#1 Nächstenliebe, was ist das? von W.L. 16.05.2018 17:00

Göring-Eckardt: Wir haben eine historische Verpflichtung, das ist ganz klar. Wir sind ja auch selbst ein Land mit einer langen Geschichte von Flucht und Vertreibung. Deshalb steht das Recht auf Asyl so in unserem Grundgesetz. Bei all den Debatten über Obergrenzen frage ich mich: Was ist denn, wenn der Plus-Erste kommt, sagen wir dem: Für dich gilt unser Grundgesetz nicht? Auch die Heilige Schrift, Frau Petry hat Luther erwähnt, kennt keine Grenze der Nächstenliebe.
Rauke Petry und Katrin Göring-Eckardt: "Es gehört nicht jeder dazu" – "Ein Schreckensgedanke", Die Zeit vom 9.2.2015

Derlei Argumentation zielt darauf ab, alle Welt als "Nächsten" zu erklären. Sprich, die Grenzen des Landes für Jedermann offen zu halten.
Das ist natürlich Unsinn. Der Nächste ist zunächst mein Partner, dann die Kinder, Verwandte, etc. Sind nun auch Menschen gemeint, die mir begegnen und die in Not sind?
Hierzu das Gleichnis des Barmherzigen Samariter.

Die Heilige Schrift dazu: "Ein Schriftgelehrter stellt Jesus die Frage, was zum Erwerb des ewigen Lebens zu tun sei. Jesus fragt ihn nach den diesbezüglichen Aussagen der Tora. Darauf zitiert der Schriftgelehrte das Schma Jisrael als das zentrale jüdische Glaubensbekenntnis mit der Aufforderung zur Gottesliebe (Dtn 6,5 EU) und verbindet es mit dem Gebot der Nächstenliebe (Lev 19,18 EU):
„Höre Israel, der Ewige ist Gott, der Ewige ist einzig. (Dtn 6:4) Gepriesen sei Gottes ruhmreiche Herrschaft immer und ewig! (mJoma 6:2) Darum sollst du den Ewigen, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft. (Dtn 6:5)“
– Das jüdische Gebetbuch; Hsgb. v. J. Magonet und W. Homolka; Gütersloh 1997[5]
„Du sollst dich nicht rächen, auch nicht Zorn halten gegen die Kinder deines Volkes. Liebe deinen Nächsten, wie du dich selbst liebst. Ich, der Ewige.“
– Lev 19:18[6]
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken, und: Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst.“
– Lk 10,27
Auf Jesu Aufforderung, so zu handeln, um zu leben, fragt ihn der Schriftgelehrte, wer denn sein Nächster sei. Daraufhin entfaltet Jesus die Beispielerzählung:

Ein Mann auf dem Weg von Jerusalem hinab nach Jericho geriet unter die Räuber, die ihn ausplünderten und schwer verletzt liegen ließen. Ein vorüberkommender Priester sah den Verletzten und ging weiter, ebenso ignorierte ihn ein Levit. Schließlich sah ein Samaritaner den verletzten Mann, erbarmte sich, versorgte dessen Wunden und transportierte ihn auf dem Reittier zur Herberge. Dort gab er am folgenden Morgen dem Wirt zwei Denare und beauftragte ihn mit der weiteren Pflege, verbunden mit der Zusage seiner Wiederkehr und der Erstattung weiterer Kosten.

Anschließend fragt Jesus, wer von den dreien dem Überfallenen der Nächste gewesen sei. Der Schriftgelehrte erkennt den Sachverhalt und antwortet, dass es der Samaritaner gewesen sei. Daraufhin fordert Jesus ihn auf, ebenso wie jener zu handeln."

wikipedia/Barmherziger Samariter/Inhalt

D. h., wir müssten uns alle aufmachen, Kranke zu pflegen und Arme zu speisen. Ein Volk von Krankenschwestern und Flüchtlingshelfern. Wer nun seinen Beruf weiter ausübt, der lebt falsch. Wenn wir diesen Gedanken konsequent zu ende denken, müssten wir eine Diktatur errichten, die alle Menschen dazu zwingt, Hilfe in Form von Notversorgung und Spenden zu leisten. Es gäbe keine Müllentsorgung mehr, kein Brot, keine Autos, keinen Strom, kein Wasser.

