#1 Bernadette Soubirous, Begründerin des Wallfahrtsortes Lourdes von W.L. 05.04.2019 09:33

Maria Bernhardine Soubirous
französischer Name: Marie Bernarde
Taufname: Bernadette
* 7. Januar 1844 in Lourdes in Frankreich
† 16. April 1879 in Nevers an der Loire in Frankreich
Ökumenisches Heiligenlexikon


Bildquelle: Wikimedia

Lourdes wurde durch Bernadette Soubirous zum berühmtesten Marienwallfahrtsort der Welt.

Kurzbiographie der Bernadette Soubirous: Als älteste Tochter des ärmlich lebenden Müllers François Soubirous (1807–1871) und seiner Frau Louise (geb. Castérot, 1825–1866) wuchs sie in Lourdes (einem kleinen Städtchen am nördlichen Fuße der Pyrenäen) auf. Beide Eltern Alkoholiker wurde sie mit zehn Monaten in Pflege zu einer verwandten Amme gegeben, kehrte im Alter von zwei Jahren in das Elternhaus zurück, zog sich in früher Kindheit, aufgrund einer Choleraerkrankung chronisches Bronchialasthma zu, an dem sie lebenslang litt. Aufgrund der Krankheiten und der schweren Entbehrungen war sie in ihrem Reifungsprozess zurückgeblieben, wurde nur 1,40 cm groß und sah jünger aus, als sie war. Ab Winter 1856 arbeitete sie bei einer Tante in einer Schankwirtschaft, wo sie, oft mit Schlägen bedacht wurde.
Quellen: Wikipedia und Ökumenisches Heiligenlexikon

Ich folge in diesem Fall nicht ausschließlich den Quellen bei Wikipedia, sondern im Wesentlichen dem Bericht eines Augenzeugen namens J. B. Estrade, der in Lourdes Steuerbeamter war. Das hat seinen Grund in der Beschreibung der Abfolge der Visionen von Bernadette Soubirous.

Der Bericht eines Augenzeugen. Von J. B. Estrade Lourdes 1858
"Ich war zur Zeit der Erscheinungen in Lourdes als Steuerbeamter tätig. Die ersten Nachrichten, die von der Grotte kamen, ließen mich vollkommen gleichgültig, ich hielt sie für Märchen und unter meiner Würde, mich damit zu beschäftigen. Indessen wuchs die öffentliche Erregung von Tag zu Tag, man konnte sagen von Stunde zu Stunde. Die Bevölkerung von Lourdes, vor allem die Frauen, zogen in Massen zum Massbieille Felsen, und wenn diese nachher ihre Eindrücke erzählten, so geschah dies mit einer an Wahnsinn grenze Begeisterung. Der naive Glaube und der Überschwang, für die einfachen Leute flößten mir nur Mitleid ein. Ich hatte mein Vergnügen dabei und machte sie lächerlich; und setzte dies, ohne Studium, ohne Prüfung, ohne das geringste Zeugenverhör, bis zum Tag der siebenten Erscheinung fort.
An diesem Tage zog, mich die Unbefleckte Empfängnis an sich heran, nahm meine Hand und wie eine Mutter, die ihr Kind auf den rechten Weg zurückbringt und führte mich zur Grotte. Hier sah ich Bernadette im Glanz und Jubel der Ekstase! . . . Besiegt, zu Boden geworfen durch die Augenscheinlichkeit, beugte ich die Knie und ließ zu der geheimnisvollen und himmlischen Dame, deren Gegenwart ich fühlte, die Huldigung meines Glaubens emporsteigen. Ein Augenblick hatte alle meine Vorurteile vernichtet; ich zweifelte nicht mehr und folgte. von dieser Stunde an einem unbesiegbaren Drang zur Grotte. Beim Felsen mischte ich mich unter die anderen Menschen und bezeigte wie diese meine Verehrung und meinen Glauben."


Erste Erscheinung am 11. Februar 1858
Der Bericht eines Augenzeugen. Von J. B. Estrade Lourdes 1858


Bildquelle: Wikimedia, Bernadette Soubirous vor der Grotte von Lourdes auf einem Foto aus dem Jahr 1863
Rechts oben ist eine Marienstatue erkennbar, die von den Leuten im Dorf, bald nach Bekanntwerden von Bernadettes Visionen dort hingestellt hatten und das Mädchen offenbar nicht weiter störte.

„Die erste Erscheinung fand, wie ich schon einmal erwähnt hatte, am Fastnachtsdonnerstag, 11. Februar 1858, gegen halb 1 Uhr statt. Den folgenden Bericht hörte ich vielleicht hundert Male aus dem Munde der kleinen Seherin und ich glaube, ich kann ihn genau in ihrer rührenden und natürlichen Einfalt wiedergeben. Dabei will ich mich bemühen, ihn vollkommen aus dem Pathos, der einzigen Sprache die Bernadette konnte, Wort für Wort zu übersetzen. Lassen wir sie sprechen:
„Am Fastnachtsdonnerstag war es kalt und trübe. Nach dem Essen sagte uns die Mutter, daß kein Holz mehr zu Hause wäre und war traurig darüber. Um ihr Freude zu machen, wollten meine Schwester und ich trockenes Holz am Flußufer suchen.

Durch die Savy-Mühle kamen wir bis zu der Wiese des Herrn de La Fitte, gerade gegenüber von der Grotte des Massabieille. Dort konnten wir wegen des Mühlkanals nicht weiter. Es war nicht viel Wasser, weil die Mühle stand, aber es war kalt und ich fürchtete mich am meisten davor. Jeanne Abadie und meine Schwester waren weniger ängstlich als ich, sie nahmen ihre Holzschuhe in die Hände und wateten durch den Bach. Als sie am anderen Ufer waren, schrien sie noch vor Kälte und sprangen in die Höhe um sich die Füße wieder zu erwärmen. Dies vergrößerte noch meine Furcht, denn ich wusste, dass das Asthma wiederkommen würde, wenn ich durch das kalte Wasser waten würde. Ich bat darum Jeanne Abadie, die größer und stärker als ich es bin ist, mich auf den Schultern hinüber zu tragen. „Oh, Du bist nur eine Zimperliese und fad“, erwiderte Jeanne, „und wenn Du nicht durchwillst, so bleib wo Du bist!“ Nachdem die Mädchen noch etwas Holz in der Grotte zusammengeklaubt hatten, verschwanden sie entlang des Gave. Als ich allein war, warf ich einige Steine in das Wasser, um darauf stehen zu können, aber das half gar nichts. Ich musste also doch meine Schuhe ausziehen, und es so wie meine Schwester und Jeanne machen.
Ich streifte gerade den ersten Strumpf herunter als ich das gleiche Rollen wie bei einem Gewitter hörte. Ich sah nach rechts, nach links, über die Bäume beim Fluss, es rührte sich nichts, so glaubte ich mich getäuscht zu haben. Als ich den zweiten Strumpf auszog, hörte ich wieder so ein Grollen wie beim ersten Male. Jetzt bekam ich Angst und zog mich schnell wieder an. Und dann konnte ich nimmer sprechen und denken, denn als ich zur Grotte hinübersah, da bewegte sich bei der oberen Öffnung des Felsens ein herab-hängender Strauch wie bei sehr starkem Wind. Fast gleichzeitig kam eine goldene Wolke aus dem Innern; kurz nachher erschien in der Öffnung über dem Rosenstrauch eine junge und so schöne Dame, wie ich noch nie eine gesehen habe. Sie sah mich an, lächelte mir zu und gab ein Zeichen, näher zu kommen, wie wenn sie meine Mutter gewesen wäre. Die Angst war weg, aber ich wusste nimmer, wo ich war, Ich rieb mir die Augen, ich machte sie zu, ich machte sie auf die Dame war noch immer da. Sie nickte mir noch immer zu, zum Zeichen, dass ich mich nicht täuschte. Ohne zu überlegen, nahm ich den Rosenkranz aus der Tasche und kniete mich nieder. Der Dame war das recht und sie nahm auch den Rosenkranz, der an ihrem rechten Arm herunterhing, zwischen die Finger.
Als ich zum Beten begann und mit de! Hand zur Stirne fuhr, war mein Arm wie gelähmt, erst als sich die Dame bekreuzigt hatte, konnte ich so wie sie es tun. Die Dame ließ mich allein beten, sie bewegte zwar die Rosenkranzperlen, aber sie sprach nicht dabei, nur am Ende der Gesetzchen sagte sie jedes Mal mit mir: „Gloria Patri, et Filio, et Spiritui Sancto.“ Als der Rosenkranz zu Ende war, trat die Dame in das Innere des Felsens zurück und die goldene Wolke verschwand mit ihr.

