#1 Die Deutschen hätten sich immer damit schwer getan, einen Weg der Besonnenheit zu gehen von W.L. 04.07.2016 11:03

Die Deutschen hätten sich immer damit schwer getan, einen Weg der Besonnenheit zu gehen, kritisiert die Schriftstellerin Thea Dorn. Den Menschen, die jeden einzelnen Flüchtling mit einem Teddybär begrüßen möchten, stünden die rechten Schreihälse gegenüber.

Die Schriftstellerin Thea Dorn hat die gegenwärtige Flüchtlingsdebatte in Deutschland scharf kritisiert. Auf der einen Seite gebe es "diese idealismusseligen Deutschen, die im Grunde sagen, jeder Flüchtling muss persönlich begrüßt werden, am besten mit Teddybär und Luftballons", so Dorn im Deutschlandradio Kultur. Diesen gegenüber stünden extremistische Schreier mit ihren Parolen. "Das sind alles Motive, die man aus der deutschen Geschichte kennt", so die Schriftstellerin und Philosophin. "Und die Deutschen haben sich, das muss man einfach sagen, auch immer schwer damit getan, einen Weg der Besonnenheit zu gehen, diese Extreme im Zaum zu halten."
"Weiß die Frau noch, was sie tut?"

Sie neige nicht zu Hysterie oder Panik, sagte Dorn, aber sie finde es besorgniserregend, wenn eine Bundeskanzlerin "so einen idealistischen Satz wie 'Wir schaffen das' einfach in den Raum stellt, wo eine erhebliche Zahl der Deutschen den Eindruck hat: Weiß die Frau noch, was sie tut?" Merkels Satz sei "menschlich zutiefst sympathisch", aber man sorge sich, "was das politisch heißen soll".

Die Schriftstellerin warnte ferner davor, die Flüchtlingsdebatte mit einer Debatte um Werte oder deutsche Identität zu vermischen. Zunächst müsse man über "westliche zivilisatorische Mindeststandards im Umgang miteinander" reden, betonte sie. "Es muss klipp und klar gestellt werden, dass diese Standards von Menschen, die hierher geflohen sind vor der Barbarei, die in ihren Heimatländern herrscht, nicht Aspekte dieser Barbarei mitschleppen, indem sie zum Beispiel ein Frauenbild, ein Geschlechterbild haben, was wir einfach hier nicht akzeptieren können und dürfen."

Integration in die deutsche Kultur könne "in einem gewissen Rahmen" funktionieren, so Dorn. "Die Frage ist natürlich, wo sind einfach Mengen erreicht, wo es nicht mehr funktionieren kann?"


Thea Dorn

http://www.deutschlandradiokultur.de/flu...ticle_id=335939

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