#1 Libyen und die Flüchtlinge von Philolaos 02.08.2019 12:19

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Libyen und die Flüchtlinge, ein nachdenkenswürdiges und folgenschweres Kapitel in der Geschichte, Gaddafi hatte davor gewarnt:
"Ihr sollt mich recht verstehen. Wenn ihr mich bedrängt und destabilisieren wollt, werdet ihr Verwirrung stiften, Bin Laden in die Hände spielen und bewaffnete Rebellenhaufen begünstigen. Folgendes wird sich ereignen. Ihr werdet von einer Immigrationswelle aus Afrika überschwemmt werden, die von Libyen aus nach Europa überschwappt. Es wird niemand mehr da sein, um sie aufzuhalten."

Auch wenn ich die gegenwärtigen Migrationsbewegungen in Bezug auf das Wohlergehen sowohl für die Flüchtlinge als auch für Europa allgemein mit sehr großer Skepsis betrachte, Seenotrettung an sich ist humanitäre Pflicht. Und ich denke, dass gerade viele dieser geretteten Menschen durchaus ihre Dankbarkeit auch nach Europa tragen werden.
Traurig nur, dass die EU bis heute nur zuschaut, obwohl einige europäische Staaten zu einem nicht geringen Teil die Mitschuld an dieser Situation tragen, denn die NATO hat 2011 Libyen überhaupt erst in dieses Chaos gestürzt:
https://www.freitag.de/autoren/lutz-herd...rlords-der-nato

"Gaddafi wurde ja nicht gestürzt, weil er ein autoritärer Herrscher war (dann könnte man auch gegen das saudische Regime intervenieren, statt es mit Waffen zu verproviantieren), sondern weil er sich entschlossen zeigte, den Erdgas- und Erdölreichtum seines Landes für eine größere, gegen den Westen gerichtete Autonomie Nordafrikas, wenn nicht des gesamten Kontinents, einzusetzen. Seine Position in der Afrikanische Union (AU) war gefestigt und anerkannt."

Er wollte u.a. eine afrikanische Bank gründen, die den Kontinent aus der Schuldenfalle gebracht hätte. die beachtlichen Goldreserven, die dafür bereitstanden, sind seit der "humanistischen Intervention" verschwunden.

https://www.sueddeutsche.de/politik/vere...-traum-1.476260

Da konnte man nicht länger warten. Die Hegemonialmacht USA sah sich in ihrer Einflusssphäre bedroht.

Klar, Gaddafi war selbstverständlich ebenso wenig ein Heiliger wie George W. Bush oder Barack Obama.
Was jedoch dabei übersehen wird – und das ist ein ganz entscheidender Faktor – ist die Tatsache, dass Länder mit unterschiedlichen, teilweise verfeindeten Kulturen bzw. Religionsströmungen am ehesten noch mit vehementer diktatorischer Staatsgewalt zusammengehalten werden können.

Wird also ein solcher Diktator gestürzt, oder ein totalitäres System kollabiert, bricht Chaos aus, dafür gab es viele Beispiele in der Geschichte, siehe Saddam Hussein, Tito im Vielvölkerstaat Jugoslawien oder die Sowjetunion. Im nahen Osten und auch auf dem afrikanischen Kontinent gibt es viele solcher Länder. Da zu intervenieren mit dem scheinheiligen Vorwand eine Demokratie einführen zu wollen, hat jene fatalen Folgen aus denen maßgeblich die heutigen Flüchtlingsströme resultieren, siehe auch Syrien wo außerdem noch Rebellen aus dem von den USA zerschlagenen Irak einströmten.

Hinzu kommt der Hass auf die "westliche Welt" der alle westlichen Menschen trifft, egal wie die Schuldfrage zu bewerten ist.

#2 RE: Libyen und die Flüchtlinge von W.L. 05.08.2019 19:17

Das Problem ist nicht die Beseitigung Gaddafis, der zuletzt seine eigene Bevölkerung bombardieren ließ. Das Problem ist die Uneinigkeit in Sachen Migration. Es gibt eine sehr agile linke Bewegung, die bis in die Regierung hinein vernetzt ist. Die Kanzlerin biedert sich als Galionsfigur an. Sie sagen:

No borders, no nations
All refugees are welcome

Das wäre alles in Ordnung, wenn Flüchtlinge hier arbeiten würden, wenn sie nicht kriminell würden und dem Sozialstaat nicht zur Last fallen würden. Kein einziges dieser Forderungen erfüllt die Mehrzahl der Flüchtlinge.

