#1 Pianisten und andere Musiker von W.L. 17.09.2020 20:53

Die Spielweise hat sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geändert. Gegen die Jahrtausendwende spielten Solisten und Orchester stetig schneller. Die Spielweise diente mehr der Bewunderung von Virtuosität und Artistik. Der Zuhörer sollte mehr einer Zirkusnummer beiwohnen, um die Raserei am Instrument der Solisten zu bewundern. Mit Musik hat das wenig zutun.

Neu ist, dass junge Solisten wieder so spielen, wie der Komponisten es gemeint hatten, langsamer mit Emphase. Denn es ist keineswegs so, dass das schnelle Spiel schwieriger wäre. Nein, es kommt auf Melodieführung und Betonung an und darin beseht die Kunst.

Vergleicht man die großen Pianisten mit vielen jungen Pianisten, so stellt man oft fest: Sie spielen mit Ausdruck und Emphase. Jedoch es gibt eine Form des Spiels, die jede Emphase, jeden Ausdruck in den Schatten stellt. Es ist das Spiel aus einer höheren Sicht, einer höheren Dimension. Dabei bemerkt der Zuhörer, dass das Spiel eine kindliche Schlichtheit und Mühelosigkeit erreicht. Einer der großen Pianisten des 20. Jahrhunderts, der dieses Niveau erreichte, war Arthur Rubinstein.



Wie tief ist diese europäische Kultur gesunken angesichts der kulturellen Blüten, die dieser Kontinent gesehen hat.


Mondscheinsonate L. v. Beethoven




B Moll Sonate D960 F. Schubert



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