Ergo: Es ist wohl besser, jeder bleibt dort, wo er ist, und macht weiter seine Arbeit wie bisher und das kann man tun, mit der gleichen Motivation des Helfens, wie der barmherzige Samariter. Der hat den verletzten Mann ja nicht gesucht, er ist ihm zufällig begegnet. Der Samariter hat diesem Mann auch nicht seine ganze Habe gegeben und sich für den Rest seines Lebens darum gekümmert, sondern er hat ihn in die Lage versetzt, sich selbst zu helfen.

Heiner Geissler sieht im Gebot der Nächstenliebe den Gedanken der Solidarität:
Dr. Heiner Geissler, Was heißt Nächstenliebe?

In der Tat gibt es eine verantwortungslose Weise zu helfen, die in den eigenen Ruin und in den Ruin des Pfleglings führt. Nächstenliebe bedeutet nicht, jemanden von meiner Hilfe abhängig zu machen (Helfersyndrom). Nächstenliebe bedeutet, Nothilfe, bzw. Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Nothilfe ist Pflicht und im Grundgesetz klar geregelt.

Eine allegorische Interpretation liegt insofern nahe, als Jesus selbst zwar auch Kranke heilte, aber seine primäre Tätigkeit war das Predigen. Der Inhalt des NT zielt darauf ab, den Tod zu überwinden. Der Kreuzestod und die Auferstehung künden davon. Augustinus, der ebenfalls sein Leben nicht der Armenpflege widmete, formuliert eine allegorische Auslegung des Gleichnisses vom barmherzigen Samariter:
Beispiel einer allegorischen Auslegung des Gleichnisses vom barmherzigen Samariter
aus: Bussmann, Claus and Douwe van der Sluis. Die Bibel Studieren. Einführung in: Die Methoden Der Exegese. Studienbücher Theologie für Lehrer. München: Kösel, 1982, 92-93.
Augustinus, Quaestionum Evangeliorum 11,19, zu Lk 10,30-37

Der kranke Unsinn zum Thema Nächstenliebe macht Artikel wie diesen leider notwendig. Das Grundgesetz endet leider eben doch an den Grenzen Deutschlands. Auch Asyl, das in ca. 3 % aller Fälle gewährt, wird, soll nicht abgeschafft werden. Es gilt abzuwägen, ob, wen und wie viele Schutzsuchende dieses Land verträgt. Wir sind aktuell auf dem Weg, das Sozialsystem zum Zusammenbruch zu bringen. 22 Milliarden in 2016, 27,5 Milliarden in 2017 und jedes Jahr 200.000 Schutz suchende oben drauf ist zu viel (Die Flüchtlingskrise geht weiter). Wer immer noch glaubt, Flüchtlinge aus Syrien, Irak oder Afghanistan würden den Fachkräftemangel oder die demoskopische Lücke decken, wenn seit 2015 erst 3 % der anerkannten Flüchtlinge in Arbeit sind, der mag weiter träumen. Bernd Raffelhüschen, Wirtschaftswissenschaftler, prophezeit bereits, dass nicht Flüchtlinge uns, sondern wir den Flüchtlingen die Rente bezahlen werden. Warum wir, die wir in einem Wirtschaftsraum mit 500 Millionen Menschen in Freizügigkeit leben, Fachkräfte im Orient suchen, ist rätselhaft und wirr.

Unser Sozialstaat ist jene wirksame Macht, Nächstenliebe in Form von Solidarität (Heiner Geissler) in die Tat umzusetzen. Wer dieses System gefährdet, der handelt nicht christlich, sondern antichristlich. Politiker, die mit dem Geld der Beitragszahler Nächstenliebe predigen, sind Heuchler und Pharisäer, um im Sprachgebrauch des NT zu bleiben. Jesus sagte über diese Menschen, wenn er ihnen begegnete: "Es naht der Herr dieser Welt".

