#1 Was ist Theosophie von W.L. 30.06.2016 10:20

http://www.theosophie.de/images/stories/...entdecken-1.pdf

Philosophische Grundlage des theosophischen Denkens ist ein radikaler Monismus, der davon
ausgeht, daß die Wirklichkeit einheitlich und von einerlei Grundbeschaffenheit sei. Die
Theosophie Blavatskajas ist in diesem Sinne besonders darauf ausgerichtet, alle Gegensätze
zu überwinden, bzw. sie als zwei Seiten der im Grunde selben Erscheinung anzusehen. So
werden Differenzen, zum Beispiel zwischen Leib und Seele, Gut und Böse, Stoff und Geist
oder auch Welt und Gott durch die Vorstellung eines einzigen Prinzips der Wirklichkeit
relativiert, ihre gegensätzliche Bedingtheit hervorgehoben. Aus diesen Vorstellungen wird
auch der enge Bezug zur neuplatonischen Philosophie deutlich, die unter anderem davon
ausging, daß die gesamte Menschheit eine innere Einheit bildet. Denkvoraussetzung ist hier
die, auch die russische Religionsphilosophie des 19. Jahrhunderts stark prägende Vorstellung,
von der All-Einheit.

Der Idee der All-Einheit liegt die Annahme zugrunde, daß alle die Welt bildenden
Bestandteile in unauflöslicher Wechselbeziehung zueinander existieren und sich gegenseitig
beeinflussen. Die Elemente der Einheit entsprechen einander und zugleich dem Ganzen. Es
handelt sich aber nicht um ein monolithes Gebilde, sondern man sucht die Einheit in der
Vielheit. Die Weltentwicklung wird dabei grundsätzlich als Herausfall aus der Einheit mit
Gott verstanden, die allerdings potentiell fortbesteht und die wiederhergestellt werden müsse.
Die Lehre von der All-Einheit prägte vor allem das östliche Denken, was in den
Upanishaden, dem Brahmanismus, dem Buddhismus und in China, z. B.: im Denken von Lao-tse evident
wird. Aber auch in den westlichen Philosophien war der All-Einheits-Gedanke ein für
bestimmte Geistesepochen prägendes Thema. Die Theosophie Blavatskajas basiert allerdings vor allem auf den östlichen Vorgaben des All-Einheits-Gedankens. Dieser durchdringt alle
Bereiche der theosophischen Doktrin, bestimmt deren Vorstellungen vom Metaphysischen,
Göttlichen, ebenso wie vom Materiellen.

„Der göttliche Geist entstammt gleich den anderen, metaphysischen Prinzipien
der reinen Natur des EINEN. Alle diese Prinzipien - Einheit, Zeit, Raum,
Bewegung, Polarität - sind von Anbeginn an von dem EINEN umschlossen, ...“

„Hier unten im Bereich der Manifestation drückt sich die Einheit als ein
dynamisches Gleichgewicht und als eine sich ständig verändernde
Wechselbeziehung zwischen ungleichen Teilen aus, die in dem Prozeß von
Veränderung und Wachstum auch Harmonie und Ganzheit bewahrt.“

Grundprinzip der geoffenbarten Welt ist dabei allerdings die Polarität, die in die höhere
Einheit mündet, aber in der Materie die Unterschiede hervorbringt, die Voraussetzung für
deren Existenz und Möglichkeit zur Erkenntnis sind.

Ein repräsentatives Beispiel für die theosophische All-Einheits-Theorie ist deren Vorstellung
vom Raum. Der manifeste Raum, der vielgestaltig sein kann, abhängig vom Bewußtsein des
Betrachters, fungiert als „Spiegelung“ des ursprünglichen einen, allumfassenden, dunklen
Raumes, der all-ein ist und alles umfaßt und in sich enthält.

„Die östliche Philosophie und die Theosophie vertreten die Auffassung, daß der
allumfassende Raum sozusagen einen Schatten auswirft, um unsere Welt von Zeit
und Raum zu formen. Die Mannigfaltigkeit des Raumes, die wir wahrnehmen, ist
von diesem universalem Raum abgeleitet und reflektiert ihn. In der
Geheimlehre wird er als der dunkle Raum symbolisiert, nicht als der helle Raum der manifesten
Welt, sondern als die geheimnisvolle Tiefe, aus der sich letztere erhebt. Diese
dunkle Grundsubstanz ist mit unserem unterbewußten Denken verglichen worden,
aus dem das Licht unseres Wachbewußtseins zutage tritt.“

Die Grundprinzipien theosophischen Denkens bedingen auch bestimmte Methoden
philosophischen Reflektierens. Bestimmend ist hier der Vergleich. Es werden weniger die
manifesten Differenzen zwischen den Dingen bzw. den Erscheinungen der Welt beschrieben,
als vielmehr deren Übereinstimmungen. Entscheidend ist es, Analogien festzustellen, die es in
Geschichte, Philosophie und Religion aufzudecken gilt.

http://www.blavatskaja.de/download/Grund...hen%20Lehre.pdf

http://anthroblog.anthroweb.info/2013/he...e-gesellschaft/

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