schaffen von unumkehrbaren Fakten.

Seit Februar 2006 schloss Israel noch verbliebene Grenzübergänge zum Jordantal, so dass etwa ein Drittel des Westjordanlands effektiv nur noch von Israelis bewirtschaftet werden kann.[35]

Rückkehrrecht für Flüchtlinge
Die Zahl der palästinensischen Flüchtlinge und ihrer Nachkommen wuchs seit 1948 auf über vier Millionen. Ihre Lager in Jordanien, Libanon und Syrien bestehen seit Jahrzehnten. Deren Bewohner wurden von diesen Staaten nicht integriert und blieben ökonomisch, rechtlich und sozial benachteiligt. Die Palästinenserorganisationen definieren alle Nachkommen früherer Flüchtlinge als Bürger Gesamtpalästinas und fordern für sie das Recht, in die verlorene Heimat zurückzukehren.

Das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) definiert Palästinaflüchtlinge als „Menschen, deren normaler Wohnort Palästina zwischen Juni 1946 und Mai 1948 war, die sowohl ihre Häuser als auch ihre Mittel zum Lebensunterhalt als Folge des arabisch-israelischen Konflikts von 1948 verloren.“ Mit deren Nachkommen haben etwa fünf Millionen Palästinenser heute Anspruch auf UNRWA-Dienste.[36] Denn durch Beschluss der UN-Vollversammlung von 1982 wurde der Flüchtlingsstatus auch allen männlichen Nachkommen der ersten Flüchtlingsgeneration, einschließlich denen mit arabischer Staatsbürgerschaft, verliehen.[37]

Israel lehnt deren Aufnahme ab, um seine Identität als mehrheitlich jüdischer und demokratischer Staat zu bewahren, der seinen 20 % arabischen Bürgern die gleichen Rechte zugesteht, und strebt stattdessen eine international anerkannte Zweistaatenlösung an.[38][39] Bei der Aufnahme von vier Millionen Palästinensern würden die ebenfalls knapp vier Millionen jüdischen Israelis zur Minderheit im eigenen Staat werden und ihr Selbstbestimmungsrecht verlieren, weil die nichtjüdische Mehrheit die Verfassung ändern und Israel als jüdischen Staat auflösen könnte.[40]

Die Ablehnung bestätigt die meisten Palästinenserorganisationen wiederum darin, Israels Existenzberechtigung als jüdischer Staat zu bestreiten und ihm Rassismus vorzuwerfen."

wikipedia/Existenzrecht Israels/Hauptstreitpunkte

#3 RE: Der Nahostkonflikt von W.L. 27.05.2018 11:11

Wer hat die Palästinenser vertrieben

Zunächst muss einmal festgehalten werden, dass die arabische Bevölkerung der Region Palästina nie als eigener Staat mit eigener Kultur existierte. Der Begriff Volk ohne Staat oder Volk ohne Land trifft sehr wohl auf die Kurden zu, aber nicht auf die Palästinenser. Der Begriff tauchte erstmals in der Dekade 1960-1970 auf. Eine spezifische palästinensische Kultur gibt es nicht, das Volk der Palästinenser auch nicht. Wenn also israelische Hardliner behaupten, das Problem der Palästinenser ist ein von den umliegenden Staaten Konstruiertes, so haben sie nicht ganz unrecht.

Herkunft des Begriffs Palästinenser
→ Hauptartikel: Palästinenser
"Das Adjektiv palästinisch bezieht sich in der Regel auf das antike Palästina, so zum Beispiel der Begriff „palästinische Juden“. Das Wort palästinensisch hingegen kam erst Mitte der 1960er Jahre als Bezeichnung der heutigen arabischen Bevölkerung von Ost-Jerusalem, Gazastreifen und Westjordanland in Gebrauch. Der Besatzung des Gazastreifens durch Ägypten und des Westjordanlands durch Jordanien nach 1948 folgte als Ergebnis des Sechstagekriegs die Besetzung beider Landstriche durch Israel 1967. Durch diese Entwicklungen und die damit verbundene Entstehung der PLO begannen die arabischen Bewohner beider Gebiete zunehmend Palästina und Palästinenser als Ausdruck ihrer Hoffnung auf eine eigenständige palästinensische Nation zu verwenden (z. B. „palästinensischer Aufstand“). Die Mehrheit der christlichen und muslimischen Araber, die Staatsbürger Israels sind und in dessen Grenzen von vor 1967 leben, bezeichnet sich heute ebenfalls als „Palästinenser“."[8]

