#1 Der Mandela-Effekt von W.L. 15.01.2019 09:43

Es gibt dafür bei Wikipedia keinen Eintrag. Hingegen findet man auf der englichen Seite folgenden Eintrag unter False memory:

False memories can sometimes be shared by multiple people.[31][32] This phenomenon gained mainstream attention when multiple people reported shared memories of the death of South African leader Nelson Mandela in the 1980s, despite the fact that Mandela actually died in 2013.
Die Quellen:
[31] The movie that doesn’t exist and the Redditors who think it does
[32] Collective representation elicit widespread individual false memories

Der Name "Mandela-Effekt" kam also daher, dass viele dachten, Nelson Mandela sei im Gefängnis gestorben, was nicht wahr ist.
Nun, ich wusste es, denn ich habe die Berichterstattung verfolgt und wusste, dass er das Gefängnis lebend verlassen hatte, weil es mich interessierte.

Wenn man nun sofort glaubt, was andere sagen, und sich nicht selbst vergewissert, dann werden falsche Behauptungen weitergetragen und erlangen eine Massenwirkung.
Das ist aber nicht neu. Früher sprach man von "Legendenbildung". Neu ist, dass sich befragte Personen an etwas zu erinnern glauben, was nicht stattgefunden hat. Verantwortlich ist eine spezielle Fragetechnik.

Dass man für den Mandela-Effekt nun auch noch Paralleluniversen bemüht ist wirklich interessant. Es zeigt, dass die Theorie dazu angetan ist, das menschliche Bewusstsein zu zertrümmern. Menschen vollkommen irre zu machen. Die Vorarbeit hat die Werbeindustrie, auch Unterhaltungsmafia genannt, sehr gut erledigt. Bilder und Szenen wechseln im Sekundentakt und tragen die Aufmerksamkeit davon. Besonders schädlich für Kinder, bei denen sie die Konzentrationsfähigkeit zerstört. Sie sind dagegen völlig hilflos und starren wie hypnotisierte Karnickel in die Glotze.

Zählen hilft. Sehen Sie sich einen Werbefilm an und zählen Sie: einundwzanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig. Wenn ein Bild oder eine Szene wieder wechselt, beginnen sie erneut.
Sie werden es kaum fertigbringen, bis dreiundzwanzig zu zählen. Das macht klar, was Werbung für unser Gehirn und unseren Geist bedeutet. Es zerstört unseren Willen. Das ist durchaus beabsichtigt, denn wir sollen die beworbenen Produkte kaufen. Die Methoden der Werbung sind in Dokumentationen und in die Filmindustrie eingezogen. Mit akustischen und Blitzlichteffekten wird der Zuseher von der Kiste abhängig gemacht. Wir sollen nicht mehr wegsehen. Es geht schließlich um Geld, viel Geld.

Nun zur zweiten Frage, die immer im Zusammenhang mit dem Mandela-Effekt gefragt wird: Das VW-Zeichen. Dass ein Querstrich zwischen dem V und dem W zu erkennen ist, das wusste ich nicht. Ich weiß es aber jetzt. Ich habe nachgesehen.

Der Mandela-Effekt ist weniger eine Frage, ob wir uns falsch erinnern, als vielmehr die Frage, wie viel Wert legen wir denn auf korrekte Erinnerung und Fakten. Sehen wir selbst nach, wenn uns etwas gesagt wird oder wenn wir etwas lesen. Ziehen wir eine zweite Quelle heran, und vielleicht eine Dritte, und wenn sie sich widersprechen, bohren wir dann weiter, bis die Wahrheit ans Licht kommt?

Würden wir das tun, dann gäbe es viel weniger Mandela-Effekte.

Es ist also eine Frage, in wieweit wir in der Lage sind, eine kritische Haltung gegenüber von Aussagen einnehmen zu können. Aber auch inwieweit wir an der Wahrheit oder an einer Sache interessiert sind. Machen wir uns Notizen? Führen wir ein Tagebuch? Würden wir das tun, so käme es weniger zu Fehlern in der Erinnerung. Schließlich gibt es eine uralte, seit den Griechen und bei den Rosenkreuzern bekannte Übung.

Nehmen Sie sich die Zeit vor dem Einschlafen, den ganzen Tag rückwärts durchzugehen. Was habe ich der Reihe nach erlebt. Würde man das täglich eine Stunde tun, so sagt Selvarajan Yesudian in seinem Werk: "Steht auf und sei frei" , dann könnte man sich bald auch an frühere Existenzen erinnern.

Auf jeden Fall käme es weniger zu den Mandela-Effekten. Der Mandela-Effekt zeigt eine Krankheit unserer Zeit. Mangelnde Aufmerksamkeit, mangeldne Konzentration, mangelnde Muße und mangelnde Ruhe. Schließlich ein Mangel daran, den Dingen auf dem Grund zu gehen.

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