#2 RE: Nächstenliebe, was ist das? von W.L. 17.05.2018 15:28

"... Auch die Heilige Schrift, Frau Petry hat Luther erwähnt, kennt keine Grenze der Nächstenliebe."
Rauke Petry und Katrin Göring-Eckardt: "Es gehört nicht jeder dazu" – "Ein Schreckensgedanke", Die Zeit vom 9.2.2015

Luther und die Nächstenliebe: "Das Verhältnis Martin Luthers zu Juden und Judentum ist wegen seiner Wirkungsgeschichte ein häufig untersuchtes Thema der Geschichtswissenschaft. Der Reformator (1483–1546) übernahm den gesamtmittelalterlichen Antijudaismus und versuchte, diesen durch seine christologische Bibelexegese zu untermauern. 1523 verlangte er als erster maßgebender christlicher Theologe eine gewaltfreie Judenmission und gesellschaftliche Integration der Juden. Unter dem Eindruck fehlender Missionserfolge und Gefährdung der Reformation rückte er seit 1525 zunehmend davon ab. 1543 forderte er die evangelischen Fürsten zur Versklavung oder Vertreibung der Juden auf und erneuerte dazu die judenfeindlichen Stereotype, die er 20 Jahre zuvor verworfen hatte. Damit überlieferte er diese in die Neuzeit.

Luthers Schrift von 1523 galt im deutschen Protestantismus meist als maßgebend. Seine späteren „Judenschriften“ wurden einige Male für lokale Aktionen gegen Juden benutzt. Antisemiten benutzten sie ab 1879 zur Ausgrenzung von Juden. Nationalsozialisten und deutsche Christen (DC) legitimierten damit die staatliche Judenverfolgung, besonders die Novemberpogrome 1938. Große Teile der damaligen Deutschen evangelischen Kirche (DEK) stimmten dieser Verfolgung zu oder schwiegen dazu.

Seit dem Holocaust wurden die Ursachen und Folgen von Luthers Judentexten wissenschaftlich intensiv untersucht. Nach heutigem Forschungskonsens waren sie noch nicht von Rassismus, sondern von seiner antijudaistischen Theologie bestimmt. Diese trug jedoch erheblich dazu bei, dass viele Protestanten den Antisemitismus übernahmen und der nationalsozialistischen Judenverfolgung zustimmten oder nicht widerstanden. Seit den 1960er Jahren distanzieren sich viele evangelische Kirchen öffentlich von Luthers judenfeindlichen Aussagen. Ob und wie weit auch seine Theologie zu revidieren ist, wird diskutiert. "

wikipedia/Martin Luther und die Juden

Das Erfrischende an Frau Göring-Eckardt ist, wenn sie etwas sagt, ist sie stets frei von jeder Fachkenntnis. Henryk M. Broder nannte sie die "Feldhaubitze der Grünen", Laden, nicht nachdenken und Schießen, wumm!

"Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", was heißt das?
Wer einen Beruf ergreift und in seiner Wahl frei ist, der wird einen Beruf nach Neigung wählen. Unter Neigung versteht man eine bestimmte Vorliebe für diese oder jene Tätigkeit. Neigung entspringt dem jeweiligen Charakter und den kann man schwerlich per Forderung verbiegen. Neigung und Tätigkeit bedingen einander. Eine gewählte Tätigkeit ist Ausdruck des Charakters. Wer einen Beruf ergriffen hat, der seinen Neigungen entspricht, wird sagen können, dass er seinen Beruf liebt. Auf allen Ebenen der Persönlichkeit ist Liebe Ausdruck des Charakters. Liebe zu verordnen würde bedeuten, den Charakter zu verordnen. Die Frage wäre zunächst, liebt ein Mensch, der Mathematik treibt anders als jemand, der Kranke pflegt. Beide male ist der individuelle Charakter, in der Folge die Neigung zu einer Tätigkeit und dann das Gewahrwerden von Liebe, ausschlaggebend für seine Tätigkeit. Diese Frage ist zu verneinen. Beides ist Ausfluss der Persönlichkeit. Auch der Wert einer Tätigkeit ist kaum unterschiedlich bewertbar. Hätte es die Mathematik nicht gegeben, gäbe es auch die Technik nicht und wir lebten noch in Höhlen. Gäbe es keine Ärzte und Krankenschwestern, müssen wir im Falle von Krankheit oder Unfall dahinsiechen. Eine Gesellschaft ist im Grunde vergleichbar mit einem Organismus, in dem jeder Teil zum Funktionieren des Ganzen beiträgt. Die im NT gepredigte Nächstenliebe und die Eigenliebe sind paritätisch: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst". Ich kann und soll, gemäß diesen Gebots also nicht gegen meine eigenen Neigungen, gegen meinen Charakter handeln. Das bedingt nun, dass das Gebot der Nächstenliebe an die Eigenliebe gebunden ist. Da ich meinen Charakter nicht per Gebot ändern kann, muss die andere Seite, die Nächstenliebe ein Aufruf, ein Appell sein. Das bedeutet, dass man das, was man gerne tut, im Hinblick auf ein größeres Ganzes hin orientiert und somit selbstlos handelt. Das ist ein Appell, der Sinn macht und der als philosophische Maxime möglich und sinnvoll ist.

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

– Immanuel Kant: AA IV, 421

Das ist der "Kategorische Imperativ" Kants, den man nun dahin gehend deuten kann, dass dieses "allgemeine Gesetz" etwas ist, das organisch dem größeren Ganzen dient. Auf dieses größere Ganze hin ist auch das Gebot: "Liebe einen Nächsten wie dich selbst" orientiert. Es ist im Grunde das Gleiche.

Eine Maxime zu verordnen führt zum Diktat. Das Gebot der Nächstenliebe zu verordnen führt zur Bigotterie: Kants Kategorischer Imperativ, Bedrohung oder Segen?

#3 RE: Nächstenliebe, was ist das? von W.L. 22.05.2018 13:18

Noch einmal: "Liebe seinen Nächsten wie dich selbst" Galater 5.14, Jakobus 2.8, Matthäus 22.39, Matthäus 19.19, Markus 12.31 (Suche bei http://www.bibel-online.net), kann nicht bedeuten, sich selbst zu schädigen, um dem "Nächsten" zu helfen. Beides, die Liebe zu sich und die Liebe zum Nächsten sind paritätisch und voneinander abhängig. Das führt zum Begriff der Solidarität (Heiner Geißler) aber ebenso gilt: „Es gibt keine moralische Pflicht zur Selbstzerstörung“ (Peter Sloterdijk).

Nächstenliebe ist ebenso wenig "unbegrenzt" wie die Fähigkeit zu helfen unbegrenzt ist. Zudem gilt: Helfen sollte man denen überlassen, die es können und dafür ausgebildet sind. Wir schaffen es nicht: Eine Flüchtlingshelferin erklärt, warum die Flüchtlingskrise Deutschland überfordert

Da es wenig sinnvoll ist, jedem Menschen den Auftrag zu erteilen, sich als Helfer zu betätigen,
(
1. Weil jede Gemeinschaft durch Arbeitsteilung existiert.
2. Weil die freie Wahl der Tätigkeit ein Menschenrecht und charakterbedingt ist.
)
kann sich der Appell der "Liebe" nicht ausschließlich auf eine unmittelbare Hilfe (Caritas, christliche Nächstenliebe und Wohltätigkeit) richten. Ausnahme ist die unmittelbare Nothilfe, die sich auf Einzelfälle bezieht und den Helfenden nicht in einem Maße überfordern darf, dass er sich selbst dadurch schädigt.

"Liebe" ist somit im Sinne von Caritas zu sehen und unabhängig von der jeweiligen Tätigkeit. Im Sinne von Caritas meint, die Tätigkeit so auszuüben, dass sie der Gemeinschaft nützlich ist. In dieser Motivation dient jede Tätigkeit einem größeren Ganzen. Somit ist das christliche Gebot identisch mit Kants Kategorischem Imperativ, aber ebenso mit Karma Yoga

Natürlich ist auch diese Stelle im NT darauf bezogen: "Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, Gesegnete meines Vaters, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist(…). Ich war Fremdling, und ihr nahmt mich auf. Dann werden die Gerechten ihm antworten: (…)Wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen? (… Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch, was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan" (Mt 25,34-35, 39-40).