Die Kosten steigen, die Kriminalität steigt, und sie arbeiten nicht, oder steuerfrei auf 400€ Basis und sie fallen dem Sozialstaat zur Last. In Israel gibt es praktisch keine soziale Absicherung. Wer nicht arbeitet, landet auf der Straße und verhungert. Basta! Wenn wir das auch einführen, ist alles ok und wir bezahlen weniger Steuern.

Aber diese linke Politik geht zulasten der 8 Millionen Netto-Steuerzahler, die dieses Narrenschiff ziehen müssen. Das wollen weder die NGOs noch die linke Klientel kapieren. Sie ruinieren 8 Millionen Steuerzahler, sie sind am Ende die Dummen und schuften für ein Par linke Spinner.

Jeder Flüchtling kostet den Steuerzahler 450.000 € über die gesamte Lebensspanne.

Das regelt sich erst, wenn der Sozialstaat kollabieren würde. Ich wünschen mir, dass das bald der Fall wäre. Aber es wird nicht geschehen. Die Steuern werden steigen.

Wenn das Sozialsystem kollabieren würde und vielleicht kommt das eines Tages, dann wird es Bürgerkrieg geben. Dann sind die Flüchtlinge und die Linken, die ersten, die Häuser und Autos anzünden und auf jeden losgehen, der sich auf der Straße blicken lässt.

Das Problem ist nicht Gaddafi oder die USA, das Problem sind die Linken. Eine Besserung sehe ich nicht, außer durch eine Katastrophe. Die wird kommen, aber das wird noch mindestens 15 Jahre dauern.

#3 RE: Libyen und die Flüchtlinge von W.L. 22.08.2019 11:29

Libyen ist Mitglied der
"Vereinten Nationen (UN),
der Afrikanischen Union (AU),
der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC),
der Organisation arabischer Erdöl exportierender Länder (OAPEC),
der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) und
der Arabischen Liga,
der Bewegung der Blockfreien Staaten sowie
der Gemeinschaft der Sahel-Saharanischen Staaten SAD-CEN."

Wikipedia/Libyen/Außenpolitik

Dennoch wird nur von der EU gefordert, sie möge alle Lager auflösen und die Flüchtlinge nach Europa bringen. Die NGOs verfolgen dieses Ziel systematisch und werden von linken NGOs und Parteien mit Millionenbeträgen gefördert, um Flüchtlinge nach Europa zu bringen. Seltsamerweise nicht nach Spanien, nicht nach Frankreich, sondern stets nach Italien. Haben die NGOs Abkommen mit Frankreich und Spanien, Flüchtlinge nicht in deren Häfen zu bringen? Es sieht so aus, denn Salvini ist der EU und den Linken ein Dorn im Auge!

Warum ist sich die Gemeinschaft der Menschenfreunde eigentlich so einig darin, dass nur Europa und nicht eine oder mehrere oder alle Organisationen, in denen Libyen Mitglied ist, helfen soll? Alle wissen um die Zustände in den Lagern. An Libyen grenzen Ägypten, Sudan, Tschad, Niger, Algerien, Tunesien und keines dieser Ländern kann helfen, Lager mit einigen tausend Menschen aufzulösen? Tun sie es nicht, weil diese Länder massiv in Schleusergeschäfte verwickelt sind und ein Interesse daran haben, diese Lager zu erhalten?

Eine einfache Fahrt kostet 7000 Euro für einen Flüchtling. Flüchtlinge stürzen sich nicht aus Verzweiflung ins Mittelmeer. Diese Boote werden nur dann zu Wasser gelassen, wenn sie Kontakt mit den NGO-Schiffen haben. Das sagte eine Kapitänin kürzlich in einem Nebensatz: "... dann haben wir den Hilferuf eines weiteren Flüchtlingsbootes erhalten ...". Sie haben also Kontakt und vollenden das Geschäft der Schleuser. Das Schleusergeschäft wird neben Menschenhandel für die Prostitution, Waffenhandel, Drogenhandel, betrieben. Schleuser sind keine Menschenfreunde.

"Grenzen töten! Das ist ein Slogan, der auch in diesen Tagen ... wieder zu hören ist.
...
Grenzen töten nicht, Schleuser töten"
(Welt vom 23.2.2019)

Was würde geschehen, wenn die EU dazu überginge die Forderungen der NGOs und neuerdings des Papstes zu erfüllen?



In der Welt ist eine Grafik von Pwe Research Center zu finden, der zufolge jeweils die angegebenen Anteile der Bevölkerung nach Europa wollen. Ich habe die Bevölkerungsanteile aus Wikipedias Liste der Staaten Afrikas entnommen und komme so auf die Zahl der Ausreisewilligen:
Ghana.......75% 21,625222 Millionen
Nigeria.......74% 141,255870 Millionen
Kenia.........54% 26,837925 Millionen
Südafrika...51% 28,925750 Millionen
Senegal......46% 7,291261 Millionen
Tansania....43% 24,643308 Millionen
250,579336 Millionen ausreisewilliger Afrikaner der sechs angegebenen Länder, die nach Europa, respektive Deutschland wollen.