„Als die Dame verschwunden war, kamen Jeanne Abadie und meine Schwester zurück und fanden mich noch kniend an dem Platz, an dem sie mich verlassen hatten. Sie verspotteten mich, hießen mich eine Betschwester und einen Dummkopf und fragten auf ja oder nein, ob ich nun mit ihnen zurückgehen werde. Ich konnte jetzt ganz leicht durch den Bach waten und das Wasser kam mir so lauwarm wie in einem Waschschaff vor.
„Ihr hättet nicht so schreien brauchen, sagte ich zu Jeanne und meiner Schwester, während ich mir die Füße abtrocknete, das Kanalwasser, ist gar nicht so kalt wie Ihr getan habt!“


Tummo: Diese Schilderung, mit der anschließenden Beschreibung einer Erwärmung des Körpers ist bekannt unter dem Namen „Tummo (tibetisch für „innere Hitze, inneres Feuer, der/die Grimmige, rasendes Weib“; Sanskrit चण्ड, IAST-Transliteration caṇḍālī bzw. caṇḍa) ist die Bezeichnung für eine fortgeschrittene, tantrische Meditationstechnik des Vajrayana-Buddhismus. Äußeres Ziel und damit der Ursprung des Namens dieser kontemplativen Praxis ist die bewusste starke Erhöhung der Körpertemperatur bei gleichzeitiger Immunisierung gegen niedrige Umgebungstemperaturen ohne die Zuhilfenahme von Fremdmitteln. Inneres Ziel dieser Geistesübung ist die gerichtete Energielenkung von innen nach außen, um so negative Gefühle, Gedanken und Haltungen durch „Verbrennen“ auszulöschen.“

Bernadette erlitt also eine unbewusste, unabsichtliche Erweckung jener Kraft, die in Indien Kundalini genannt wird und womit auch die tibetischen Mönche mit ihren geheim gehaltenen Übungen hantieren. Diese Methoden sind jedoch in Europa vollständig unbekannt und auch unzugänglich. Zu glauben, man könne mit etwas Mühe Ergebnisse erzielen ist töricht.

Zwei Tage später, am Sonntag den 14. Februar, nachdem das sonst so lebensfrohe Mädchen in Trauer verfiel die Schwester Bernadettes die Mutter darüber aufklärte, was geschah und diese nach zweitägigem Zögern nachgab, besuchte die Visionärin, in Begleitung von fünf oder sechs Mädchen erneut die Grotte und verfiel in die Ekstase.

„Ihr Blick war dabei sanft und ruhig auf die Nische gerichtet für die anderen außer ihr ein leerer Raum, ihr Gesicht strahlte Glück aus und bekam einen unaussprechlichen Ausdruck von Schönheit. Die Mädchen waren über den unerwarteten Anblick so erregt, dass die meisten zu weinen begannen, als eine unter ihnen plötzlich aufschrie: „Schaut doch, Bernadette stirbt!"

Sie fanden Bernadette noch immer kniend, in der Entzückung der Ekstase.


Sie näherten sich ihr, riefen sie zärtlich an, aber Bernadette blieb gefühllos für die Stimmen der Freundinnen. Nicht mehr zu dieser Welt gehörend, hielt sie ihren Blick auf einen unsichtbaren Gegenstand gerichtet, der sie gefangen nahm. Die jungen Mädchen hielten sie für tot oder sterbend und standen weinend und jammernd um sie herum, als die Mutter und Schwester des Müllers Nicolau von der Savy-Mühle kamen. Die beiden Frauen hatten die Angstrufe der Kinder gehört und waren zur Hilfe herbeigeeilt. Als sie Bemadette sahen, erstarrten sie wie von religiöser Ehrfurcht erfaßt. Sie näherten sich ihr scheu und versuchten sie sanft aufzuwecken. Vergebliches Bemühen Bernadette sah und hörte nur ihre Vision.“,
so der Bericht der Kinder an Estrade.

Kundalini: Auch dies kennen wir aus zahlreichen Berichten christlicher Heiliger. Therese von Avila befand sich drei Tage lang in einem todesähnlichen Zustand von Katalepsie und auch dies ist aus Beschreibungen über die Erweckung der Kundalini-Energie bekannt, etwa dem Bericht von Gopi Krishna in „Kundalini“. In einer Welt aber, die vor diesen Erscheinungen aufgrund ihrer Seltenheit überrascht wird und überdies von einer dogmatisierten Kirche blockiert, an ein persönliches Eingreifen göttlicher Allmacht glaubt, sind Skeptiker zumal in unserer Zeit in der scheinbar überlegenen Position. Und auch hier gilt, die im Westen weitverbreiteten sogenannten Kundalini Yogakurse sind nichts weiter als westliche Mimikry.

Psychologisierende Erklärungen escheinen hier zwar sehr plausibel, greifen aber zu kurz und erklären weder die Erscheinungen selbst noch die Reaktionen der Zeugen dieser Ereignisse.