wikipedia/Herkunft des Begriffs Palästinenser

Deutschland hat z. B. nach dem zweiten Weltkrieg Deutsche Landsleute aus Tschechien, Polen und Russland aufgenommen und integriert. Das übrigens ist der Unterschied zur aktuellen Einwanderung aus dem arabischen Raum. Im ersten Fall kamen Deutsche nach Deutschland. Das Verbindende war die Kultur und die gemeinsame Geschichte. Zusammenfassend nennt man das eine authochtone Bevölkerung und Volk, weil eine gemeinsame Geschichte vorliegt. Die Einwanderung aus dem arabischen Raum nach Deutschland ist eine Einwanderung allochthoner (kulturfremd) Völker. Das führt nach allen Regeln der Soziologie zu Abschottung, sprich zu Parallelgesellschaften, die wir ja haben. Diese schlichten Gesetzmäßigkeiten zu ignorieren, führt zu der Auseinendersetzung, die wir - vor allem seit 2015 - in Deutschland führen.

Was in diesem Zusammenhang von Bedeutung ist, ist die schlichte Tatsache, dass die durch die arabischen Aggressoren vertriebenen arabischen Anwohner Palästinas eben nicht integriert wurden, obwohl diese Bevölkerungsanteile zu den Kulturkreisen der libanesischen, syrischen, ägyptischen oder jordanischen gehörten.

Die bisherige Sichtweise der Geschehnisse besagt also, dass im Verlauf des "ersten israelisch-arabische Krieges" der von den arabischen Anrainerstaaten gegen Israel geführt wurde, diese die Palästinenser dazu aufgefordert hatten, ihr Land zu verlassen. Ca. 700.000 Palästinenser (den Begriff gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht) haben ihre Heimat verlassen, wurden aber in den arabischen Anrainerstaaten nicht aufgenommen, sondern interniert. Im Gegenzug kam die Vertreibung der arabisch stämmigen Bevölkerung (später Palästinenser) den radikalen jüdischen Gruppierungen, z. B. der Hagana, die vorher schon den Briten herbe Verluste zufügte, sehr gelegen. Sie haben ihnen geradezu in die Hände gespielt.

Der erste israelisch-arabische Krieg und die Aufteilung Palästinas
"Der Israelische Unabhängigkeitskrieg wurde durch den Angriff der arabischen Staaten auf den neu gegründeten Staat Israel ausgelöst, in dessen Verlauf die israelische Armee die Oberhand über die militärisch schlecht vorbereiteten und unkoordiniert agierenden arabischen Truppen gewann. Bis zum Ende des Krieges verloren bis zu 750.000 Araber ihre Heimat – das war zu diesem Zeitpunkt ein Drittel des gesamten Volkes. Der israelische Historiker Benny Morris hat 1987 nachgewiesen, dass es sich zum Teil um direkte, fast immer um indirekte Vertreibung gehandelt hat. Die verlassenen Städte und fast 400 Dörfer wurden sofort von jüdischen Einwanderern besiedelt. Dörfer, die man nicht benötigte, wurden zerstört, um eine Rückkehr der Araber unmöglich zu machen. Die Waffenstillstandslinie deckte sich ziemlich genau mit den Grenzen, welche die Jewish Agency 1946 der UNO vorgeschlagen hatte.

Am 14. Mai 1948 kam es zur Staatsgründung des heutigen Israel, weil der 15. ein Schabbath war und die Fahrt zum Versammlungsort die Ruhe verletzt hätte. Von vielen Palästinensern wird dies auch als (unerfüllter) Unabhängigkeitstag Palästinas angesehen. Der umgehende Angriff mehrerer arabischer Staaten auf Israel führte zum Palästinakrieg, in dem Israel sein Territorium über die Grenzen des UNO-Teilungsplans hinaus ausdehnen konnte. Jordanien besetzte, in Absprache mit der israelischen Regierung (Golda Meïr), das Westjordanland, Ägypten den Gazastreifen. Mit der formellen Annexion des Westjordanlandes durch das Königreich Jordanien im Jahre 1950[17] wurde die Aufteilung Palästinas besiegelt."

Wikipedia/Palästina/Der erste israelisch-arabische Krieg und die Aufteilung Palästinas

Abschließend lässt sich sagen, die arabischen Anrainerstaaten, die das Existenzrecht Israels damals bestritten und noch heute bestreiten, haben hoch gepokert und verloren. Dass Israel von vorneherein die überlegene Kriegspartei war, ist deswegen falsch, weil Israel erst im Rahmen der Suezkrise mit modernen Waffen, vor allem aus Frankreich beliefert wurde. Israel konnte erst den Sechstagekrieg, der ein Verteidigungskrieg war, mit militärischer Überlegenheit führen. Dieser führte dann aber zu erheblichen Gebietsverlusten arabischer Anrainerstaaten. Richtig ist, dass Israel mehrfach angegriffen wurde und stets als Gewinner aus diesen Kriegen hervorgegangen war.