Dieser politische Rahmen wird in der gutmenschendominierten Gesellschaft, die wir geworden sind und die uns Kopf und Kragen kosten wird, ignoriert. Anstatt massiven Druck auf die Länder Afrikas zu machen, ruiniert man die europäischen Sozialsysteme, durch Überlastung mit perspektivlosen Migranten. Für linke NGOs ist das Futter für die Weltrevolution, denn Carola Rackete ist Mitglied einer radikalen kommunistischen Organisation.

Die extreme Linke erfüllt damit das Geschäftsmodell der Großkonzerne, denn eine durchmischte Gesellschaft ist von den Großkonzernen, die in der EU Politik machen, allemal besser zu steuern als kritische und gebildete Bürger.

Meine Einschätzung stimmt offenbar auch mit maßgeblichen Kreisen der EU überein, denn: Die EU finanziert diese Lager. Sie überweist auch jedes Jahr 300 Millionen Euro ins benachbarte Niger, der Drehscheibe für Flüchtlinge, die aus Afrika kommen. Beide Länder sollen ihre Grenzen dichtmachen, damit nicht noch mehr Menschen nach Europa kommen. Es ist ein schmutziger Deal, das zeigt die Doku. (Den Schleppern auf der Spur, Cicero vom 20.8.2018)

Soll heißen, es gibt derzeit keine Chance, die genannten Anrainerstaaten Libyens zu einer konstruktiven Kooperation zu bringen. Hoffnungslos:

Wo ist der Unterschied zwischen Obama und Salvini?
Obama beendet Ausnahmeregelung für Flüchtlinge aus Kuba
Jedes Jahr versuchen Tausende Kubaner über das Meer in die USA zu fliehen. Diejenigen, die es schafften, genossen bislang Immigrationsprivilegien. Diese hat Barack Obama nun zurückgenommen.
(Der Spiegel vom 13.01.2017)

Der Unterschied ist die aktuelle Berichterstattung, in der unisono behauptet wird, Salvini sei ein Menschenschinder, Carola Rackete eine Heilige.


Migranten überweisen 17,7 Milliarden jährlich in ihre Heimatländer
„Die Migranten schaffen eine Lebensperspektive für die Menschen in ihren Heimatländern und halten sie davon ab, sich auf die gefährliche Flucht in Richtung Europa zu begeben“, sagte beispielsweise der Grünen-Entwicklungsexperte Uwe Kekeritz am Samstag. Auch die Bundesregierung wertet die Transfers als „entwicklungsfördernd“, weil das Geld direkt vor Ort bei den Menschen in den Entwicklungsländern ankomme."
Flüchtlinge überweisen 17,7 Milliarden Euro in ihre Heimatländer. Das Budget des Entwicklungshilfeministeriums beträgt 7,8 Milliarden.

Die bittere Wahrheit dürfte sein, dass dies ein Anreiz ist, noch mehr Migranten als Versorger nach Deutschland zu bringen. Wir heißen sie Willkommen.

Meist profitieren nicht die Ärmsten, denn sie haben in der Regel keinen finanziellen Spielraum um Angehörige ins Ausland zu schicken. Die Gesellschaften verlieren möglicherweise gerade die gut ausgebildeten Menschen. Hinzu kommt: Die Herkunftsländer können von den hohen Zuflüssen abhängig werden und verzichten dann möglicherweise darauf, selbst Initiativen zu ergreifen. So beruhten 2013 rund 42 Prozent des Bruttoinlandsproduktes von Tadschikistan auf Rücküberweisungen.
17,7 Milliarden Euro in ihre Heimatländer.

Profiteure des Transferbooms sind allerdings auch die großen internationalen Unternehmen, die die Überweisungen tätigen und dabei riesigen Gewinn machen - wie Western Union, Moneygram und Ria. Die Bundesregierung bezeichnete es als Ziel, die zum Teil sehr hohen Transaktionskosten bis 2030 auf weniger als drei Prozent zu senken.
17,7 Milliarden Euro in ihre Heimatländer.

Womit wie wieder bei den Profiteuren der Migrationskrise sind.

Erarbeiten sich die Migranten diese 17,7 Milliarden und nützt das dem Steuerzahler?
Leider nicht, denn die Zahlen der Agentur für Arbeit sehen mau aus:

28,7% der Flüchtlinge haben keinen Hauptschulabschluss und 31,7% machen zur Ausbildung keine Angaben. Das sind zusammen 60,4%, ohne Ausbildung.