Bernadettes Visionen ähneln u.a. denen von Sri Ramakrishna, Lehrer von Swami Vivekananda, der die über Ramakrishna hereinbrechenden Visionen anfangs für sektiererischen Wahnsinn hielt. Dieses Urteil erging auch über die kleine Bernadette Soubirous. Ramakrishna sagte selbst zu seinen Visionen, es sei so, als ob ein Elefant in eine kleine Hütte einbreche und dort alles zerstört. Um die Nebenwirkungen von unkontrollierten Visionen zu beurteilen, fehlt unserer Wissenschaft jegliche Grundlage. Vermutlich sind die Erkrankungen Bernadettes, die schließlich zum frühzeitigen Tode führte Nebenwirkungen eben dieser Visionen. Die charismatische Wucht, die solche Erscheinungen nach sich ziehen, kennt man ebenfalls aus Indien, etwa von Mahathma Ghandi. Es gibt in Indien mindestens so viele Verehrungsstätten verschiedener Heiliger wie in Europa. Was die Wunderheilungen angeht, so sind diese nicht nur aus Lourdes bekannt. Es gab sie auch am Grab der Hildegard von Bingen. Letztlich wissen wir nicht, welche Faktoren ausschlaggebend sind, die Wirkung der Stätten oder der Glaube. Was den Glauben angeht, kennt man diese Wirkungen aus dem sog. Placeboeffekt und von Spontanheilungen.

Die charismatische Wucht
Der Bericht des Augenzeugen J. B. Estrade, Lourdes 1858
Lourdes, Sonntag, 28. Februar. 1858. Zwölfte Erscheinung.
„Die Tage, an denen ich mich während der Erscheinungen in der Nähe der Bernadette aufhalten konnte, waren endgültig vorbei. Aus Lourdes und den umliegenden Dörfern kamen die Zuschauer in immer größer werdender Zahl, und um einen Platz in der Nähe der Grotte zu finden, müsste man einen großen Teil der Nacht opfern. Am Morgen des 28. Februar waren mehr als zweitausend Menschen rund um den Massabieille-Felsen versammelt, die alle fieberhaft die Seherin erwarteten. Bernadette kam in ihrem bescheidenden Sonntagskleid, begleitet von ihrer jüngsten Tante Lucille. Als sie auf der Höhe des Hügels an mir vorüber kam, hatte sie bereits den Rosenkranz in der Hand und blickte mit dem Ausdruck eines Menschen, der Eile hat, zum Gave hinunter. Ich wollte ihr folgen, sie war aber so schnell hinter dem Buschwerk verschwunden, dass mir nichts anderes übrig blieb, als mir auf einer der vorspringenden Felszacken einen Platz zu sichern. Von der Höhe meiner Beobachtungsstation sah ich ein wunderbares und unvergessliches Bild entstehen. Wie eine unendliche Krone bildete sich um Bernadette herum eine weite Fläche von Menschenköpfen, jeder den anderen überragen wollend und nach vorne gebeugt, um besser sehen zu können. In der Mitte dieses lebenden Amphitheaters stand die engelhafte Figur der Seherin“

Das Charisma, das die kleine Bernadette auf alle ausübte, die mit ihr in Kontakt kamen, zeugt von der Erweckung außergewöhnlicher Kräfte, wie von vielen Heiligen berichtet wird.

Die Abfolge der Visionen und der verstreichenden Tage dazwischen, folgt einer ganz bestimmten Regie, auf die ich noch eingehen werde und die mich besonders interessiert.
Den Angaben von J. B. Estrade zufolge wurde die Quelle, die Bernadette entdeckt hatte, gefasst. Einige Handwerker und Steinmetze des Dorfes brachten Steine und Mörtel und errichteten eine kleine Ummauerung. Von der Quelle aus, legte man eine Holzrinne, die in einer größeren Steinwanne mündete.

Saturn Trigon Neptun im Zeichen Fische
Am 11. Februar hatte sie die erste Erscheinung, 17 Tage später, am 28. Februar, am Tag der 12 Vision, um 17 Uhr MEZ (16 Uhr UTZ) trat Saturn in einen exakten Trigon Winkel von 120° mit Neptun. Astrologen sagen dazu Saturn Trigon Neptun. Dieser Aspekt ist sehr selten, zumal Neptun im Domizilzeichen Fische stand, tritt dieser Aspekt etwa nur alle 164 Jahre auf. Am Ende dieser Beitragsreihe wird sich die Bedeutung des Aspekts mit der Kernaussage der gesamten Ereigniskette decken. Lt. Estrade wurde an diesem Tag die von Bernadette entdeckte Quelle gefasst.

Siehe auch: Gopi Krishna

#2 RE: Bernadette Soubirous, Begründerin des Wallfahrtsortes Lourdes von W.L. 05.04.2019 10:30

Zweite Vision
Zwei Tage später, am Sonntag den 14. Februar, nachdem das sonst so lebensfrohe Mädchen in Trauer verfiel, die Schwester Bernadettes ihre Mutter darüber aufklärte, was geschah und diese nach zweitägigem Zögern nachgab, besuchte die Visionärin, in Begleitung von fünf oder sechs Mädchen erneut die Grotte und verfiel in die Ekstase:

„Ihr Blick war dabei sanft und ruhig auf die Nische gerichtet für die anderen außer ihr ein leerer Raum, ihr Gesicht strahlte Glück aus und bekam einen unaussprechlichen Ausdruck von Schönheit. Die Mädchen waren über den unerwarteten Anblick so erregt, dass die meisten zu weinen begannen, als eine unter ihnen plötzlich aufschrie: „Schaut doch, Bernadette stirbt!"

Sie fanden Bernadette noch immer kniend, in der Entzückung der Ekstase. Sie näherten sich ihr, riefen sie zärtlich an, aber Bernadette blieb gefühllos für die Stimmen der Freundinnen. Nicht mehr zu dieser Welt gehörend, hielt sie ihren Blick auf einen unsichtbaren Gegenstand gerichtet, der sie gefangen nahm. Die jungen Mädchen hielten sie für tot oder sterbend und standen weinend und jammernd um sie herum, als die Mutter und Schwester des Müllers Nicolau von der Savy-Mühle kamen. Die beiden Frauen hatten die Angstrufe der Kinder gehört und waren zur Hilfe herbeigeeilt. Als sie Bemadette sahen, erstarrten sie wie von religiöser Ehrfurcht erfaßt. Sie näherten sich ihr scheu und versuchten sie sanft aufzuwecken. Vergebliches Bemühen Bernadette sah und hörte nur ihre Vision.“
,
so der Bericht der Kinder an Estrade.

Auch dies kennen wir aus zahlreichen Berichten christlicher Heiliger. Therese von Avila befand sich drei Tage lang in einem todesähnlichen Zustand von Katalepsie und auch dies ist aus Beschreibungen über die Erweckung der Kundalini-Energie bekannt, etwa dem Bericht von Gopi Krishna in „Kundalini“. In einer Welt aber, die vor diesen Erscheinungen aufgrund ihrer Seltenheit überrascht wird und überdies von einer dogmatisierten Kirche blockiert, an ein persönliches Eingreifen göttlicher Allmacht glaubt, sind Skeptiker zumal in unserer Zeit in der scheinbar überlegenen Position.