Nun versucht man mit neuerlichen historischen Belegen doch noch eine Alleinschuld Israels zu konstruieren, es gelingt jedoch nach meinem Dafürhalten nicht und bleibt Streitpunkt politischer Lagerbildungen.

"»Neue Historiker« wie Benny Morris, der sich um eine objektivere Sicht des Krieges und der Flucht und Vertreibung verdient machte, betonten nach Auswertung der nun zur Verfügung stehenden Dokumente, dass der Vertreibung keine systematische Politik zugrunde lag.

Die Vertreibung entwickelte sich im Verlauf des Krieges, von diesem teilweise bedingt, teilweise gefördert. Es gab eine Dynamik von militärischen Notwendigkeiten, Angriffen und Vergeltungsschlägen, in vielen Fällen auch gezielte Vertreibungen. Einen »Masterplan« gab es nicht.

Der israelische Politikwissenschaftler Ilan Pappe geht in seiner Interpretation der Flucht und Vertreibung der Palästinenser aus ihren Siedlungsgebieten im heutigen israelischen Kernland weit über diese Argumentation der »Neuen Historiker« hinaus. Er entwirft dabei ein neues und in sich durchaus stimmiges Bild. Vor allem macht er aus einer sich entwickelnden und eskalierenden Dynamik der Kriegsführung in den 1940er Jahren eine systematische Politik. Seine Argumentation erfolgt in zwei Schritten: Zunächst zeichnet er ein justiertes Bild des israelisch-palästinensisch-arabischen Krieges. Die israelischen Streitkräfte waren demnach nie wirklich in der Defensive. Sie waren an Waffen, Ausbildung und Moral ihren Gegnern weit überlegen. Ben Gurion, so schreibt er wiederholt, war von der militärischen Überlegenheit der israelischen Streitkräfte überzeugt. Diese Überzeugung, deren Richtigkeit Pappe unterstellt, ohne ausführlich auf den Kriegsverlauf und seine Ausgangsbedingungen einzugehen, ermöglichte es Ben Gurion, seine Entscheidungen nicht in erster Linie einem militärischen Kalkül zu unterwerfen, sondern sie in langfristige politische Planungen einzuordnen.

Das Buch ist weniger Historiografie als vielmehr eine Interpretation"

Als Israel gegründet wurde: Ilan Pappe spricht von einer systematischen Vertreibungspolitik gegen die Palästinenser, bleibt aber den Beweis dafür schuldig, Die Zeit vom 6.2.2008

In der UN sitzt nur ein Vertreter Israels und viele Vertreter arabischer Staaten, die allesamt, von Katar bis Indonesien einen Meinungsblock bilden. Man braucht nicht viel Fantasie um sich klar zu machen, was geschieht, zumal diejenigen Länder die das Existenzrecht Israels anerkennen vermehrt dazu übergehen Israel pauschal zu kritisieren.

In Deutschland wurde das Tabu, offen antisemitischer Äußerungen unter dem Deckmantel von Jugendkultur (Gangster Rapper Kollegah) und dem Recht auf Demonstrationsfreiheit(Antiisraelische Proteste in Berlin) unterlaufen, renommierte Zeitungen scheuen vor antisemitischen Stereotypen, wie wir sie aus der NS-Zeit kennen, nicht mehr zurück (Das „israelische Monster“ in der „Süddeutschen“). Außenminister Gariel brüskiert offen den israelischen Staatschef Benjamin Netanjahu. Wie immer man zu letzterem Fall stehen mag, die Frage ist für mich, hätte Gabriel das auch mit dem chinesischen, russischen oder dem US-amerikanischen Präsidenten gemacht. Ein Außenminister besucht nicht in erster Linie einen Politiker, sondern den Vertreter einer Nation, eines Staates. Hier scheint Gabriel nicht verstanden zu haben, was Aufgabe eines Außenministers ist. Genscher hätte das noch gewusst. Dieser Beschränktheit, die Befangenheit in ideologischem Denken unserer politischen Eliten gefährdet inzwischen massiv den Weltfrieden.