Es sind Zahlen, die nicht nur der Wahrnehmung der deutschen Öffentlichkeit und Arbeitgeber diametral entgegenstehen, sondern die auch den eigenen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit – denn was das IAB unter „Beschäftigung“ versteht, hat mit dem, was die Arbeitsmarktstatistik bei näherer Betrachtung auflistet, praktisch nichts zu tun: Laut den statistischen Analysen zur „Fluchtmigration“ der Arbeitsagentur befanden sich Ende 2018
- 77.000 sogenannte Geflüchtete „arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen“, weitere
- 138.000 in „Fremdförderung“ (etwa Sprach- und „Integrationskurse“), und gerade einmal
- 38.300 absolvierten eine duale Förderausbildung.
- 372.000 waren hingegen in „Unterbeschäftigung“ erfasst, das heißt, sie arbeiten als kaum bis geringfügig Teilbeschäftigte in überwiegend prekären Jobs – worunter etwa auch nur eine ein- oder zweistündige Tätigkeit pro Monat fällt. Und nicht weniger als
372.000 „Geflüchtete“ sind arbeitslos gemeldet.
- Insgesamt bezogen über 606.000 Leistungen nach Sozialgesetzbuch Teil 2, also etwa Hartz-4.
Noch gar nicht in diesen Zahlen erfasst sind – tatsächliche oder nur nach Selbstauskunft als solche geführte – „Minderjährige“ oder Senioren jenseits des Renteneintrittsalters, Mütter und Kleinkinder – von der riesigen Dunkelziffer illegal im Land Befindlicher ganz zu schweigen.

Regierungspropaganda läuft: Immer mehr Flüchtlinge angeblich in Arbeit, Jouwatch von 6.8.2019

Addiert man diese Zahlen, so kommt man in etwa auf die Zahl an Geflüchteten von 625.000, die außer steuerfrei auf 400€, nichts außer Kosten verursachen. So war das nicht gedacht, als im Herbst 2015 die Grenzen gefallen sind, und so wird Deutschland den Sozialstaat an die Wand fahren, Altersarmut fördern und die Wohnungsnot weiterhin befeuern.

Die Schuld liegt bei denen, die die Grenzen geöffnet haben und nach wie vor offen halten. Denn auch dieses Jahr kam wieder eine Stadt von der Größe Saarbrückens über die Grenze: 160.000 + 12.000 Familiennachzug + 10.200 Resettlement + 12.000 freiwillig aus Griechenland und Italien = 194.200, das kostet in der Grundversorgung schlappe 2,4 Milliarden, Krankenversorgung nicht gerechnet. Hier hat die Regierung bereits 10 Milliarden aus dem Gesundheitsfonds für Flüchtlinge entnommen. 1,6 Millionen Flüchtlinge müssen langfristig mit Wohnungen versorgt werden. Wohnungsnot? Wenn wunders noch?

Ergo: Der Sozialstaat wird aktuell mit voller Wucht an die Wand gefahren. Deutschland versorgt die Herkunftsländer der Flüchtlinge mit satten 17,7 Milliarden Euro jährlich, die hauptsächlich aus dunklen Kanälen oder Sozialleistungen fließen.

Je eher dieser Staat an die Wand fährt, umso sanfter wird der Aufprall. Die nähere Zukunft sieht schwarz aus.



Vielleicht kommt nach dem Zusammenbruch eine Generation,
- die nicht mehr die ganze Welt retten will,
- die sich nicht mehr selbst abschaffen will,
- die sich nicht selbst hasst,
- und die einen Willen zu überleben besitzt
- und diesen Willen wieder braucht um zu überleben.
All dies kann man der Mehrheit derer, die diese Politik mitträgt nicht zubilligen.
#85

#4 RE: Libyen und die Flüchtlinge von Philolaos 24.08.2019 19:24

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W.L. was Du allgemein zu meinem Thread schreibst, ist nachvollziehbar. Gaddafi habe ich aber nicht erwähnt, weil er in irgendeiner Weis Schuld an der Migrationskrise wäre, sondern weil ich darauf aufmerksam machen wollte, dass sich die NATO durchaus der Konsequenzen bewusst war, als sie Gaddafi aus dem Spiel nahmen, er war auf dem globalen Schachbrett ein Ärgernis, er musste weg. Genauso war sich die NATO auch der Konsequenzen des Irakkrieges bewusst. Die IS-Krieger, die in Syrien einsickerten, waren durchaus nützliche Bauern im Spiel.

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