Dritte Vison
Donnerstag, 18. Februar 1858.
Nachdem die Mutter von zwei Frauen aus dem Dorf, nach anfänglichem Widerstand davon überzeugt wurde, das Mädchen zur Grotte zu begleiten, fanden sich die Frauen und das Mädchen in der Grotte ein. Bernadette war nun erstmals von Erwachsenen Frauen begleitet.

Nachdem sie die geweihte Kerze angezündet hatten, knieten sie ebenfalls nieder und beteten mit leiser Stimme den Rosenkranz, als plötzlich die kleine Seherin aufjubelte:
„Sie kommt! . . ., Sie ist da!", und zitternd vor Freude neigte Bernadette ihren Kopf zur, Erde. Madame Milet und Antoinette Peyret sahen voll Neugierde zum Felsen hinauf . . ,. aber sie konnten nichts bemerken.
„Beten wir weiter", riet Madame Millet, „wenn die unsichtbare Dame diejenige ist, an die wir denken, wird sie nur Freude an unserem Gebete haben."
Bernadette vernahm nichts mehr von diesen Reden, ihr Herz feierte Wiedersehen mit der himmlischen Erscheinung. Sie betete und lächelte abwechselnd, war glücklich und
zart bewegt, aber sie gab keine besonderen Zeichen der Ekstase. Die Dame sprach zu ihr und wollte, daß sie in Ruhe ihre Stimme vernahm und dabei in vollem Besitze der geistigen Fähigkeiten verblieb. Als der Rosenkranz zu Ende war, gab Antoinette Peyret, ganz erfüllt von dem Gedanken an die verstorbene Freundin, Feder und Papier Bernadette in die Hand: „Sag der Dame, bitte, sie möge es niederschreiben, falls sie uns etwas zu sagen hätte!" Das Mädchen ging zwei, drei Schritte auf den Felsen zu, als es aber spürte, daß die beiden Frauen ihm folgten, gab es, ohne sich umzuwenden, mit der Hand ein Zeichen zum Stehen bleiben. Unter dem Rosenstrauch streckte sich Bernadette in die Höhe und reichte der Erscheinung Feder und Papier empor. Sie verblieb einige Minuten in dieser Stellung, die Augen zur Öffnung gerichtet und schien offensichtlich auf etwas zu hören, das aus der Nische kam. Dann senkte sie die Arme, machte eine tiefe Verbeugung und kehrte auf ihren früheren Platz zurück. Wie man sich wohl denken kann, war das Blatt leer geblieben. Ein wenig traurig näherte sich An-toinette Peyret und fragte, 'was die. Dame geantwortet hätte.
„Als ich ihr Feder und Papier gezeigt hatte, lächelte die Dame und ohne verärgert zu sein, sagte sie:
,Es ist nicht nötig, daß ich niederschreibe, was ich Dir zu sagen habe!' Dann schien sie einen Augenblick zu überlegen und fügte hinzu: Möchtest Du so lieb sein und während fünfzehn Tagen immer herkommen?"
„Was hast Du geantwortet?" „Ich habe ja' gesagt."
„Warum möchte die Dame, daß Du wiederkommst?"
„Ich weiß es nicht, sie hat es mir nicht gesagt."
„Aber", mengte sich nun Madame Millet ein, „warum hast Du uns ein Zeichen zum Stehen bleiben gegeben, als wir mit Dir gehen wollten" „Um der Dame zu gehorchen!"
„Ah! . . ." seufzte aufgeregt Madame Millet. „Bitte, frage sie doch, ob ihr meine Anwesenheit hier nicht unangenehm ist!"
Bernadette blickte zum Felsen empor, dann sich umwendend: „Die Dame erwidert: ,Nein, ihre Anwesenheit ist mir nicht unangenehm! "'
Das Mädchen begann wieder zu beten und mit ihm die beidem Frauen. In diesem zweiten Teil der Vision beobachteten Madame Millet und Antoinette Peyret, daß Bernadette oft das Gebet unterbrach und Zwiesprache mit der Erscheinung hielt. Auf diese Weise verging. eine Stunde, bis schließlich die Erscheinung verschwand. Als Bernadette die Grotte verlassen hatte, fragten die beiden Frauen, ,ob sie wieder eine neue Botschaft bekommen hätte.
„Ja", antwortete sie halb traurig, halb fröhlich, „sie sagte zu mir: ,Ich verspreche Dir nicht, Dich in dieser Welt glücklich zu machen, wohl aber in der anderen!"'
„Wenn sich die Dame schon herabläßt, mit Dir zu reden", begannen wieder die Frauen, „warum fragst Du sie denn nicht nach ihrem Namen" , „Ich habe es getan." „Nun, wer ist sie" „Ich weiß es nicht, sie hat nur lächelnd ihren Kopf geneigt, aber nichts gesagt." (Die Dialoge dieses Kapitels hat mir Bernadette selbst oft wiederholt.)
Bernadette wurde dann nach Hause begleitet und ebenso wie der Müllei Nicolau, sagten Madame Mille nd Antoinette Peyret zur Mutter: „Wie glücklich seid Ihr, ein solches Kind zu haben"


Der Name der Dame
Die "Dame" wie sie von Bernadette genannt wurde, wurde immer wieder nach ihrem Namen befragt, ohne eine Antwort zu geben. Die Antwort kam zu einem bestimmten Zeitpunkt, der die Abfolge der Visionen und Tage in einen zahlenmystischen Zusammenhang stellt. Auch steht die Frage im Raum, ob Bernadettes Visionen eine Person betreffen oder ob es sich um die Projektion innerer Kräfte handelt. Die Seherin spricht mit ihrer Dame, wie mit einem Menschen, oder etwa mit der leibhaftigen Muttergottes in persona? Diese Frage soll später geklärt werden. Schließlich stellt sich die Frage, was ist eine Person und was ein Prinzip, was eine Energie?

Vierte Vision
Freitag, 19. Februar 1858
Die Mutter entscheidet sich ihre Tochter selbst zu begleiten. Anwesend waren einige Frauen aus dem Dorf und die Verwandten.
Nach den Erzählungen hatten Mutter und Tante sich ein ungefähres Bild von Bernadette bei der Grotte gemacht. Sie waren aber nicht auf das gefaßt gewesen, was sie hier erwartete. Als sie Bernadette wie zum Fluge emporgestreckt sahen, erlitten sie einen Nervenzusammenbruch und die Mutter schrie' auf: „O mein Gott, ich bitte Dich, nimm mir nicht das Kind!"
Die Stimme einer der Umstehenden sägte zu gleicher Zeit: „Oh, wie ist sie schön!"
Alle hatten Tränen der Rührung in den Augen und man begann in einer wunderbaren Stille zu beten.
Als Bernadette aus der Ekstase erwachte, rieb sie sich die Augen und war voll des Glückes, sie schmiegte sich zärtlich an Mutter und Tante, die sie mit unaussprechlicher Zärtlichkeit umarmten.


