#1 Eckhart Tolle von W.L. 04.07.2016 16:03

Einer der bekanntesten noch lebenden spirituellen Lehrer.

Einige meinen, er will nur Geld machen, andere sagen er sei nur trainiert und halten ihn für einen Blender und Scharlatan.
Tatsache ist, dass sich seine Lehre mit Advaita Vedanta deckt.

Laut Wikipedia war Ramana Maharischi ein Vertreter von Advaita Vedanta, dessen Lehransatz war:
Die Lehre von Ramana Maharshi fußt auf der Idee, dass eine Erkenntnis der wahren, göttlichen Natur des Menschen (dem „Selbst“) von seinem Verstand verschleiert wird. Nahezu alle Verstandestätigkeiten, ob bewusst oder unbewusst, dienen dem Errichten und der Aufrechterhaltung eines persönlichen Zentrums, der „Ich“-Vorstellung. Ein Hauptaugenmerk der spirituellen Praxis (Sadhana) soll darauf liegen, den illusorischen Charakter dieses Zentrums offenzulegen. Wenn es vollständig zusammenbricht, kommt das eigentliche Selbst dauerhaft zum Vorschein.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ramana_Maharshi

Maharischi steht in der Tradition noch älterer Lehrer, etwa Shankara:
Shankara oder Shankaracharya (Sanskrit: आदि शंकराचार्य Ādi Śaṃkarācārya m.) Ein großer Philosoph (788-820) und Lehrer des Vedanta. Schüler von Govindacharya und unter anderem Lehrer von Padmapada. Er war ein Einheimischer von Kerala oder Malabar und lebte ein sehr unstetes Leben. Er disputierte desöfteren mit Andersgläubigen und machten die Vedanta-Philosophie durch seine Predigen und seine Schriften, überall wo er hinkam, bekannt.
http://wiki.yoga-vidya.de/Shankaracharya

Eben diesen Ansatz vertritt Eckhart Tolle und daher ist er ein Vertreter von Advaita. Auch wenn Tolle sich nicht ausdrücklich auf die Vedanta Philosophie beruft, so ist seine Lehre dennoch identisch mit Advaita Vedanta, der Lehre von der Einheit der Welt.

#2 RE: Eckhart Tolle von Anke 04.07.2016 16:11

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Das ist interessant.

Wenn ich das richtig verstehe, ist es das was sich bei mir gerade bemerkbar macht.

Wann immer ich ein Denkkonzept erkenne, versuche ich es durch ein neues zu ersetzen.
Das geschieht so schnell, dass es unglaublich ist.
Dabei ist es nicht das was ich wirklich will..
Doch genau das ist ja das Problem.. was will ich denn dann?

#3 RE: Eckhart Tolle von W.L. 04.07.2016 16:33

Tolle zielt auf die Verankerung des Bewusstseins in der Gegenwart und der Stille ab. Er nutzt das Schweigen methodisch, um den Zuhörer zu verunsichern und aus den gewohnten Denkmustern zu reißen.
Maharischi stellt die Frage: "Wer bin ich"
Beides hat das gleiche Ziel.

Beide überfordern meiner Ansicht nach den Suchenden. Das ist im Prinzip besser als ihn zu verwirren.
Paul Brunton beschreibt die Schwierigkeit meines Erachtens richtig:

Alles, was wir tun oder sagen, fühlen oder denken, wird auf das Ich rückbezogen. Wir sind an seinem Haltepflock festgezurrt und bewegen uns im Kreis. Die spirituelle Suche ist in Wirklichkeit ein Versuch, aus diesem Kreis auszubrechen. Unter einem anderen Gesichtspunkt ist sie ein langwieriger Aufdeckungsprozeß dessen, was von unserem Ich mit seinen Begierden, Emotionen, Leidenschaften, Gedankengängen und Tätigkeiten tief verborgen wird. Unter noch einem anderen Gesichtspunkt ist sie der Prozeß unserer Loslösung von ihnen. Aber es ist unwahrscheinlich, daß das Ich dazu gebracht werden könnte, seine Herrschaft freiwillig zu beenden. Seine trügerischen Finten und seine gewohnheitsmäßige Verschlagenheit können einen Suchenden zu der Annahme verleiten, er stehe im Begriff, eine hohe Stufe zu erreichen, wenn er doch bloß im Kreis geht. Zum Ausbruch aus diesem Kreis kommt es ... dadurch, daß man den Ursprung des Ich aufspürt
http://www.palikanon.com/diverses/p_brunntn/p_brunn08.htm

Es ist unglaublich schwierig und braucht m. E. die Übung der Meditation und die beginnt mit dem verlangsamten und regelmäßigen Atem. Es aber zunächst einmal zu begreifen ist die Voraussetzung.
Yoga geht es stufenweise an:
Asana: Das rechte Sitzen
Pranayama: Verlangsamter und regelmäßiger Atem
Pratyahara: Abziehen der Sinne von der Außenwelt. Beobachten der Gedanken
Dadurch setzt eine Trennung ein, zwischen Ich und dem Denker.
Das zu gewärtigen ist der erste Schritt.
Konzentration: ... auf die Frage "Wer denkt" kann den Gedankenfluss kurz unterbrechen.
Meditatiion: Das Fließen dieser eintretenden Stille setzt ein.
Das ist der Weg

#4 RE: Eckhart Tolle von W.L. 04.07.2016 17:20

Dieses Video ist noch etwas aussagekräftiger:

Torwege zum Jetzt



Tolle zitiert folgenden Text aus den NT
"Ich werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen"
Er definiert "Wahrheit" als die "Essenz des Seins" und Sünde als "Das Ziel - der Essenz des Seins - verfehlen"
Damit verweist er auf die Rosenkreuzerische Lesart der NT
-> Das Rosenkreuz

#5 RE: Eckhart Tolle von W.L. 23.05.2018 23:04

#6 RE: Eckhart Tolle von W.L. 18.07.2018 21:43

Eckhart Tolle - Widerstandslosigkeit

#7 RE: Eckhart Tolle von Akelei 20.07.2018 07:01

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Da musste ich jetzt aber gleich zu Beginn lächeln....
Warum ankämpfen gegen das, was ohnehin schon IST?... Predigt er so schön...
...
Tja Herr Tolle.... weswegen färbst du dir deine Haare?
Grau,....... es IST. Warum dagegen ankämpfen?
...
😉

#8 RE: Eckhart Tolle von W.L. 26.07.2018 10:26

Du kannst dir die Haare färben, sie abschneiden oder lassen, wie sie sind. Wenn das aber zu einem Problem wird, ist die Frage, ob der Friseur, die Frau, der Mann, die Frauen, die Männer oder gar diese böse Welt schuld dran ist. Die meisten Menschen finden in einer der obigen Kategorien einen oder in einigen oder in allen die Schuldigen und sind damit zufrieden. Das ist ok, solange sie ihre Mitmenschen nicht damit tyrannisieren, was meist nicht der Fall ist. Da fängt die Welt an zu "menscheln", wir kennnen das ja. Manche finden die Schuld auch bei sich selbst und beglücken ihre Mitwelt mit dem gleichen Gejammere.

Es gibt seltene Exemplare, die darin keinen Sinn sehen und einfach die Klappe halten. Sie orientieren sich vermehrt am Gegenüber und belästigen niemanden mit eigenen Problemen.

Nun ist die Kardinalfrage, warum letztere und seltene Kategorie Mensch noch eitel sein soll. Dafür gibt es einen guten Grund. Man will die Mitwelt nicht mit der eigenen verlotterten Gegenwart belästigen und deswegen einen anständigen Eindruck machen.

Es ist schon mal ein weiter Weg von Kategorie eins zu Kategorie zwei. Kategorie zwei wäre nun durchaus imstande zu begreifen, dass, unter Beibehaltung eines anständigen Eindrucks, das Problem, zumindest vorübergehend zu beseitigen, möglich ist. Wenn dazu der Drang bestünde, hätte Echhard Tolle eine Lösung.

Punkt 1: Die Probleme, die man hat, sind die eigenen.
Punkt 2: Man kann sie vorübergehend ausschalten und das auch üben.

"Nimm dich selber wahr, und wo du dich findest, da lass dich."
Ich will neu leben – und bin es oft selbst, der mich hindert. Der erste Schritt heißt: Ich nehme mich selbst ernst. Ich finde meine Bedürfnisse, meine Verletzungen, meine Sehnsüchte und das, was mir gut tut.
Immer dort, wo ich das erkenne, lasse ich es los. In den frei gewordenen Raum in mir zieht Gott ein.

Meister Eckhart

Wo ist nun der Unterschied zu dem, was Eckhard Tolle sagt? Es ist kein Unterschied da. Beide sagen das Selbe! Es ist nur so, dass das bei Eckhard Tolle so schlicht daher kommt, dass man leicht unterschätzt, was er da sagt, und wie unendlich schwer es uns ankommt. Meister Eckhart spricht von "Gott". Dieses Wort reizt heute zum Widerspruch, weil sehr viele ihre christliche Erziehung damit in Verbindung bringen. Das wollen wir vermeiden und sagen lieber mit den Buddhisten Sunjata. Es ist das Selbe.

Tolle lebte über Jahre unter den Brücken bei den Sandlern, wie man in Österreich sagt. Bei uns heißt das Penbruder oder Landstreicher. Er pflegte damit eine identische Lebensweise wie die buddhistischen Bettelmönche, nur in Europa und nicht in Indien. Da er zu dieser Zeit keinen menschlichen Lebensantrieb mehr hatte, blieb er, wo er ist und lebte nach der Devise:
"Seht die Vögel unter dem Himmel an:
sie säen nicht, sie ernten nicht,
sie sammeln nicht in die Scheunen;
und euer himmlischer Vater ernährt sie doch.
Seid ihr denn nicht viel mehr als sie? "

Matthäus 6.26

Tolle lebte als Narr. Die Bedeutung dieser Karte wurde von praktisch allen Tarot-Fachleuten falsch interpretiert. Elisabet Haich war die erste, die erkannte, dass die große Arkana des Tarot die Die zweiundzwanzig Bewußtseinsstufen des Menschen darstellen. Dieser Weg ist auch in der Chymischen Hochzeit beschrieben. Die Allegorien und Metaphern sind uns nicht mehr geläufig und es wird viel drüber spekuliert, daher wollte ich sie wieder aufleben lassen, damit sie nicht ganz in Vergessenheit geraten: Die Chymische Hochzeit, das dritte große Rosenkreuzermanifest

Bei dem obigen Vortrag kommt aber noch ein weiterer Aspekt zum Tragen. Das ist die Transzendenz menschlichen Bewusstseins, den die Buddhisten Sunjata nennen und der Bei Wikipedia völlig falsch und wirr erklärt wird. Dazu werde ich noch einen längeren Beitrag schreiben.

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