#1 Wie alt ist die Astrologie von W.L. 03.03.2020 11:10

Der Tierkreis von Dendera, ägyptische Astrologie



Er wurde an der Decke eines Gebäudes in der Tempelanlage von Dendera durch die napoleonische ägyptischen Expedition (1798–1801) gefunden und steht heute im Louvre. Der Zodiak zeigt astrologische Zeichen und Symbole und trug dazu bei, den Tod und die Auferstehung des Osiris an kosmische Vorgänge anzuknüpfen. Er bezeugt ein erstaunliches astronomisches Wissen der ägyptischen Priester und wurde astronomischen Untersuchungen zufolge 50 v. Chr. konzipiert. ([url=)Wikipedia/Tempel von Dendera[/url]) Der Tierkreis von Dendera beweist, dass die Ägypter ebenfalls Astrologie betrieben und dass die Symbole des Tierkreises identisch mit den Heutigen sind.

Babylonisch/Chaldäische Astrologie

Vitruv (1. Jh. v. Chr.), Philosoph, Architekt und Ingenieur hinterließ ein zehnbändiges Werk, in dem er sein Wissen um alle Gebiete der antiken Baukunst niederschrieb.



Der "Vitruvianische Mensch", eine Auftragsarbeit von Leonardo Da Vinci, sollte die durch Vitruv in den Zehn Büchern über Architektur (de architektura libri decem) gegebenen menschlichen Proportionen illustrieren. Hier ist keineswegs der Goldene Schnitt dargestellt, sondern die von Vitruv gegebenen ganzzahligen Proportionen, die den Körperbau des Menschen als musikalische Harmonie ansahen. Siehe auch: Die Geschichte der pythagoreischen Harmonik, ein kurzer Überblick.

Im sechsten Kapitel des IX Buches der Zehn Bücher über Architektur verweist der Baumeister auf die Geschicklichkeit der Caldäer bei der Erstellung von Nativitäten (Geburtshoroskope) und darauf, nicht nur Ereignisse einzelner Personen voraussagen zu können, sondern auch das Wetter vorherzusagen.
Vgl: Vitruv, Zehn Bücher über Architektur, Übers. F. Reber, Deutsch/Latein Nachdruck im Marix Verlag, 3. Aufl., Wiesbaden, 2015

„Chaldäer“ als Synonym für Sterndeuter
Als „Chaldäer“ (Chaldaei im antiken Rom[4]) werden im Sprachgebrauch der ersten vor- und nachchristlichen Jahrhunderte auch die sternkundigen Berater und Wissenschaftler in Mesopotamien bezeichnet, über die man in Israel seit dem babylonischen Exil Genaueres wusste (siehe auch Buch Daniel). Sie waren häufig von persischer oder medischer Herkunft, hatten aber ihr Wirkungsfeld von Mesopotamien und Arabien bis Anatolien und die Mittelmeerküsten.

Die Chaldäer verstanden sich u. a. auf Kalenderrechnung und pflegten eine astronomische Symbolsprache zur Darstellung komplexer Zusammenhänge. Im Einflussbereich Babylons hatten sie auch eine religiöse Funktion – vor allem weil man die Planetenbahnen mit ihren unerklärlichen Schleifenbewegungen als Willensäußerung von Gottheiten deutete, die es zu ergründen galt.

Die biblischen Heiligen Drei Könige werden als die „Weisen aus dem Morgenland“ und als Sterndeuter beschrieben, die evtl. aus Babylon kamen, welches ein Zentrum der Sternenkunde war. Die griechische Fassung des Neuen Testaments berichtet von „Magiern aus dem Osten“ (μάγοι ἀπὸ ἀνατολῶν), die „einen aufgehenden Stern sahen“ (Εἴδομεν γὰρ αὐτοῦ τὸν ἀστέρα ἐν τῇ ἀνατολῇ). Deshalb wird teilweise angenommen, dass es sich um Chaldäer gehandelt hat. Alternative Deutungen interpretieren die Gruppe eher als Vertreter des persisch-medischen Raumes oder (basierend auf Vergleichen von alten überlieferten bildlichen Kleidungs-Darstellungen) als Syrer.
(Wikipedia/Chaldäer)

Vitruv benennt der Astrologie kundige griechische Philosophen, wie Thales von Milet, Anaxagoras von Klazomenä, Xenophanes von Kolophon, Demokrit von Abdera und last but not least, Pythagoras von Samos. Wir dürfen annehmen, dass die griechische Philosophie vom Sternenwissen durchdrungen war und damit ist sowohl die Astronomie, wie auch die Sterndeutung, die Astrologie zu verstehen. Noch heute erfahren wir davon durch Boetius, Philosoph des 6. Jahrhunderts, der drei Musica beschrieb. "Die Weltmusik", die "Innerliche Musik" und die "Himmlische Musik". Letztere trägt die Züge der astrologischen Kraftwirkungen, welche die Jahreswechsel hervorbringt. Hans Zimmer übersetzte einige Texte des neuplatonischen Philosophen auf seiner Seite "Zwölf Körbe":



"sed haec omnis diversitas ita et temporum varietatem parit et fructuum
Aber diese ganze Verschiedenheit bringt doch den Zeiten– und Fruchtwechsel hervor,
ut tamen unum anni corpus efficiat
so daß sie eben einen einheitlichen Jahreskörper bewirkt."

Zwölf Körbe/Anicius Manlius Severinus Boethius, Von der musikalischen Unterweisung, Buch I, Kapitel 2

Noch heute ist die babylonisch/chaldäische Reihe der Planeten von großer Bedeutung. Hier werden die Planeten nach ihrer scheinbaren Geschwindigkeit am Himmel geordnet.


Diese Reihenfolge zeigt die Dauerhaftigkeit ihrer Wirkungen. Langsam laufende Planeten haben dauerhaftere Wirkungen.

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