Als Bernadette dann mit ihren Eltern alleine war, erzählte sie die Aussprüche der Dame und deren Bitte, während fünfzehn Tagen zur Grotte zu kommen.
Quelle: Der Bericht eines Augenzeugen. Von J. B. Estrade Lourdes 1858

#3 RE: Bernadette Soubirous, Begründerin des Wallfahrtsortes Lourdes von W.L. 05.04.2019 15:38

Der erste Zeitabschnitt in der Visionsabfolge der Bernadette Soubirous umfasst sieben Tage, an denen sie drei Visionen hatte. Die Tage, an denen sie nicht zur Grotte kam, sind die Tage, an denen es ihr zunächst verboten wurde hinzugehen. Zunächst von den Eltern. Schließlich gaben diese nach und es kam binnen sieben Tagen zu drei Besuchen und jedes Mal kam es zu einer Vision. Am siebenten Tag sagte die "Dame" zu Soubirous, sie solle "an 15 Tagen immer zur Grotte kommen."


Die Visionsabfolge des ersten Zeitabschnitts.

Die 15 Tage enden mit dem 14. Tag nach der Aufforderung "15 Tage immer zur Grotte zu kommen" und an zwei Tagen erschien die "Dame" nicht, wo sie erscheinen sollte.

Dabei ereignete sich am 25. Februar etwas Sonderbares, das die kleine Soubirous in Verruf brachte. Das Mädchen erhob sich plötzlich aus ihrer Andacht, lief planlos umher, begann mit bloßen Händen an einer Stelle die Erde aufzugraben, verschmierte sich ihr Gesichtchen und schob sich Gras in den Mund. "bei diesem Anblick riefen alle aus Enttäuschung und Mitleid: „Bernadette ist nicht mehr bei Sinnen! Das arme Kind wird verrückt!" Bernadette hingegen kam, ohne sich im Mindesten über etwas aufzuregen oder um- sich um die Ausrufe, die an ihren Ohren abprallten, zu kümmern, an ihren alten Platz zurück. Nachdem man ihr das Gesicht gereinigt hatte, gab sie sich glücklicher als jemals, mit dem Engelslächeln auf den Lippen, ihrer Vision hin. Die Zeit der Bewunderung war aber vorüber, der Zauber hatte sich verflüchtigt und man bedauerte und beklagte nur mehr das arme Mädchen. Die Freigeister hatten ja schon immer prophezeit, dass der Wahnsinn das unselige Ende der jungen Visionärin sein würde. In diesem Augenblick glaubte jeder, dass sich die düstere Voraussage zu bewahrheiten begann. Der Bericht eines Augenzeugen. Von J. B. Estrade Lourdes 1858
Am folgenden Tag wurde klar, was die Kleine getan hatte. Sie entdeckte auf Weisung ihrer "Dame" eine Quelle, die vom Tag ihrer Entdeckung, bis heute die bedeutendste Attraktion von Lourdes darstellt. Und auch dies, wie in den Tabellen ersichtlich, geschah an einem Donnerstag und am 14. Tag nach ihrer ersten Vision.



Visionsabfolge des zweiten Zeitabschnitts.

Man kann bereits sehen, dass die Donnerstage besonders wichtig sind. Das wusste Bernadette und sie sagte mehrmals, die Dame erscheint bestimmt am Donnerstag. Das bedeutet aber, dass es sich um eine Siebenerfolge handelt, in der die Zäsuren gesetzt werden.

An einem Donnerstag hatte sie die erste Vision

Am 7. Tag nach der ersten Vision, an einem Donnerstag erhält sie die Weisung, "an 15 Tagen immer zur Grotte zu kommen".

Am 14. Tag nach der ersten Vision, an einem Donnerstag wird die Quelle entdeckt

Am 21. Tag nach der ersten Vision, an einem Donnerstag ist diese zweite Periode am Ende und Soubirous war nun zwar nur 14 Tage vom 21. Tag nach der ersten Vision in der Grotte, aber sie empfing die 15. Vision. D.h. der Tag, an dem sie die Weisung erhielt, an 15 Tagen zur Grotte zu kommen muss mitgezählt werden, damit der Siebener Rhythmus eingehalten wird. Ab diesem Tag erschien die "Dame" für längere Zeit nicht mehr und keiner wusste, ob uns wann es weitergehen würde.

Die Geschichte entwickelt sich in diesem Stil aber noch weiter und wird noch eine tiefe zahlenmystische Aussage erhalten, was sehr sonderbar ist. Die Visionen müssen sich offenbar an ein bestimmtes Schema halten, das die ganze Geschichte wie ein Gerüst durchwirkt. Wir werden noch sehen, dass die beiden Tage an denen die Dame nicht erschienen ist, wo sie doch erscheinen sollte, noch eine tiefe Bedeutung bekommen wird.

#4 RE: Bernadette Soubirous, Begründerin des Wallfahrtsortes Lourdes von W.L. 06.04.2019 14:42

Bis zum 24. März wurde die geheimnisvolle Dame immer wieder gefragt, wie ihr Name sei, ohne eine Antwort zu geben. An Mariä Verkündigung brach sie ihr Schweigen.

"Lourdes, Donnerstag, 25. März 1858.
Sechzehnte Erscheinung

Die geheimnisvolle Dame enthüllt ihren Namen
Am Nachmittag dieses 25. März (ich kann mich aber nicht mehr der Umstände erinnern, die der Anlaß zu diesem Besuch waren) kam unerwartet Bernadette zu mir und meiner Schwester auf Besuch. Wäre ein Engel zu uns gekommen, hätte unsere Freude nicht größer sein können. Nachdem wir unsere kleine Besucherin willkommen geheißen hatten, beeilten wir uns sofort, sie nach den Einzelheiten vom Morgen auszufragen. Ein Schimmer von Glück überzog ihr Gesicht und ohne uns warten zu lassen, begann Bernadette, das zu erzählen, was wir schon gehört hatten. Die Haltung und die Bewegungen wurden so getreu nachgeahmt, dass man das Vorbild deutlich vor Augen sah. Dem Ende der Erzählung zukommend, wurde das Mädchen so ergriffen, dass es innehalten musste; mit Tränen in den Augen und mit zitternder Stimme und einem engelhaften Ausdruck wiederholte es dann die Antwort der Hl. Jungfrau:

„Ich bin die unbefleckte Empfängnis!"