Es darf man nie vergessen werden, dass Juden seit der Vertreibung durch die Römer in der Antike in allen europäischen und nicht europäischen Ländern eine verfolgte Minderheit waren. Dies ist der Grund, weshalb das Existenzrecht Israels ein Menschenrecht ist, das auch von arabischen Ländern, die immer schon Expansionskriege geführt haben, anzuerkennen ist.

Strategisch ist zu beachten, dass Israel die einzige funktionierende Demokratie im arabischen Raum ist und daher von ähnlicher Bedeutung wie Westberlin während des Kalten Krieges.

Die israelische Siedlungspolitik ist falsch und führt dazu, den Konflikt zu verschärfen, berechtigt jedoch nicht zu einer pauschalen Ablehnung Israels als Staat und schon gar nicht zu einem Boykott israelischer Produkte (BDS), denn dann müsste man auch chinesische und US-amerikanische Produkte boykottieren und arabisches Öl dürften wir auch nicht mehr einführen. Dieser Boykott zeigt lediglich, wie antisemitisch linke Bewegungen geworden sind und wie offen man heute damit hausieren gehen kann, ohne auf Widerstand zu stoßen.

#4 RE: Der Nahostkonflikt von W.L. 07.01.2020 00:22

Die Intervention der USA im Irak nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 war ganz sicher ein strategischer Fehler der USA. Die Kriege, die geführt wurden, waren jedoch Religionskriege zwischen den iranischen Schiiten und den Saudi Arabischen Sunniten. Das belegt die dreiteilige Dokumentation über den Mossad "Geheimes Israel - Der Mossad", völlig überzeugend. Die USA intervenierten in einem lange währenden Religionskrieg und sind somit nicht die primäre Ursache der Destabilisierung der Region zwischen Iran und Saudi Arabien.

Trumps Terroranchlag vom 3.1.2020 destabilisiert den Irak: Soleimani, Kommandeur der iranischen Al-Kuds-Brigaden, war in der Nacht zu Freitag [3.1.2020] bei einem US-Raketenangriff nahe dem Flughafen der irakischen Hauptstadt Bagdad getötet worden. Das US-Verteidigungsministerium teilte mit, der Angriff sei auf Anweisung von Präsident Donald Trump erfolgt, um weitere Angriffe auf US-Diplomaten und Einsatzkräfte zu verhindern.(Frankfurter Rundschau).
Vor dem Terroranschlag gab es bereits Proteste mit Tausenden von Demonstranten gegen die Einflussnahme des Iran auf die irakische Regierung (Tagesschau vom 29.11.2019). Durch die von Trump befohlene Tötung des wichtigsten iranischen Generals Qasem Soleimani wurde der Prozess des Kampfes um den Irak zugunsten Irans heftig gestört. Im Irak ringen iranhörige Schiiten mit von den Saudis unterstützten Sunniten und den im Norden lebenden Kurden um die Macht im Land.

Der Jahrzehnte andauernde Kampf zwischen den Saudis und dem Iran ist auch ein Kampf um die Existenz Israels.





#5 RE: Der Nahostkonflikt von W.L. 12.01.2020 11:33



Wieso kommentieren die Grünen diesen Kurzbericht? Na, weil die Grünen gemeinsam mit der SPD den öffentlichen Rundfunk regieren. Ein Stat im Staate. Omir Ouripour, Grüne, Auswärtiger Ausschuss: " ... wo doch jeder weiß, dass das Problem [des iranischen Einflusses im Irak und nicht nur dort] ein politisches ist."
Dieser Satz ist ein Paradebeispiel für politische Idiotie, oder gezielte mediale Konfusion. Wer glaubt, man könne den iranischen Einfluss mit Politik eindämmen, der lügt sich entweder selbst was in die Tasche, oder er betreibt gezielt mediale Konfusion, um die öffentliche Meinung in die gewünschte Richtung zu bringen. Der Iran ist ein Mullah Regime, ein Gottesstaat, der seine Bewohner mit äußerster Brutalität unterdrückt. Die Mullahs träumen vom iranischen Großreich und verbreiten Terror im gesamten arabischen Raum. Sie wollen vor allem Israel von der Landkarte tilgen. Das dürfte ein Grund sein, warum sich die USA nicht aus dem Irak zurückziehen werden. Es wäre eine unmittelbare Bedrohung Israels.