Ein zweites Gebot ist das der Gottesliebe: "Du sollst Gott (Kyrios), deinen HERRN, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüte und deinen Nächsten als dich selbst." Lukas 10.27

"In der LXX wird "Kyrios" fast immer als "Übersetzung" für den Gottesnamen "Jahwe" gebraucht und so um häufigsten Titel "Gottes"" (Elberfelder Studienbibel, Sprachschlüssel zu Kyrios)

Jahwe wird im Hebärischen mit vier Lettern geschrieben Jod-He-Vau-He (Siehe dazu Zahl Seele Kosmos). Die philosophische und tiefenpsychologische Deutung führt auf eine universelle wissenschaftlich belegbare Weise zum Weltganzen. Dieses ist im Menschen angelegt. Kant sieht Religion als nicht objektiv und universell begründbar. Beobachtbar ist aber der Drang nach Wissen. In dieser intrinsischen Motivation sieht Kant die Anlage zur Transzendenz, die über das Einzelindividuum hinausragt.

Weiterführende Hinweise: Tetraktys, "Quelle der ewig strömenden Natur"

Interessant ist, dass das Gebot der Nächstenliebe im AT auftaucht: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; denn ich bin der HERR." (3. Mose 19.18). Dort ist es eingebettet in die zehn Gebote der Juden bei 3. Mose - Kapitel 19, "Von der Heiligung des täglichen Lebens."

Hilfe endet dort, wo die Selbstschädigung beginnt
Das Gebot der Nächstenliebe wird auf diese Weise zu einer universellen Wahrheit. Es ist eine Möglichkeit, nicht ein Muss, der Maxime jeglichen Handelns, die im
- Christentum,
- der Philosophie Kants als Beitrag zur französischen Aufklärung,
- dem Yoga der Hindus,
- wie in den zehn Gebote der Juden
zu finden ist.
Nächstenliebe hört somit auf, als Moraldiktat der Kirchen zu dienen, dem der Einzelne unterworfen ist und das ihn in unverantwortlicher Weise überfordert. Diese Überforderung kann nicht nur den Einzelnen treffen, sondern auch, wie im Falle der Flüchtlingskrise ein ganzes Land. Wie schon in den vergangenen Jahrhunderten übten die Kirchen ihr Diktat auch während der Flüchtlingskrise aus. Aber auch längst als gescheitert geglaubte linke Ideologien lebten und leben erneut auf. Hilfe endet dort, wo die Selbstschädigung beginnt: Die Verkommenheit der Linken

#4 RE: Nächstenliebe, was ist das? von W.L. 22.05.2018 19:48

Nächstenliebe und der Kreuzestod Christi werden von manchen Theologen gerne vor den gleichen Karren gespannt. Der Kreuzestod ist indessen eine Folge der Predigten Jesu, jener Wahrheit also die mit der Herrschaft der Römer kollidierte. Es geht um Wahrheit und darum sie auszusprechen und zu vertreten. Jesus hatte sich nicht absichtlich unter das römische Recht gestellt, er wurde darunter gestellt und verurteilt und das geschieht unter anderen Umständen, zu anderen Zeiten und mit dem Mittel des Verrats, prinzipiell noch heute. Und dies macht das NT zu einer allegorischen Wahrheit, die sich zu allen Zeiten wiederholt: Das Kreuz

Bertolt Brecht: Der gute Mensch von Sezuan

#5 RE: Nächstenliebe, was ist das? von W.L. 23.05.2018 23:10

Man sagt uns, wir hätten Verantwortung. Verantwortung für die Umwelt, die Armut dieser Welt, Flüchtlinge, die Erde.

Wofür tragen wir Verantwortung?
Eckhart Tolle

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