Bei dieser Stelle musste ich eine Erinnerung hervorholen, die ebenfalls, ein Beweis der Aufrichtigkeit Bernadettens ist: Bernadette konnte das Wort „concept on" (Empfängnis) nicht aussprechen; außerdem verstand sie den Sinn der Worte: „Ich bin die unbefleckte Empfängnis nicht. Als sie mit der Erzählung zu Ende war, ließ meine Schwester sie das. Wort conception buchstabieren: Sie wiederholte es, wandte sich dann plötzlich meiner Schwester zu und fragte mit verwirrender Naivität: „Aber, Fräulein, was will man mit ,Ich bin die unbefleckte Empfängnis' sagen" Wer könnte nach einer solchen Fragestellung noch an der Wahrhaftigkeit der Bernadette zweifelnd Man kann mit Worten, die man kennt, lügen; aber nicht mit Worten, deren Sinn man nicht versteht."
Quelle: Der Bericht eines Augenzeugen. Von J. B. Estrade Lourdes 1858

Wer oder was war erschienen und hatte hier gesprochen? Nun, C.G. Jung würde sagen, das Kollektive Unbewusste. Durch den Jesuiten de Langlade, zu diesem Aspekt befragt sagte das Mädchen:

„Ich sage nicht, ich hätte die Heilige Jungfrau gesehen, ich sah die Erscheinung.“

Die Summe aller religiös gestimmten Elenden und armen Menschen, deren einzige Hoffnung der Beistand der Jungfrau Maria war. Sie beten seit Jahrhunderten zur Jungfrau, stellten sich Devotionalien ins Haus, beteten in den Kirchen. Die Bekleidung war weiß, mit einer blauen Schärpe um die Hüften. An den Füßen zwei gelbe Rosen, von der gleichen Farbe wie der Rosenkranz, den sie in Händen hielt. Diese Menschen erhielten nun eine Stätte der Anbetung, an welchem sich immer wieder jene Wunder ereigneten, die viele Millionen Menschen herbeisehnten. Die Grotte in der das Mädchen die „Dame“ sah wurde zur bedeutendsten Pilgerstätte der Neuzeit: Lourdes (gaskognisch Lorda) eine französische Stadt im Département Hautes-Pyrénées in der Region Okzitanien in der Nähe der spanischen Grenze.

Die "unbefleckte Empfängnis": Die Intelligenz des kollektiven Unbewussten besteht darin, dass Bernadette Soubirous zu keiner Zeit behauptete, ihr sei die hl. Jungfrau Maria erschienen. Sie behauptete auch nicht, das Dogma der „Unbefleckten Empfängnis“ beruhe auf Wahrheit. Sie sagte „Ich bin die Unbefleckte Empfängnis“, soll heißen, die „Dame“ ist ein Prozess und keine Person, denn jede Empfängnis ist ein Prozess, der per se unbewusst und somit unbefleckt von menschlicher Gier ist. Jede Frau kann sich nur wünschen zu empfangen, sie selbst kann es nicht bewusst herbeiführen. Es geschieht. Die Biologie kann zwar die Prozesse beobachten und wir sind heute der festen Überzeugung zu wissen, wie die Befruchtung der Eizelle geschieht. Aber dennoch können Mann und Frau zwar den Beischlaf aber keine Befruchtung erzwingen. In den Reagenzgläsern der Biochemiker kann man heute Befruchtungen erzeugen. Dabei werden mit einer fein ausgezogenen Glaskanüle Spermien in eine Eizelle gebracht. Nun vollzieht sich aber wiederum ein Prozess, den wir im Brustton der Überzeugung gesprochen, längst kennen?

„Binnen weniger Sekunden also sind Millionen von Gensequenzen mit 70 Billionen möglichen Kombinationen genau an der richtigen Stelle und bilden einmal den Menschen aus, der Mutter und Vater ähnelt. Uns wird nun gesagt, das ginge von selbst. Das zu glauben ist nicht nur 70 Billionen mal bornierter als zu glauben die Erde sei eine Scheibe, sondern zeugt von einer völligen Blockade jeglicher Vernunft im gesamten Apparat der lehrenden Institutionen. Wenn man so will, eine Verschwörung der Schwachsinnigen. Ich jedenfalls glaube nicht an selbstaufbauende Zelte und schon gar nicht, wenn sie eine Milliarde Mal komplexer sind als ein Zelt. Wer um alles in der Welt hat sich diesen Schwachsinn ausgedacht? Alternativ zum Verschweigen eigner Unkenntnis müsste man zugeben, dass wir nicht einmal eine blasse Ahnung davon haben, wie das vor sich geht. Das Schweigekartell zu dieser Situation befindet sich mental nicht im Mittelalter, sondern in der Steinzeit.“
Verschwörung der Schwachsinnigen (Quanten als Träger globalen Bewusstseins)

Unbefleckte Empfängnis ist ein allgemeines Naturphänomen. Die Vereinigung von Geist und Form, Leben und Stoff. Diesem Geheimnis war auch Viktor Schauberger auf der Spur: Harmonik des Wassers

Das Mädchen aus Lourdes wurde von der Kirche heiliggesprochen. Daher verwende ich den Titel Heilige Bernadette. Was sich mit dem Mädchen ereignet hatte, würde ein Kenner der Yogaliteratur eine partielle unbewusste Erweckung der Kundalini nennen. Viele Mystiker hatten solche und ähnliche Visionen. Hildegard von Bingen, Therese von Avila, Johannes vom Kreuz, Franz von Assisi, etc. Das Mädchen aus Lourdes hatte gewissermaßen die Intelligenz des Kollektiven Unbewussten eröffnet. Sie tat dies unbewusst, d.h. es geschah nicht durch systematische Yoga-Übungen und unter Aufsicht eines erfahrenen Lehrers, sondern es geschah vermutlich durch die Härten ihres Lebens, verbunden mit einer intensiven inneren religiösen Hingabe.

C. G. Jung würde es keineswegs als Widerspruch ansehen, wenn sich das kollektive Unbewusste als Lichtgestalt zeigt. Letztlich ist die Frage, ob durch geniale Künstler und Wissenschaftler eine höhere Intelligenz spricht, oder ob es eine Person sei, müssig. Insofern gibt es keinen Widerspruch zwischen Anbetung und Meditation. Beides sind Formen der Sammlung, und sofern die Kirche nichts gegen diese Darstellung einzuwenden hätte, ich habe keine Einwände. Die Botschaften der christliche Mystiker sind ebenso universell wie die großer Philosophen. Man muss sie nur richtig verstehen.

Bhakti-Yoga nannten die Weisen Indiens diesen Weg, der während des Mittelalters bis zur Neuzeit in Europa vorherrschend war und mehr oder weniger systematisch in den Klöstern praktiziert wurde.

Die Darstellung des zeitlichen Ablaufs offenbart die Zahlenmystik der Ereignisse.



Die Zahlenmystik: Das mystische an den Marienerscheinungen der Bernadette Soubirous bestanden in zwei wesentlichen Dingen. Zwischen der ersten Erscheinung am 11. Februar und der Namensnennung am 25. März (Mariä Verkündigung) vergingen 42 Tage, die wie folgt unterteilt waren.

Von der ersten Vision, bis zur Aufforderung, an 15 aufeinanderfolgenden Tagen zur Grotte zu kommen, vergingen
1 x 7 Tage
Ab dem Tag bis zum Ende dieser Periode vergingen
2 x 7 Tage
Ab da bis zur Verkündigung des Namens vergingen
3 x 7 Tage
Zusammen 42 Tage.
Man kann dies leicht einsehen, da diese Tage immer Donnerstage waren.