Und ja, Trump hat absolut recht. Ohne die vom Boden aus delegierten US-Luftschläge wäre der IS heute an der irakischen Regierung, der Irak eine Hölle. Es ist leicht die Friedenstauben fliegen zu lassen und die USA als Aggressor zu brandmarken, solange US-Soldaten für die Europäer die Drecksarbeit machen. Trump weiß das und macht sich zurecht darüber lustig. Der deutsche Kommentar ist nichts weiter als ein Feigenblatt der eigenen Ohnmacht und funktioniert nur, solange man Trump einen Idioten nennt. Die aber, sitzen in den deutschen Redaktionsstuben setzen uns solche Berichte vor und wir sollen nun wie aufgezogene Trendaffen dazu applaudieren.

#6 RE: Der Nahostkonflikt von W.L. 12.01.2020 12:24

Warum Trump aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen ist: 2018 gelangten Mossad-Agenten an geheime Unterlagen aus dem Iran, die verbotene Nuklear-Aktivitäten belegen sollen. Ministerpräsident Netanjahu präsentierte sie der Öffentlichkeit → US-Präsident kündigte das Abkommen mit dem Iran.

*** Die deutsche Öffentlichkeit wird durch die Tagesschau lediglich systematisch desinformiert, aufgehetzt und verblödet ***
Die Berichterstattung in Deutschland ließ Trumps Entscheidung als Wahlkampfmanöver gegen seinen Rivalen Obama erscheinen. Es hieß in den Nachrichten:

Immer wieder hatten Experten davor gewarnt, dass der Westen durch eine Aufkündigung des Atomdeals nicht nur den Iran wieder zum direkten Gegner mache, sondern auch die ganze Region in eine massive Unsicherheit bringen könnte.

Trump scheint das aber kaum zu interessieren. Bestärkt wurde er in dieser Haltung immer wieder von Israel. Angesichts des gemeinsamen Gegners Iran hat sich die Beziehung beider Länder intensiviert.

Tagesschau.de vom 08.05.2018

Auf welcher Grundlage nun die europäischen "Experten" davor warnten, das Atomabkommen aufzukündigen, bleibt unklar. Dass der Mossad mit Fakten über geheime Bemühungen des Iran zur Atombombe zu kommen auf den Tisch legte, wird in der Tagesschau als "Bestärkung" durch Israel dargestellt. Trump wird als unbelehrbar diskreditiert. Man kommentierte: "Trump scheint das aber kaum zu interessieren".

So wurde dem US-Präsidenten nach seiner Wahl nicht nur durch eine Belehrung in Sachen Menschenrechte durch die Kanzlerin "gratuliert", nein er war fortan in Europa und der gesamten deutschen Presse zur Witzfigur karikiert worden.

Die Frage aber lautet, was haben deutsche und europäische Experten den Informationen, die der Mossad auf den Tisch legte, entgegenzuhalten? Mir ist, außer heiße Luft nichts bekannt.

Mein Fazit: Die deutsche Öffentlichkeit wird durch die Tagesschau lediglich systematisch desinformiert, aufgehetzt und verblödet.
***

In einem Bericht der Welt vom 6. Juli 2019 war zu lesen, der Iran werde künftig Uran anreichern, um atomwaffenfähiges Material zu gewinnen. Trump reagierte mit einer Verschärfung der Wirtschaftssanktionen. Wer nun behauptet, die Ermordung Soleimanis hätte den Iran dazu bewogen, eine Atombombe zu bauen, der kennt die Geschichte nicht. Der Iran wird diese Anstrengungen nun lediglich in aller Öffentlichkeit unternehmen. Es gab sie bereits lange vorher.

Der Supergau für den gesamten Globus: Trump reagiert also, den Iran betreffend als Partner Israels und befürchtet der Iran könnte zur Atommacht aufsteigen. Dadurch würde der Iranische Einfluss im arabischen Raum nicht mehr aufzuhalten sein. Es würde ein Wettrüsten im gesamten Orient einsetzen und Israel wäre in seiner Existenz gefährdet. Das wäre ein Spergau für den gesamten Globus. Es könnte der Auftakt zu einem dritten Weltkrieg werden.


Trump an der Klagemauer in Jerusalem

Die Ermordung des iranischen Generals Soleimani am 3. Januar 2020 erschien nun eine riskante Abwägung zu sein, denn Trump rüstete anschließend verbal ab. Ein Krieg war nicht geplant. Soleimani steckte praktisch hinter allen Terrororganisationen im Libanon, Syrien, Irak. Im Yemen untersützt der Iran einen Krieg gegen die Saudis. Der iranische General ging mit brutaler Gewalt gegen die eigene Bevölkerung vor. Er schlug Demonstrationen nicht nur im Iran, sondern auch im Irak blutig nieder.

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