Die Zahl 42 stammt aus Jesu Stammbaum, Matt 1,1-17
Abraham bis Jesus, 42 Generationen.

Aber an zwei Tagen erschien die Dame nicht, wo sie erscheinen sollte und so haben wir von den 42 Tagen zwei abzuziehen und erhalten 40 Tage.

Die Zahl 40 ist für die Schwangerschaft kennzeichnend, denn zwischen der Empfängnis und der Niederkunft vergehen 40 Wochen. Die Zahl 40 ist aber auch in der Kabbala als der Buchstabe Mem bekannt. Mem trägt den Zahlenwert 40 und ist einer der drei Mütter. Im Christentum gibt es die 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern. Im Islam und in der griechisch-orthodoxen Kirche ist es Vorschrift, 40 Tage nach dem Tod ein Trauermahl abzuhalten. 40 ist also eine Zahl der Karenzzeit, in welcher sich Werden oder Vergehen vollziehen.
Siehe auch: Kornkreis vom 20. Juni 1999 (Die Zahl 40 und seine Symbolik)

Schließlich der astrologische Aspekt Saturn Trigon Neptun, der exakt wurde, als Bernadette die Grotte 17 mal besucht hatte. Neptun ist der Planet des Meeres, der Unendlichkeit und der Entgrenzung, der Spiritualität. Saturn hingegen stellt die diametrale Ergänzung dar. Saturn ist die Kraft der Begrenzung, der Verfestigung, Verdichtung. Treten beide Kräfte in einen harmonischen Winkel, Trigon genannt, so fließt die Kraft der Spiritualität Neptuns in die Form des Saturn. Und das ist Form- und Fleischwerdung des Lebens, „unbefleckte Empfängnis“

Letzte Anmerkungen:
Lourdes; Mittwoch 3. April 1858.
Siebzehnte Erscheinung
"Die Flamme verbrennt die Hand nicht: Stadtarzt Dr. Dozous erzählt in seinem Buche seinen Lesern folgendes: „Als Bernadette eines Tages bei der Erscheinung mehr als gewöhnlich versunken war, wurde ich, gleich allen Umstehenden, Augenzeuge eines Geschehens, das ich hiermit berichten will: Sie kniete und betete mit engelhafter Andacht ihren Rosenkranz, den sie in der linken Hand hielt, während sie in; ihrer rechten Hand eine dicke, brennende Kerze hatte. Als sie wie gewohnt auf den Knien ihren Aufstieg machte, hielt sie ruckartig inne, wodurch die rechte Hand mit der großen brennenden Kerze unter die, linke Hand brachte und die Flamme ihren Weg zwischen den Fingere suchte: Trotzdem die Flamme noch durch einen Luftzug verstärkt wurde, konnte sie an der Haut nicht den geringsten. schaden erzeugen. Ich war über diese Tatsache sehr erstaunt und verhinderte, dass jemand eingreifen würde. Mittels einer Uhr beobachtete ich genau eine Viertelstunde diesen Vorgang. Nach diesem kurzen Aufenthalt setzte Bernadette in Ekstase ihren Weg zur Grotte fort, nahm die beiden Hände auseinander und befreite so die Linke von der Flamme. Als sie mit dem Gebet zu Ende war und ihr Gesicht die Veränderung durch die Vision verloren hatte, erhob sich Bernadette, um nach Hause zu gehen. Ich hielt sie einen Augenblick zurück und bat sie, mir ihre linke Hand zu zeigen, die ich mit der größten Sorgfalt untersuchte. Ich fand nicht das geringste Anzeichen einer Verbrennung. Ich wandte mich nun der Person zu, die ihr die Kerze hielt, bat, diese wieder anzuzünden und mir zu geben. Schnell führte ich nun mehrere Male die Flamme unter die linke Hand der Bernadette, die diese dabei jedes Mal schnell zurückzog und mir zurief: Sie verbrennen mich ja!'"
...
Einmal plauderten wir über die Geheimnisse, die ihr von der Dame anvertraut worden waren und ich sagte zu ihr. „Und Du bist sicher, dass niemand außer Dir die Geheimnisse kennt? Wir waren auch ganz nahe neben der Dame" „Oh, ich bin ganz sicher, dass Sie nichts davon gehört haben, des geht ganz anders vor, sich, als wenn wir hier miteinander plaudern." „Was willst Du damit sagen?" „Als die Hl. Jungfrau mir die Geheimnisse anvertraute, sprach sie da drinnen mit mir, nicht durch die Ohren"; und als sie „da drinnen" sprach, zeigte Bernadette auf das Herz. „Ich verstehe Dich nicht.“ „Ich kann das auch nicht erklären. Man muss sich das so vorstellen: für alle die Leute, die um mich herum bei der Grotte waren, war es wie wenn sich eine Person etwa hundert Schritte entfernt befände. Diese Person würde wohl wahrnehmen, dass wir sprechen, aber sie könnte nicht verstehen, was wir sprachen." „Ach, Du bist eine kleine Schwätzerin!“ Ohne sich zu wehren, lächelte das Kind. Als sie uns einmal alle Einzelheiten bei der Erscheinung am 18. Februar wiederholte, sagte Bernadette: „Die Dame bat mich, während fünfzehn Tagen zur Grotte zu kommen." 'Ich unterbrach sie: „Wiederhole genau die Worte der Dame.“: - Die Dame sagte zu mir: „Wollen sie die Güte haben . . .“, und bei diesem Worte plötzlich stockend, sagte das Kind dann ganz verwirrt und mit gesenktem Kopfe: „Die Hl. Jungfrau sagte „Sie" zu mir! ... "
...
Nach dem Empfang der hl. Kommunion fragte meine Schwester Bernadette, die zu uns herauf gekommen war: „Sag, Bernadette, was macht Dich glücklicher, den lieben Gott zu empfangen oder Dich mit der Hl. Jungfrau zu unterhalten?" Bernadette überlegte einen Augenblick, dann antwortete sie: „Ich weiß das nicht, es lässt sich nicht vergleichen. Ich weiß nur, dass ich überall glücklich bin!"
...
Einige Zeit später erzählte Pfarrer Peyramale, dass er an einem Sonntag während der Verteilung der hl. Hostie plötzlich von einem glänzenden Licht über dem Kopf eines Mädchens angezogen worden war. Beim näheren Hinsehen erkannte er . . . Bernadette!
...
Quelle: Der Bericht eines Augenzeugen. Von J. B. Estrade Lourdes 1858

Letztere Lichterscheinung wurde auch bei Hildegard von Bingen gesehen. Nach indischer Tradition handelt es sich um Nebeneffekte eines geöffneten Kronen-Chakra.

Weiterführender Hinweis: Die biologische Basis der religiösen Erfahrung
von Carl Friedrich von Weizsäcker (Autor), Gopi Krishna (Autor)


Das Nachspiel: "Am 8. Juni 1858 wurden Anschlagtafeln an den Häusern von Lourdes und am Gipfel des Massabieille befestigt, die folgende Verbote enthielten:
„Der Bürgermeister der Stadt Lourdes. Da es im Interesse der Religion erforderlich ist, die bedauerlichen Szenen bei der Grotte in Massabieille, nächst Lourdes, am rechten Gaveufer, zu beenden; da es außerdem Pflicht des Bürgermeisters ist, über die öffentliche Gesundheit zu wachen; da eine große Anzahl der Einheimischen und stadtfremden Personen Wasser aus der besagten Grotte schöpfen; da ernste Gründe dafür bestehen, dass das besagte Wasser mineralische Stoffe enthalte, die es ratsam machen, vor seinem Gebrauch den wissenschaftlichen Befund abzuwarten, um zu erfahren, für welche Anwendungszwecke es in der Medizin verwendet werden kann; da außerdem das Gesetz die Nutzung der Mineralquellen ausschließlich an eine Genehmigung des Gouvernements gebunden ist; wird verfügt:
Artikel 1: . . . Es ist verboten, Wasser aus der besagten Quelle zu entnehmen.
Artikel 2: . . . Es ist verboten, sich auf dem von der Gemeinde beschlagnahmten Gebiet zu bewegen.
Artikel 3: Beim Eingang zur Quelle wird eine Holzwand errichtet, um den Zugang abzusperren. Es sind Verbotstafeln aufzustellen mit der Aufschrift: „Eintritt verboten“.
Artikel 4: . . . Jede Zuwiderhandlung wird strengstens verfolgt.
Artikel 5: . . . Der Polizeikommissär, die Gendarmerie, die Feldwache, die Exekutive der
Gemeinde, sind zum Vollzug dieses vorliegenden Befehles verpflichtet.
Erlassen am 8. Juni 1858 im Rathaus von Lourdes:
Der Bürgermeister: A. Lacadé."
Quelle: Der Bericht eines Augenzeugen. Von J. B. Estrade Lourdes 1858

Auf Umwegen gelangte die Angelegenheit zum damaligen König Napoleon III., der die Verfügung aufhob. Der Widerstand der Kirche wurde durch einen Erlass des Bischofs von Tarbes beendet. Bernadette Soubirous lebte noch lange Zeit bei ihrer Familie und weigerte sich Geschenke von den zahlreichen Besuchern anzunehmen, wodurch ihre Familie immer mehr verarmte und sie selbst erkrankte. Sie wunde in einem nahe gelegenen Kloster gepflegt, trat dann auf Anraten der Nonnen selbst in eine Kloster ein. Deswegen musste sie ihr Heimatdorf verlassen, was ihr sehr schwer fiel. Im Kloster von Nevers verstarb sie am 16. April 1879 im Alter von 35 Jahren an Knochentuberkulose.

#5 RE: Bernadette Soubirous, Begründerin des Wallfahrtsortes Lourdes von W.L. 07.04.2019 14:28

Nachtrag

Die hl. Bernadette hatte zwischen dem 11. Februar 1858 und dem 16. Juli 1858 18 Visionen.
In den Tagen nach dem 3. April, dem Tag der Namensgebung besuchte sie die Grotte mehrfach, verbarg sich jedoch vor der Öffentlichkeit.
Bericht des Augenzeugen J. B. Estrade Lourdes 1858

Ich erwähnte, dass in dieser Zeit, genau am 28. Februar der Aspekt Saturn Trigon Neptun exakt wurde. Es besteht nun sowohl ein Bezug zu dem astrologischen Aspekt als auch zur Zahl 17, und zwar mit der vorletzten, der 17. Vision vom 25. März 1858.

Die 12. Vision ereignete sich am 17. Tag nach der Ersten.
Die 17. Vision ereignete sich am 51. Tag nach der Ersten.
Nun ist 51 = 3 x 17, sodass sich ein mehrfacher Zeitabstand zu je 17 Tagen ergibt, den ich in folgender Grafik veranschaulicht habe.



Die 18. und letzte Vision, in der die Heilige öffentlich wirksam war, ereignete sich am 16. Juli 1858. Zu dieser Zeit waren Grotte und Quelle amtlicherseits verbarrikadiert und die Wasserentnahme bei Strafe verboten. Bernadette bekam in dieser Zeit eine innere Botschaft zur Quelle zu gehen. Sie hatte auch außerhalb der Absperrungen Sichtkontakt.

Einen Tag später, am 17. Juli lief die Sonne über Neptun (Sonne Konjunktion zu Neptun).
Einen Tag früher, am 15. Juli war der 154. Tag nach der ersten Vision vom 11. Februar.

Nun ist 154 = 22 x 7 eine interessante Zahl, denn 22/7 = 3,14 ..., eine seit der Antike bekannte Näherung an die Kreiszahl PI.
Im Grunde ein würdiger Abschluss, der zwischen dieser symbolischen Zahl und einer Konjunktion von Sonne und Neptun liegt.

Franklin Merrell-Wolff sagt zur Kreiszahl PI: "Dies ist in der Tat der mystische Prozess, symbolisiert in der Quadratur des Kreises. Die Beziehung zwischen Quadrat und Kreis ist inkommensurabel. Das bedeutet, dass die Maßeinheiten des Kreises nicht in Einheiten des Quadrates dargestellt werden können. Der materielle Mensch ist vergleichbar mit einem Quadrat, der innere Mensch mit einem Kreis."
Franklin Merrell-Wolff, Pathways through to Space, Julian Press, New York, 1983, Kap. XLIX, Sleep and Death, S. 107 – 113
(Übers. des Autors aus dem Amerikanischen)

-> "Hohe Gleichrangigkeit", ein Erlebnisbericht von Franklin Merrel-Wolff

Resümee: Zahlen und Zahlenproportionen sehen wir nicht nur in den Strukturen der Materie, etwa im mathematischen Modell des Atoms (Harmonikale Betrachtungen über die modernen Vorstellungen vom Atom), sondern auch dort, wo eine uns unbekannte, rätselhafte Intelligenz am Werke ist, die C.G. Jung als kollektives Unbewusstes ausgemacht hatte.

#6 RE: Bernadette Soubirous, Begründerin des Wallfahrtsortes Lourdes von W.L. 15.04.2019 16:40

Die vollkommene Zahl 6: Noch ein weiterer Aspekt dieser Zeitabfolge ist die Zahl 6



Eine Zahl heißt dann vollkommen, wenn die Summe ihrer Teiler die Zahl selbst ergibt.
Die erste dieser Zahlen ist 6, da ihre Teiler
1 + 2 + 3 = 6

In diesen Fall sind es 1 + 2 + 3 = 6 Wochen, zwischen der ersten Vision und der Nennung des Namens.

Eine Woche bis zur Aufforderung an 15 aufeinanderfolgenden Tagen zur Grotte zu kommen. Hier gilt dieser Tag als der erste der 15 Tage, so dass es 14 folgende Tage sind.
Zwei Wochen bis zum Ende dieser Periode.
Drei Wochen bis zur Nennung des Namens.

Siehe auch: Gopi Krishna

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